Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 84)
- Language
- German
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Er nimmt sein letztes bissehen Kraft zusammen und stellt sich den Arbeitern hindernd entgegen. Da lässt ihn der Dorfjud binden, buchstäblich binden . . . Und so liegt er gebunden und sieht mit an, wie jene die Steine aneinander reihen . . . Der Kampf dauert fort zwischen den beiden Häusern — das neue Gebäude aber wächst mit jedem Tage. Da stehen die Mauern schon aufrecht. Thüren und Fenster werden allmählich in die Lücken gefügt. Das eherne Dach glänzt weithin in seiner grünlichen Farbe, und die Balkons erheben sich hoch über den Fenstern des kleinen Häuschens. Und drinnen sitzt der Arme, über sein Unglück brütend; es ist ihm alles öde, denn seine Seele ging in Brüche . . . Ein einziger Hoffnungsstrahl erhellt sein finsteres Innere. Vielleicht erbarmt Er sich seiner, der doch alles vermag, und schickt seinen Blitz über dieses Ungetüm, um es mit einem Schlage zu vernichten . . . Doch die Hilfe bleibt aus, und der Verbrecher dort hüllt sein Haus in Finsternis. Und Tobia ist bereits alt, das Licht seiner Augen erlischt allmählich und auch im Innern wird's dunkel. Er ist nur noch Knochen und Haut ... er sitzt aber noch immer in den Ruinen seines Hauses ... in seinem lebendigen Grabe . . A. ARONSON. PARIS. 68