Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 192)
- Language
- German
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den Hochzeiten nicht musiciren solte, auß Mangel und Armuth gantz und gar verderben müsten. Dahero gelanget an Euer Excell. und Gnaden unser allersambentlichen gantz durch Gott hoch flehentliches Bitten, sie wollen sich doch über unß, Unsere Weiber und arme Kinderle erbarmen, ein hertziges Mitleiden tragen, und unß doch auß lauter Gnaden Vorwilligen und zulaßen, daß wir nur bloß aufF den hochzeitlichen Ehrenfesten in den Präger Stätten Musiciren därfften, damit wir doch so viel verdienen möchten, wo von unß, unsere Weib und Kinder mit wenigen zu erhalten, und auß der bitteren Noth unß retten könten. Solche hohe Gnadt, alß unß gebettenermaßen wiederfehret, wollen wir mit unserem Gebethe verdienen, zu welcher gnädigsten Erhör wir unß in Gehorsamb empfehlen thuen. Euer Excell. und Gnaden gehorsambe N. N. gesambte musikalische Instrumentisten, Musicanten und andere Saittenspieler der Prager Stätten. XIII. 1663, Jänner 8. Hoch- und Wohl Graffen, Wohlgebohrne Herrn, Wohledle und Gestrenge Ritter. Gnädigste und Hochgebittende Herrn, Herrn. Von dem allermöglichsten, wünschen Eüer Hochgräfliche Excellenz und Gnaden wir ein glickseeliges freudenreiches Neues Jahr, gesunden Leib, undt woß denenselben zu Seel und Leib nuezlich ist, ja der Allerhöchste gebe, daß dieselben, nicht allein dises, sondern noch viel Jahr mit mehrer Freud, und noch weniger Sündt erleben. Beynebenß können Euer hochgräfliche Excellenz, und Gnaden wier Gehorsambst nicht verhal ten, wie daß auß Befehl des Magistrats diser königl. 3 Präger Städten, wier noch vor dem heyl. Advent, wegen des Hinscheiden Ihr in Gott glorwürdigst ingedenks Durchlaucht des Erzherzogs, weder auf den Hochzeitten noch andern Ehrenfreuden, nicht musiciren dörffen, da wier doch vertröstet worden, daß wier nach den heyligen Weynachtfeuertagen wieder mögen musiciren, aber biß dato unß nicht consentiren wollen. Und weilen wier durch Ihr Rom. Kay. May. Kriegsdienst, umb unsere Gesundheit komben, und elende Krippel worden, also dermassen, daß ob wier schon durch unßere (ohne Ruhm) Wohlverhaltens, Officire gewesen, dannoch unßer schadhaften Glider halber, sich mit anders nichts, alß durch diese Kunst der Music zu erhalten haben noch wissen, wie dan wier, weil wier nicht allein von nichts mehrers wissen Contribution sonderlich den zehenjährigen Landtagschluß nicht geben können, sondern auch in dieser teuer Zeit nicht Brott mehr zu genießen haben, Euer hochgräfliche Excellenz und Gnaden gehorsambst deswegen mollestiren müssen. Gelanget derohalben an Euer hochgräf- 182