Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 5 (1.9.1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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der 4X100 m Slaffel nicht ein so vorzügliches Rennen gelaufen, wir wären wohl kaum in den Endlauf gekommen. Meisterschaften konnten wir nur drei erringen. Erstens unsere Grete Gans, die die hundert Meter ganz überlegen gewann und im Weitsprung Ada Sonn reich Hamburg um einige Centimeter schlug, und zweitens Cosimo Brünell der die drei Berliner im 1500 m Lauf nach zwar hartem Kampf, sicher hinter sich ließ. Erstaunt warman, daß Trude Ganz sieh mit 2ten und dritten Preisen begnügen mußte. Sie ist anscheinend zu siegesbewußt nach Leipzig gefahren. Im Achtkampf konnte Rosa Berger Ihre Schwester Selma besiegen und so belegten diese den zweiten und dritten Plal? in der Gesamtkonkurenz. Selma hatte die Hoffnung „auf einen Preis schon aufgegeben, sie war bei allen Übungen von großem Pesch verfolgt, so x. B. wurde sie bei der Gymnastik vom Wind umgeworfen. Im Kugelstößen für Damen holten wir uns noch einen zweiten Preis und Adolf Berger der einzige Jugendliche der mit in Leipzig war, wurde dritter im 800 m Lauf. So wäre auch dieser Turntag wieder vorüber und alle, die mit waren werden gern an die so schön verbrachten Tage zurückdenken. Euch aber, die Ihr diesmal noch daheim geblieben seit, rufen wir zu: Nächstes Jahr zum Turntag in Berlin! Omisoc. Einer unserer eifrigsten, Mitarbeiter Turnbruder Alfred Kahn Köln, hat leider aus beruflichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender des Bar Kochba Köln, das er lange Jahre inne halte, niederlegen müßen. Der Bar- Kochba Köln ist unter seiner Leitung groß geworden, und steht heute mit an erster Stelle der rheinischen Vereine der A. T. S. B. Wir hoffen, daß Alfred Kahn auch weiterhin im Bar Kochba Köln und im Südwestdeutschen Gau mitarbeiten wird, und daß er in nicht allzu ferner Zeit sich wieder voll und ganz unserer Bewegung widmen wird. Bar Kochba, Frankfurt am niain Büro: Paul Katzenstein, Schillerstraße 5. ülanfred Kahn zum Ebschied, Langsam versinkt die glutrote Abendsonne hinter dem Weiher des Ostparks. Die Schatten der Bäume werden länger. Käfer brummen und lästige Insekten stechen uns in den entblösten Oberkörper. Wir haben Sportabend! Der Höhepunkt und gleichzeitig das Ende ist erreicht. Freiübungen! Von allen Seiten eilen die Jungens und Mädels der Milte der Wiese zu. Von der Sprunggrube, vom Diskus, Speerwerfen, Kugelstossen und Laufen. Im Rhythmus des Kommandos bewegen sich die Gestalten Silhouettenhaft gegen den abendlichen Himmel. Dann ist Schluss. Im allgemeinen entleert sich der Platz sehr langsam. Ungern trennt man sich von dem Ort der Erfrischung und Erholung, dem Ort der Entspannung und Freiheit. Doch heute, und das ist das Merkwürdige, geht es schnell von statten. Man geht auseinander ohne sich so lang zu verabschieden wie sonst und jeder fügt an seinen Gruss die Worte: „bis nachher". Dann eilt man in die Stadt.--- „--— Bitte, Schaffner, auf welchem Bahnsteig fährt der Zug nach Bremen?" Bahnsteig gibt es im Hauplbahnhof schon lange nicht mehr, Gleis 15 um 10 Uhr 25 „Danke" Noch ist der Perron leer. Ab und zu begegnet man einem Beamten der, mit Laterne und Hammer bewaffnet, die Waggons prüft. Nach und nach kommen Leute durch die Sperre. Der Zugführer bekümmert sich ganz besonders um seine Fahrgäste, denn er ist sich bewusst, dass es sich hier um ganz Besondere handelt; um solche, die sich von allem was ihnen lieb ist, Iosreissen können, um nach einen anderen Erdteil zu gehen. Wir alle, die wir auf dem