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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 154

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 154 (sequence 164)
Language
German
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Kettensteg. In kaum dreißig Jahren hat sich das Bild der Stadt fast völlig verändert. Der Weihnachts- und Josephimarkt auf dem Altstädter Ring mit all seiner Romantik hat aufgehört zu existieren und ist auf den Heuwagsplatz jetzt, Havlicekplatz, verdrängt worden, der durch das Zuckerindustriepalais ein ganz neuartiges Antlitz erhalten hat. Der Erzbischof fährt am Johannistage nicht mehr in goldener Kalesche einher, flankiert von salvenschießenden Grenadieren mit Bärenmützen und militärischer Ehreneskorte. Die Stadt Prag hat viele ihrer reizvollsten Akzente eingebüßt und schon haben wir jungen Männer uns unvermerkt das bedenkliche Recht erworben, laudatores temporis acti zu sein. DAS PALAIS CLAM-GALLAS. Ein Beitrag zur Geschichte des Prager Barocks. J.Bergl. In der langen Reihe der adeligen Prunkpaläste und der stolzbehäbigen Patrizierhäuser, mit welchen die baufreudige Zeit nach dem großen Völkerringen im 17. Jahrhundert die Straßen und Plätze Prags verschwenderisch gefüllt hat, ist zweifellos das stolzeste und vornehmste Bauwerk das Palais Glam-Gallas in der Altstädter Husgasse, in welchem das Finanzministerium der tschechoslowakischen Republik seinen dermaligen Sitz hat. Ein monumentales Werk seines genialen Schöpfers, des großen Meisters des deutschen Barocks, Johann Bernard Fischer von Erlach, ragt es in der engen Gasse hoch empor, gewaltig in seiner Ausdehnung, machtvoll und erhaben in der edlen Pracht seiner Fassade, mit Innen- 154

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