Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 62)
- Language
- German
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sie sich so viel einzubilden, daß ihr Wesen unleidlich ist, und hat doch keinen Bestand". Hören wir aber Benda weiter. Dieser mußte wohl oder übel nach Hause, wo ihn sein Vater mit Branntwein kurierte; seine wiederhergestellte Stimme glänzte nun wieder in der Kirche und im gräflichen Kindertheater des Schlosses, wobei ihm in der Komödie neben den drei jungen Grafen von Kleinau die Rolle eines Frauenzimmers zuteil wurde. Sodann eilte Benda wieder nach Prag, er war inzwischen 14 Jahren alt geworden, und begehrte Aufnahme im Altstädter Seminarium als Altist. Dort war zwar kein Bedarf, vielmehr die Zahl von neun Knaben voll, doch mit Rücksicht auf seine Dresdner Schulung wurde er angenommen. Man ließ ihm viele Freiheit und er wurde ,,in Ansehung des Studierens ziemlich nachlässig". Dafür sang er bei der Krönung Karls VI. in der prächtigen Oper (Fuxens Costanza e Fortezza) im Chore mit und mußte auch in der lateinischen Komödie der Jesuiten, die von lauter vornehmem böhmischen Adel aufgeführt wurde, in drei Arien mitwirken (Zelenkas oben genanntes Wenzelsspiel). In den Kirchen mußte er auch lateinisch textierte Opernarien aus dem Programm des berühmten Kontraaltisten Gaetano Ursini vortragen, und schließlich erhielt er 12 Gulden ausbezahlt, wofür er sich einen Degen anschaffte. Im folgenden Jahr verlor Benda aber wiederum die Stimme, mußte von Prag weg nachhause und sich zunächst als Bierfiedler weiterbringen. Am Ende des Jahrhunderts hören wir 1796 aus Prag vom Bestand von nicht weniger als 19 Kirchenkap eilen mit „Zöglingen der Tonkunst", auf die ,,alles verwendet wird, um die alte Vaterlandsehre zu erhalten". So hatte die St. Veitskirche 6 Knaben, die Kreuzherren mit dem 62