Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 88)
- Language
- German
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Laquedem lachte; wir zahlten und gingen. Er sagte zu mir: „Ich bin mit diesem Mädchen sehr zufrieden gewesen und ich bin nur schwer zufrieden zu stellen. Ich erinnere mich an ähnliche Vergnügungen in Forli, im Jahre 1267, wo ich ein Dirnchen hatte. Auch in Siena war ich glücklich, ich weiß nicht mehr in welchem Jahr des vierzehnten Jahrhunderts, wo ich bei einer Bäckersfrau war, deren Haar die Farbe von goldbraunem Brot hatte. 1542 in Hamburg, war ich so verliebt, daß ich mit nackten Füssen in eine Kirche ging, um Gott vergeblich um Gnade zu bitten und daß er mir gestatte, still zu stehen. An diesem Tage wurde ich während der Predigt vom Studenten Paulus von Elitzen erkannt und angesprochen, der später Bischof von Schleswig geworden ist. Er erzählte sein Abenteuer seinem Kollegen Chrysostomus Daedalus,der sie 1564 drucken ließ." ,,Sie leben!" sagte ich. „Ja! ich lebe ein quasi göttliches Leben, ich bin einem nie traurigen Wotan ähnlich. Aber ich fühle es, ich muß aufbrechen. Ich habe genug von Prag! Sie fallen ja um vor lauter Schlaf! Gehen Sie schlafen. Leben Sie wohl!" Ich nahm die lange trockene Hand: „Lebe wohl, irrender Jude, glücklicher zielloser Wanderer! Ihr Optimismus ist nicht mittelmäßig und die Leute, die Sie als blassen, abgezehrten und von Gewissensbissen gequälten Abenteurer darstellen, sind toll." „Gewissensbisse? Warum denn? Bewahren Sie sich den Frieden der Seele und seien Sie böse. Die Guten werden Ihnen dafür Dank wissen. Christus! ich habe ihn verhöhnt. Er hat mich übermenschlich gemacht. Leben Sie wohl!..." * * * 86