Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 154)
- Language
- German
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derne Bank- und Industriegebäude aufzuzählen, wäre ermüdend. Ein typischer Fall ist der Bau der Riunione oder die Verballhornung der Anglobank in der Hybernergasse, wo ein altes Barockpalais durch eine Betonkonstruktion überschnitten wird. Interessante Detailveränderungen des Stadtbildes ergeben sich aus dem Fortschritt der technischen Entwicklung, der Licht- und Wasserversorgung und aus allerlei mechanischen Neuerungen im Bauwesen. Uber den Weg vom Fackelring zum Lichtkandelaber braucht nicht besonders gesprochen zu werden. Eine tiefgreifende ästhetische Veränderung aber rief die Einführung der Wasserleitung hervor. In früheren Zeiten standen auf den meisten Prager Plätzen schöne Brunnen, die nach und nach verschwunden sind. Der Altstädter Ring hatte noch im 18. Jahrh. einen großen prunkvollen Marmorbrunnen und daneben noch einen zweiten kleineren. Auch auf dem Kleinen Ring befand sich neben dem noch jetzt stehenden schmiedeeisernen Brunnen eine steinerne Fontäne mit zwei Becken, 1791 hatte der Kleinseitner Ring zwei, der Wenzelsplatz einen Brunnen. Ein Holzbrunnen stand damals noch gegenüber dem Chor des St. Veitsdomes und einer vor der Ignatiuskirche auf dem sog. Viehmarkt. Alle diese Brunnen und noch viele andere sind heute verschwunden, teils weil sie überflüssig, teils weil sie zum Verkehrshindernis wurden. Ihr Verschwinden bedeutet für das Stadtbild eine erhebliche ästhetische Einbuße. Eine weitere bedeutende Veränderung erleidet das Antlitz der Stadt durch die Einführung der nach innen zu öffnenden Fenster, wodurch Fensternischen entstanden, welche die Einheitlichkeit der Fassaden zerrissen. Die Veränderungen der modernen Kriegstechnik kamen den Erfordernissen des Verkehrs in der Schleifung des größ- 146