Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 2 (6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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und sind teilweise genau auf den Standpunkt eingestellt, den antisemitische Volksredner gegenüber den Juden einnehmen. Wir haben es wirklich nicht nötig, den Anderen zu beweisen, dass Juden auch laufen oder Boxen können und wir brauchen uns auch nicht zu schämen, dass es Juden gibt, die für den Sport völlig ungeeignet sind. Wir richten uns nicht nach der Meinung der Gegner des jüdischen Volkes und wenn nächstens behauptet wird, die Juden taugen nicht zum Radfahren oder Schießen, werden wir deswegen noch lange nicht einen Schiessklub oder Radsportverein aufmachen. Wir stecken unsere Ziele nicht entsprechend diesen Angriffen sondern für uns ist einzig und allein Eines massgebend: Körperliche und geistige Gesundung unseres Volkes. Das ist unser Ziel, und alles was wir treiben, nur Mittel und Weg. Ich habe schon von der Verpflichtung gesprochen, die wir gegenüber der Jugend haben, die wir in unsere Reihen aufnehmen. Aber aus dieser Verpflichtung der Jugend gegenüber erwächst uns eine Pflicht. Wir müssen uns über unser Wollen völlig im Klaren sein, dürfen uns nicht zufrieden geben mit der knappen Formulierung, die ich oben für unser Ziel gegeben habe, sondern wir müssen Stellung nehmen zu den Forderungen, die uns dieses Ziel stellt und müssen versuchen, diesen Forderungen gerecht zu werden. Wir dürfen uns nicht damit begnügen, schöne und möglichst allgemeinverständliche Reden über unsere Ziele zu halten und es dann den Anderen überlassen, wie sie diese Ziele auslegen, sondern wir müssen unser Ziel als eine Forderung an uns betrachten und müssen uns damit auseinandersetzen in täglichem Kampf, dann werden wir unsere Jugend auch wirklich erziehen können. Hu unsere zionistischen Freunde. Bei Gelegenheit der vielen Veranstaltungen innerhalb der Jjaraktion konstatierten die verschiedensten Referenten — und in Privatgesprächen mit prominenten Zionisten klang es durch — dass man in der Makkabijugend den zionistichen Nachwuchs sieht und vom Makkabi erwartet, dass er in nicht zu ferner Zeit einer der stärksten Stützpunkte der zionistischen Organisation sein wird. Ich bin durchaus der Meinung, dass diese Erwartungen berechtigt sind — wir sind heute die grosse Organisation, die in der Lage ist, auf der breiten Basis des Sportes die weitaus grösste Zahl jüdischer Jugend zu erfassen. Um so mehr muss man sich darüber wundern, dass nachdem man den Wert der Makkabivereine für die Arbeit der nächsten Jahre richtig erkannt hat, wir immer noch Klage über die Interesselosigkeit führen müssen, mit der man uns von allen Seiten begegnet. Der Sport bringt es mit sich, dass wir es stets mit verhältnismässig grossen Zahlen Jugendlicher zu tun haben und dass infolgedessen der organisatorische Apparat unendlich viel grösser und kostspieliger ist, wie in irgend einer andern Jugendorganisation. Zur Erziehung der Maasen unserer Jugend brauchen wir zweierlei — Geld und Führer. Das eine ist so schwer zu beschaffen wie das andere. Wenn man uns aber heute noch den Vorwurf macht, dass wir als Organisation für den Zionismus noch nichts geleistet haben — was übrigens ungerecht ist — so machen wir allen diesen zum Vorwurf, dass s'e nicht zu uns gekommen sind und geholfen haben. Ich wüsste