Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 160)
- Language
- German
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befinden sich Läden. Der untere Teil der Hauptfront hat durch gotisch gehaltene Pilaster eine neue Charakterisierung erhalten. Der sich heute bietende, aus dem Jahre 1838—48 stammende Umbau fällt im Gegensatz zu dem früheren Bau durch das abgeflachte Dach auf, das von einer spätgotisch gehaltenen Balustrade mit Fialen abgeschlossen wird. Die Front zeigt vier Geschosse, die zwei oberen von viereckigen schwer bekrönten zweifachen Fenstern durchbrochen. Der früher um das Haus laufende ebenerdige Vorbau ist verschwunden, dafür aber ein von fünf gotischen Spitzbogen getragener breiter Balkon vor die Front getreten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts stand die Altstädter Niklaskirche noch durch eine Häusergruppe vom Ringplatz getrennt. — Ebenso schied um diese Zeit eine Häusergruppe das jetzige Garnisonsspital noch vom Karlsplatz. Um dieselbe Zeit hatte die alte Hybernerkirche, später Hauptzollamt, jetzt Finanzlandesdirektion noch ihre barocke Gestalt sowie einen Turm mit Zwiebelkuppel. Ihre Empirefassade erhielt sie erst 1811 nach dem Vorbild der Berliner Münze. Die Hybernergasse ebenso wie die Zeltnergasse machten damals den Eindruck breiter Avenuen. Heute werden nur mehr wenig Menschen leben, die sich dessen entsinnen können, daß noch 1850 der Volksgarten mit dem Terrain der jetzigen Kramäfvilla durch eine viel bewunderte „Kunstbrücke" verbunden war, die in einem Bogen über den jetzt noch bestehenden Hohlweg führte. Aber unsere Väter denken noch der alten, einer spitzen Judenmütze ähnlichen Bedachung des Pulverturms und wir selbst der kleinen Verkaufsbazare, die im Bogen an ihn anschlössen und der alten Garnisonskirche dahinter, die neben der Kadettenschule stand. Als Schulknaben kauften wir noch im Kanalschen Gar- 152