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Alt-Prager Almanach · 1926-01-01 · 1926 · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Alt-Prager Almanach
Volume
1926
Date
1926-01-01
Page
Seite 37 (sequence 37)
Language
German
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oder Quark, Rosinen und halben Mandeln feilzubieten versuchen, (drei Stück: fünf Kreuzer), kriegen die Polizeihaft zu schmecken, wenn sie nicht eine marktpolizeiliche Verkaufsbewilligung haben. Einem Manne aus Holleschowitz, der trotz wiederholter Verwarnung an der Uberfuhr nach Troja eine Personen wage aufgestellt hat, wird die Wage konfisziert. Wer in den Spargelgarten des kaiserlichen Lustschlosses eindringt, um rote Rüben zu stehlen, der wandert ins Strafgericht, trotzdem der Kommissär mitleidig bemerkt, „daß Inhaftat arbeitsunfähig ist und nachgewiesenermaßen mit seiner kranken Frau und den beiden kranken Kindern seit zwei Tagen nichts gegessen hat". Mancher schnitt es gern in alle Rinden ein: Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben! Solchen jubelnden Mitteilungsdrang romantischer Gemüter bezeichnen die Akten einfach als Baumfrevel und taxieren ihn mit fünf Gulden oder vierundzwanzig Stunden Arrest. Auch in der Schule kann man dadurch Verdruß haben! „Dersiebzehnjährige Schüler Siegfried Polatschek des Staatsgymnasiums Prag-Altstadt wurde heute um sechs Uhr dabei betreten, als er in der Nähe der Landesausstellung in einen Kastanienbaum ein Herz mit den Buchstaben S. P. und A. K. einritzte. Corpus delicti: Taschenmesser mit brauner Hornschale." Ach, hätte er damals seine vier Buchstaben nicht in den Baum gekratzt, sondern sich auf sie gesetzt und für die Matura gelernt, so wäre er'wahrscheinlich ein angesehener Advokat geworden, hätte die A. K. geheiratet; so aber ist er ledig und Journalist. Wegen Trunkenheitsexzesses wird fast allmorgendlich irgendeine Gesellschaft vorgeführt, denn es ist üblich, nach durchlumpter Nacht im Fiaker, in der Droschke oder nur in der Dreier-Elektrischen in den Baumgarten hinauszufahren, „um sich auszulüften" , 37

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