keine Jugendorganisation in Deutschland wo die Mitarbeit und Mithilfe an der Erziehung der Jugend so viel Aussicht auf Erfolge zeigt wie in den Vereinen des Makkabi. Seit Jahren laufen wir Sturm gegen die Teilnahmslosigkeit weiter Kreise unserer Gesinnungsgenossen, hier und da mit kleinen Erfolgen bedacht, ist es uns nicht gelungen, den passiven Widerstand zu brechen. Wir stiessen sogar manchmal auf aktiven Widerstand. Wir wollen nicht verkennen, dass ein Teil der Gesinnungsgenossen unserer Arbeit wohlwollend gegenübersteht, aber — mit der notwendigen Distanz. Zur aktiven Mitarbeit reicht dieses zur aktiven Wohlwollen nicht und das ist es, was wir brauchen. Wir stehen seit Jahren in einem 2-Frontenkrieg. Die eine Front nehmen unsere politischen Gegner die neutralliberalen Juden ein, die andere Front bildet die Trägheit unserer eigenen Freunde. Wir wissen nicht wie lange wir, d. h. die jetzigen Träger der Arbeit, noch in der Lage sind, auf unserm Posten auszuhalten. Aber wir wissen, dass auch wir einmal müde werden müssen. Nochmals richten wir an alle Zionisten die Bitte, aktiv mitzuhelfen bei der grossen und dankenswerten Aufgabe der Erziehung unseres Nachwuchses. Wir brauchen Menschen und Geld. Alfred Cahn. BBBflBBBBBBBBBBflflflBBBBaflBBBBBBBBBBflBB ■ j Warenhaus Wronker \ I b Frankfurt am Main ®<s>© ■ ■ ■ Günstige Bezugsquelle aller Artikel ■ ■ für Mode, Luxus- und Hausbedarf.! ■ ■ Unsere PHngstfcihrr. Man hat im Bar-Kochba schon manche Fahrt über sich ergehen lassen müssen. Schon oft hat man mit Sonntagstirolern Wanderungen unternommen, ganz schweigen aber will ich von den vielen Treffahrten mit mehr oder minder grossen Erfolgen. Aber noch nie glaube ich haben sich alle insgesamt so köstlich austummeln können, wie gerade auf dieser Fahrt. Es war auch eine Treffahrt, sogar eine vom südwestdeutschen Gau. Aber es war gut, dass nur Köln und Frankfurt und von beiden nur ein kleiner Kreis mit dabei waren. Wir haben auf dieser Fahrt vielleicht einen Grundstein gelegt. Von kleinen Fahrten habe ich schon öfters schönes erzählen hören und staunt liebe Frankfurter Mädels in Hamburg haben die Bar-Kochbanerinnen ganz ohne Jungens eine Treffahrt mit Hannover in der Lüneburger Heide gemacht. Ganz inoffiziell aber — nein gerade dadurch sehr schön. Das Wetter war zwar nicht sehr schön, aber ich habe während der ganzen Fahrt kaum einen sich darüber beklagen hören. Jeder war zufrieden so wie es war. Wie vergnügt waren alle, obwohl unsere wackeren Führer eher Kreuzworträtsel zu lösen schienen als der Landkarte nach zum Dreifeldersee zu gelangen; nicht einmal geweint hat die liebe Margot als Sie ganz unfreiwillig ein Moorbad nehmen konnte. Und erst nachher als unsere wackeren Köche Fritz und Kurt (prima prima) die herrlichsten Gerichte dampfend servierten, da wollte mein Herz nichts mehr — und die andern sind trotzdem auch satt geworden. Und Hachenburg das ist ein Kapitel für sich. Solch schöne Scheunen gibt es sicher überhaupt nur in Hachenburg, unsere Mädels aber hatten die herrlichsten Quartiere und dass ein paar (paar gross geschrieben) hübsche Mädels uns Jungens dort erwarteten, das kann nur allen denen, die nicht mit waren den Mund noch wässriger machen. Dann abends bis die Meute schlief da hafte jeder noch was zu sagen und zu zicheln bis Kurt Oestreichers Pijama uns an den Zweck der Scheune erinnerte. Gute Nacht Kleiner t