Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 6 (1.10.1926)
- Date
- 1926-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Warum hat die in No. 2 unserer Blätter angekündigte grosse Fahrt in's Riesengebirge nicht stattgefunden? Warum hat man sie totgeschwiegen, nachdem man die Mitglieder aufgefordert hat, ihre Ferien entsprechend zu legen? Spielt man in derartiger Weise mit Menschen, deren Vertrauen man nicht verlieren will. Wann wurde die Treffahrt im Odenwald veranstaltet? Der Winter mit seiner frostigen Kälte wird Euch erwecken aus Eurem Sommerschlaf. Ihr werdet kaum einen Schritt weiter sein, als im Frühjahre, Ihr werdet £ure doppelte Kraft gebrauchen müssen um den Sommer wett zu machen. £s wird gelingen, wenn Ihr arbeitet, Arbeitet! Arbeitet! Da frage ich mich, habe ich das Recht, der Gauleitung zuzurufen: Arbeitet! Kann gearbeitet werden, wenn die Mittel fehlen. Kann man von Menschen verlangen, dass sie ausser ihrer eigenen Person, auch noch ihre Mittel hergeben? Wie konnte man z. Zt. in Magdeburg nur halbe Arbeit leisten, indem man den Gau in's Leben rief, ohne ihm die Mittel zu geben, dass er arbeiten kann. Wann wird der in dieser Beziehung, in Leipzig gemachte Vorschlag, daß die Gauvereine einen bestimmten Betrag der Gauleitung abführen zur Durchführung gelangen?Doch währendich diese Frage niederschreibe, deren Lösung dringend notwendig ist, stärkt sich in mir das Bewusstsein, das Recht, der Gauleitung zuzurufen : Arbeitet! Sowohl die Leipziger Fahrt, als auch die Treffahrt im Odenwald, hätten in pekuniärer Hinsicht keine Schwierigkeiten bereitet. Auch mit ganz geringen pekuniären Mittel könnt Ihr langsam dem Ziele näher kommen, wenn Ihr arbe.tet. Loupus. heipzig. Nachstehend will ich ganz kurz meine Eindrücke vom Leipziger Turntag! schildern. Der Abstand von 2 Jahren zwischen den Tagungen ist entschieden zu gross, und die Dauer zu kurz, um wirklich in diesen eineinhalb Tagen irgendwelche positive Ergebnisse zeitigen zu können. Fragen der Geschäftsordnung, technische Fragen etc. nehmen viel Zeit in Anspruch und da die Zeit drängt, werden dann wirklich wichtige Fragen nur gestreift oder sogar» der kurzen Zeit wegen, ängstlich gemieden. Den Hauptteil der Tagung nahm diesmal die Wahl des^ Präsidiums ein. Im ganzen Deutschen Kreis ist scheinbar niemand gewillt, das Präsidium und damit die Arbeit und Verantwortung auf sich zu nehmen, obwohl die meisten Delegierten mit dem jetzigen Präsidium nicht einverstanden sind. Es ist auch meine Ansicht, dass das Präsidium nach Berlin gehört, und nicht in die Provinz, aber ein Präsidium in der Provinz, das elwas leistet, ist mir immer noch lieber, als etwa ein untätiges in Berlin. Der Streit um das Präsidium war höchst unerquicklich, denn keiner wollte es übernehmen. Erst als Julius Hirsch Berlin erklärte, dass er evt. bereit sei, das Präsidium zu übernehmen, bekam die Frage eine andere Wendung, da Hans Kuhn mit diesem Präsidium sich nicht einverstanden erklärte, sodass ihm nichts übrig blieb, als das Präsidium selbst zu übernehmen Von den Delegierten hafte ich den Eindruck, als ob sie ihren Verein nicht immer wirklich repräsentieren. Man sieht immer Leute, die schon jahrelang zu diesen Tagungen kommen und die, ich will hiermit keinesfalls ein Werturteil abgeben, doch wohl in den meisten Fällen nicht mehr die wirkliche persönliche Fühlung mit ihrem Verein oder gar mit der Jugend haben. Ausnahmen gibt es natürlich; aber im Durchschnitt war unter den Delegierten wenig Jugend vertreten, und das erschwert