Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 4 (1.8.1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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l/ R KOC MITTEILUNGEN des südwestdeutschen Gaues im deutschen Kreis des Makkabi Weltverbandes 1. August 1926 Nr. 4 Jahrgang 1926 21. Aw 5686 Alle Rechte vorbehalten. Einsendungen müssen bis zum iO. jeden Monats im Besitz der Schriftleitung sein. Schriftleitung: Herbert Wolff, Frankfurt a. M., Gwinnerstr. 34. Jugenderziehung von Franz Ehrmann. Schluß. Wie kann sich nun unsere Erziehung in der Praxis gestalten? Die meisten unserer Vereine haben nur 2 Ableilungen — Turnen und Leichtathletik — wenn man zu den letzteren auch die Spielabteilungen (Handball, Hockey) zählt. Es ist nun das Gegebene, zunächst einmal die Jugend einer Abteilung zu einer fester gefügten Gruppe zusammenzuschließen, und auf diesem Stamm aufbauend auch die anderen Abteilungen heranzuziehen. Es ist unbedingt notwendig, daß von Anfang an die Leitung dieser Gruppe in einer Hand liegt, und nicht durch mehrere Leiter schon von Beginn an Zerplitterung in die entstehende Gemeinschaft hineingetragen wird. Der Führer muß den Kristallisationspunkt der Gruppe bilden, er darf aber nicht das alleinige Bindeglied zwischen den einzelnen Angehörigen dieser Gruppe sein, sondern er muß sich bestreben, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe selbst zu fördern; die Freundschaften die meist schon zwischen einzelnen Mitgliedern bestehen, kommen dem sehr entgegen und eine auf diese Art aufgebaute Gruppe wird imstande sein, auche inen Wechsel in der Führung zu überstehen oder gar ohne eigentliche Führung sich einige Zeit zu halten. Der Führer muß möglichst oft mit seiner Gruppe oder mit einzelnen Leuten daraus zusammenkommen; keinesfalls genügen hierfür die 2 Tage in der Woche, an denen geturnt oder trainiert wird, der Sonntag und mindestens ein weiterer Nachmittag oder Abend sind unbedingt erforderlich. Seibslverständlich muß der Führer an den Trainigs- oder Turnabenden seiner Gruppe teilnehmen. Es käme also etwa folgende Einteilung in Frage: Zweimal in der Woche gemeinsames Training oder Turnen, an einem weiteren Wochentag Heimabend und Sonntag wieder gemeinsames Training, Spielen oder besser noch Fahrt. Das beste Erziehungsmittel ist die Fahrt, besonders die große Fahrt, während das Training hauptsächlich der körperlichen Ausbildung dienen soll, obwohl sich auch hier eine Einwirkung im erzieherischen Sinne leicht ermöglichen läßt. Der Heimabend soll in erster Linie der geistigen Weilerbildung und der (ebenfalls geistigen) Vorbereitung von Trainig und Fahrt dienen. Die Stoffe, die man auf dem Heimabend behandeln kann, richten sich nach der Person des Führers und nach der Art und dem Alter seiner Gruppe. Allgemein würde ich vorschlagen jüdische Geschichte, besonders die Zeit von der franz. Revolution bis zur Gegenwart und Teile der alten jüdischen Geschichte, wobei ich insbesondere Nechemia empfehlen würde, zu behandeln. Die große Fahrt bietet die beste Gelegenheit mit der Gruppe in einen engen Kontakt zu kommen und ist auch von bester Wirkung auf die Gruppe selbst. Die Fahrt muß, wenn sie gelingen soll, gut vorbereitet werden, ich kann hier nur einige Hinweise geben; die Gruppe führt während der Fahrt gemeinsame Kasse, alles Geld ist vor der Abfahrt dem Führer zu übergeben. Es wird hierdurch vermieden, daß einzeine, die mehr Geld haben, sich mehr leisten können, und außerdem ermöglicht diese Regelung, einen Ausgleich zu Gunsten von Minderbemittelten zu schaffen. Alle Ausgaben während der Fahrt werden aus der Kasse bestritten, evtl. kann man der Gruppe pro Tag ein kleines gleichmäßiges Taschengeld geben. Abkochen geschieht gemeinsam auf Hordentopf, Schlafen ebenfalls gemeinsam in Jugendherberge, Scheune oder Zelt. Selbstverständlich ist, daß der Führer mit der Gruppe zusammenschläft und Kochen, sich auch an der gemeinsamen Arbeit Geschirrspülen etc. beteiligt. Ein evtl. Lieberschuß nach der Fahrt (kommt selten vor) dient zur Anschaffung von Fahrt- oder Sportgeräten für die Gruppe. Jede Gruppe soll einen Wimpel führen, dessen Wirkung auf den Zusammenhalt der Gruppe man nicht unterschätzen soll. Außerordentlich gut ist es, wenn die Gruppe