Sportplatz waren und andere sind auch gekommen um Abschied zu nehmen, Abschied von Jemand den das Schicksal aus unserer Mitte genommen und nach Amerika versetzt hat. Alle waren sie da: Turnschwester und Turnbrüder, Freundinnen und Freunde, Mitschüler und andere die sich veranlasst fühlten, ihm noch einmal Ade zu sagen. Viele geben ihm ein Andenken, dessen er sich während seiner Musestunden bedienen soll. Ob er wohl solche „drüben" hat? Gemeinsame Erlebnisse wurden wachgerufen, lebhaft erinnerte man sich des schönen Abschiedsabends, den wir im engsten Freundeskreis feierten. Immer wieder drückte er uns die Hand. Rücksichtslos drängte die Zeit . . . Photos und andere Gegenstände wurden getauscht. Rauh erklang die Stimme des Zugführers „Bitte alles einsteigen". Auch er stieg ein. Eltern, Schwester und Verwandte weinten. Doch er zeigte sich mannhaft. Die Zähne hat er aufeinander gebissen, so versicherte er mir. Dann sahen wir ihn am Coupefenster wehmütig lächeln. Ob nicht mancher von uns ein paar tränen weinte? Dann kam der Mahn mit der roten Mütze und winkte ab. Langsam, mit Zischen und brausen, zog die Lokomotive an. „Unserem Fredi Kahn ein dreifaches hipp hipp he datt, hipp hipp he dalt, hipp hipp he datt klang es eindrucksvoll durch die weite Halle. Ein paar liefen noch ein Stück neben dem Zug her. Feuchte Taschentücher winkten. Ich sah mich noch einmal um. Ganz fern konnte ich noch das rote Schlusslicht erkennen. Dann war es im Dunkel entschwunden. ---Abends im Bett hörte ich noch im Halbschlaf das brausen des Zuees, zwischendurch, abgehackt dröhnte es mir im Ohr hipp hipp he datt hipp hipp he datt tsch tsch tsch hipp hedalt. HeNu. Unser Sportfest am 29. August 26 darf man in jeder Beziehung als Gelungen betrachten. Musterhaft war die Organisation auf dem Sportplatz, Musterhaft war die Pünktlichkeil mit der die Kämpfe abgewickelt wurden, und wenn man bedenkt, dass der Sportplatz keine Umzäunung hatte, so darf man ruhig sagen: Es war eine Meisterleistung die unser Fredy und Paul vollbracht haben. Es war im Voraus sicher, dass wir die meisten Preise erringen würden, aber dass wir fast alle Konkurrenzen uns sichern konnten haite doch keiner geahnt. Cosi gewann nach dem er bereits den 1000 m Lauf gewonnen hatte, und sich in den 100 m Läufen als guter Sprinter erwies, noch in der guten Zeit von 54,5 Sek. vor Curt Goldschmidt, welcher etwas eifriger trainieren dürfte, den 400 m Lauf. Paul Katzenstein und Trude Gans waren die 100 m Läufe nicht zu nehmen, und war der Lauf von Paul besonders spannend, der nach 50 m Dr. Salomen und Metzger überholte und mit 4 m Vorsprung das Ziel erreichte. Beachtenswert war die Leistung Engelmayer in Kugelstossen (10,51 m) und haben wir auch in demselben, sowie in Segall 2 hoffnungsvolle Läufer. Segall holte in der Jugend Schwedenstaffel die wir sicher gewonnen, haben allein schon 50 m Vorsprung heraus. Es wären noch viele zu nennen, die schöne Leistungen boten, so Lewkowitz und Rudowsky vom Bar-Kochba Mainz, zwei glänzende Läufer, aber die Spalten erlauben keinen ausführlicheren Bericht. Einen besonderen Dank sind wir dem Starter, Herrn Kopp schuldig, der an der guten Organisation nicht unwesentlich beteiligt ist, sowie den anderen Herren die sich aus den hies. Sportvereinen zur Verfügung gestellt haben. Ergebnisse: Herren: 100 m Einladungslauf 1. Blum J. J. V. Mainz 11,8 2. Kafzenstein Bar Kochba Ffm. 12,2 5. Samuel Bar Kochba Mainz 12,7 Herren: Hochsprung 1. Blum J. J. V. Mainz 1,55 S.Metzger Jvria 1,55 5. Curt Goldschmidt Bar Kochba Ffm. 1,50 Knaben 50 m Lauf: 1. Fritzberg Kadimah 7 Sek. 2. Rudolf Musterschule 7,4