sehr den Fortschritt unserer Bewegung, denn die wird immer nur von der Jugend getragen, die hier sehr wenig zu Worte kam Die Jugendfrage, die Wichtigste unserer Bewegung, wurde nur ganz kurz gestreift. Das Sportfest war gut und tadellos organisiert, nur wäre vielleicht besser gewesen, an Stelle der Chemnitzer Mädchen, die eine Art Zwischending von Freiübung und Gymnastik vorführten, etwa die Knaben und Mädchen aus Leipzig richtige moderne Gymnastik vorführen zu lassen. Doch beeinträchtigt dies kaum das gute Gesamtbild unserer Leistung, das dies Sportfest bot. Mit das Beste an diesen Tagungen ist, dass man immer wieder neue Leute kennen lernt. Es steht um den Makkabi nicht so schlecht, wie die Tagung aussah, aber es ist dringend nötig, dass die Jugend, die bisher auf diesen Tagungen nicht zu Wort kam, einmal aktiv in die Leitung des Deutschen Kreises und der einzelnen Vereine eingreift. Franz Ehrmann. Bar Kochba, Frankfurt am Büro: Paul Kaizenstein, Schillerstraße 5. Heim Seilerslraße 35 Staffellauf Rund um die Frankfurter Einlagen. Drei Mannschaften am Start, drei Mannschaften als „Zweiter" durchs Ziel, so konnten wir freudig berichten, als der grosse Staffellauf „Rund um die Frankfurter Anlagen" am 19. September 1926 beendet war. Gibt es einen besseren Beweis, dass es nicht unsere Absicht ist Kanonen zu züchten, sondern, dass es uns darauf ankommt, jeden einzelnen körperlich zu ertüchtigen, wenn wir uns aus 50—40 Sportlern oder Sportlerinnen eine Staffel zusammenstellen, die gegen Vereine antritt, die ihre Besten aus 100 und mehr Sportlern ermitteln können und dennoch als zweite das Ziel erreichten. So mancher Optimist glaubte, wir würden in der Damen und Jugendstaffel den ersten Preis erringen und hatte damit nicht ganz Unrecht, denn groß war die Spanne wahrlich nicht mit der wir geschlagen wurden.. Unsere Herrenmannschaft wurde nur knapp einen Meter zurück Zweiter, nachdem sie fast die ganze Strecke in Führung lag, was auch bei der Damenstaffel der Fall war und der erste Preis uns durch einen schlechten Stabwechsel verscherzt wurde. Unsere Jugend war wie immer tapfer. Sie Hess sich auf der ganzen Strecke ihren zweiten Platz nicht nehmen. Es war ein schöner Abschluss unseres leichtathletischen Sommertrainings, wenn wir mit demselben Eifer im Winter trainieren, wird es,.- im nächsten Jahre zum Ersten reichen, (Wer glaubte, wir hätten einen Streich geliefert, dass wir in einem Privatwagen um die Anlagen gefahren sind, irrt sich, Herr Paul Hacker, hat in liebenswürdiger Weise sein Auto zur Verfügung gestellt.) Kritische Befrachtung zum Staffellauf „Rund um die Frankfurter Hnlagen"* von Paul Katzenstein. Zum Beginn der Saison konnten wir mit Mühe eine kampfbereite Mannschaft zur Staffel „Rund um Frankfurr aufstellen. Letzte Woche 5 Staffeln. Drei Staffeln, die alle in ihrer Klasse, je einen 2ten Platz belegten. Wahrlich ein schöner Aufschwung, ein durchaus erfreuliches Ergebnis. Weshalb dann noch Kritik? Es wird dies mancher von Euch fragen und mit scheinbarer Berechtigung, denn es wäre» ja bei der Herrenmannschaft nur 8/i0 Sekunden Differenz, nur 2 Meter (in einer Staffel von 5,6 Kilometer) die uns von dem Sieger trennten und die wir papiermässig ausgeglichen,ja noch viele Meter dazu gutgemacht hätten, wenn unser lieber Fredy bei der Partie gewesen wäre, der zum''ersten Male in seiner aktiven Tätigkeit Zuschauer spielen mußte. Und doch Kritik bei dieser und allen anderen ttülIHüK«: I» Tennis- — Auto- Wander Sport oritzWagner Kaiserstr. 21 iiüii«*: iiih