Alt-Prager Almanach
- Journal
- Alt-Prager Almanach
- Volume
- 1926
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 36)
- Language
- German
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de einer Kalesche ein bisserl auf, so meldet es ein k. k. Kommissär und fügt freudestrahlend hinzudie im Fond sitzende Komtesse Henriette Chotek, Erlaucht, kam mit dem bloßen Schrecken davon." Bei Reitunfällen wird bemerkt, daß ein Akazienbaum beschädigt wurde, „doch wird beantragt von Schadenersatz Abstand nehmen zu wollen." — „Se. Hoheit, der Herr Großherzog von Hessen-Kassel, derzeit wohnhaft im Sommerschlößchen Kinskygarten, fährt täglich mit dem bekannten Vier-Falbengespann in umgekehrter Fahrtrichtung über die Meczeri-Serpentine; da die Karosse im Baumgarten nicht hält, kann der Kutscher hieramts nicht verwarnt, bzw. in Strafe genommen werden." (Meldung vom i.Juni 1867.) Sonst sind die Behörden des Baumgartens beileibe nicht so hilflos. Wenn ein Aufseher (ein gewöhnlicher Aufseher natürlich, und nicht jener Landesausschußrat, dem der Titel eines „Aufsehers des Bubentscher Parks" ehrenhalber verliehen wird) ein Mädchen attrapiert, das im Rosengarten „zwei Narzissen im Werte von zwanzig Kreuzern" oder „Jasminblüten im Werte von fünfundzwanzig Kreuzern" oder gar „acht Rosenknospen im Werte eines halben Guldens" abgerissen hat, bekommt die Täterin unnachsichtigen achtundvierzig Stunden Arrest aufdiktiert. Die Burschen, die in der Nähe der Kaiserinsel Weidenruten abgerissen haben, werden nach dem Prügelpatent zur Höchststrafe von fünf Tagen verdonnert, weil „im Hinblick auf das bevorstehende Osterfest Gefahr besteht, daß im Baumgarten die Diebstähle von Ostergerten (pomläzky) überhand nehmen könnten." Auch die armen Waaberln (lies: Baben), die am Weg zum Birkenwäldchen, an der Biegung der Promenade die berühmten Bubentscher Kolatschen mit Powidel, Mohn 36