Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 158)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/9230935-9249770--167-9234506- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
genwölbung mit dem Chor verbunden. An Stelle der späteren Niklaskirche (die erst 1673 begonnen wurde), steht noch ein gotischer Hallenbau. Auf dem späteren Radetzkyplatz und dem Kleinseitner Ring sehen wir lange niedrige Marktschuppen. Das Michnasche Palais in der Nähe des Üjezder Tores ist reichlich mit Sgrafittos und schönem Renaissancegiebelwerk geziert. (In der letzten Zeit gelegentlich des Umbaues zu Zwecken der Sokolgemeinde wurden Bruchstücke dieser Sgrafittos wieder bloßgelegt.) Die Karlsbrücke ist noch ohne Statuen und nur mit jenem Kruzifix versehen, das später während des dreißigjährigen Krieges abgeschossen wurde. Die Kreuzherrenkirche fehlt, der Glockenturm neben der Peterskirche steckt im Gerüst. Zwischen Kinskypalais und Theinkirche sehen wir ein gotisches Turmgebäude. Natürlich fehlt auch das alte ständische Theater noch. In der nachmaligen Rittergasse vom jetzigen Obstmarkt bis zum Kohlmarkt sind langgestreckte Verkaufsschuppen errichtet. Die gotische Kirche Maria Schnee, 1347 begonnen, ist ohne Dachstuhl, es stehen bloß die kahlen Außenmauern. Der Viehmarkt (Karlsplatz) ist mit zerstreuten Häusergruppen und Holzlagen bedeckt. Weder die Ignatiuskirche noch das dazugehörige Kloster, später Garnisonsspital, ist noch zu sehen. In der Mitte des Platzes befindet sich, von zinnengekrönten Mauern umgeben, die Utraquistenkirche. Noch fehlt auch die Kirche St. Johann auf dem Felsen, gegenüber dem Emauskloster, dessen mächtig ragender Hallenbau im Vordergrunde deutlich zu sehen ist. Das große Holzrelief von Bendl im St. Veitsdom, welches die Stadt Prag im Augenblick der Flucht des Winterkönigs, also im Jahre 1620 darstellt, zeigt bereits einige interessante Abwandlungen. Uber dem Hauptein- 150