Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 179)
- Language
- German
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im Jahre 1725 das väterliche Erbe. Ausgestattet mit hervorragenden Gaben des Geistes und des Herzens, die unter der klugen Leitung der Großmutter, die seine Erziehung von klein auf sorgsam überwacht hatte, zu schöner Entfaltung kamen, wurde Philipp Joseph nicht nur ein guter Verwalter des angestammten Erbes, ein milder Herr seiner Untertanen, die ihm manche Erleichterung und Unterstützung zu verdanken hatten, sondern auch ein eifriger und verständnisvoller Förderer künstlerischer Bestrebungen aller Art. Warum Gräfin Johanna Emerentiana die Ausschmükkung des Palastes mit Fresken an den schon in den Fischerschen Entwürfen vorgesehenen Stellen der Innenräume nicht durchführen ließ, ist aus den zur Verfügung stehenden Quellen nicht ersichtlich. Es ist diesfalls die Vermutung nicht ganz von der Hand zu weisen, daß sie in Rücksichtnahme auf den ihr bekannten künstlerischen Sinn ihres Enkels, ihm, bis er majorenn geworden, die Entscheidung vorbehalten wollte, um ihm so die Gelegenheit zu bieten, nach eigenem Geschmack und Ermessen vorzugehen. Diese Vermutung erfährt eine Stütze in dem Umstand, daß Philipp Joseph bald nach Erlangung seiner Mündigkeit nach einem Maler Umschau zu halten begann, dem er die Ausschmückung seines Hauses mit Fresken anvertrauen könnte. Er entschied sich in der Folge für Carlo Carlone, mit dem er am 15. März 1727 den entsprechenden Kontrakt abschloß. Für den Bildschmuck kamen in Betracht: im Stiegenhaus die ganze Decke samt Pavillon, zwei große und vier kleine Felder, im kleinen Saal neben der Hauptstiege die Decke samt Pavillon und vier Wandflächen, in den folgenden drei Zimmern, in der Galerie und im Kabinett die Decken samt den entsprechenden Pavillons. 169