Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 1 (5.1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Beachtet unsere Unserenten! stündiger Fahrt wird in Koblenz halt gemacht. Die willkommene Unterbrechung wird dazu benutzt um den übrigen Passagieren des „feurigen Elias" zu zeigen was eine Staffel ist. Der Bahnsteig dröhnt wieder vom Laufschritt der tapferen Athleten. Währenddessen zeigen einige der (Tran-)Sportleute den Nationaltanz ihres Volkes. Die Fahrt geht weiter, bei anbrechenden Morgen schleicht der Nord-Süd-Express mit wahnsinniger 20km- Geschwindigkeit durch das schöne Rheintal mit seinen blühenden Gärten. Am Bahnhof in Mainz morgens 6 Uhr begeisterter Empfang durch die Mainzer Stammesbrüder. Ein 10 minutenlanger Weg führt die Teilnehmer der Reise in einer halben Stunde zur nächsten Jugendherberge. Dann kommt der dramatische Höhepunkt des Vormittages. Feierlich erklärt der Führer der Mainzer Sportbrüder, dass er nicht wisse, wohin sein Weg führe und da zeigt sich die ganze Grösse der wackern Schar, trotz grösster Ermüdung findet sie den Weg zur nächsten Malzkaffee spendenden Hütte. Erfrischt sehen wir die Expedition ihren mühevollen Weg gen Mainz zurück weiterschreiten, durch Sandwüsten, über Berg und Tal. Die Stadt der wohlriechenden kleinen Käse schläft noch, da pochen sie schon an die Tore der verschiedenen Schulen, die sich ihnen nicht öffnen wollen. Schließlich hat der Wächter des letzten Schultores Mitleid mit der Schar und öffnet ihr. Die Mittagssonne brennt heiss, die Glocken der Mainzer Synagogen läuten die 12. Stunde, gerade ist das grosse Schauturnen des südwestdeutschen Makkabi- Gaues beendet, da stürzen sich die Anhänger des Kriegshelden B.ir-Kochba auf die Teilnehmer der Kölner Expedition, deren Ankunft bereits durch Marathonläufer auf der elektrischen Strassenbahn bekannt geworden war, um sie zum gastlichen Mahl einzuladen. Dank der Ausdauer und dem langjährigen Training konnten sich die meisten der auf sie einstürmenden Uebermacht erwehren, nur wenige erlagen der lockenden Versuchung. Der 3. Akt beginnt, wir sehen die Häuptlinge des Bar-Kochba-Stammes auf dem Makkabigaul dahinreiten und friedlicher Beratung pflegen. Die Sonne sendet ihre heissesten Strahlen über das Feld und der grosse Wettkampf der Stämme beginnt. Nach einleitenden Handballspielen untergeordneter Mannschaften betreten die Kölner unter tosendem Beifall der Menge das Stadion. Schon ehe das Kommando ertönte gibt ihnen die öffentliche Meinung den Sieg, sie gewannen den 2-Runden-Slillauf in bestechender Form mit 750 m Vor- ♦♦♦♦»»♦♦ ♦♦♦♦? O <> <> <> o t Feine Herrenschneiderei ax Levi <>• Großes Lager in engl. u. deutschen Stoffen o | | Seilerstr. 17 o £ #«**<&3m^#* *<im^<&##* Tel, Taunus 2018 Sprung. Kampf reihte sich nun an Kampf bis die anbrechende Nacht Halt gebot. Noch sollten unsere Helden nicht zur Ruhe kommen, wieder beginnt der Sturm auf die Mägen, jeder wusste lockendere Leckerbissen zu nennen, mit denen der knurrende Magen gefüllt werden sollte. Aber diesmal zeigen sie geschlossene Disciplin und nicht einer begeht Fahnenflucht. 4. Akt. Bei strahlendem Glanz der Lichter und frohem Geschwätze sehen wir die Zukunftshoffnung des alten Volkes sich im Kreise nach dem Takt der Musik drehen. Die Mitternachtsstunde mahnt zum Aufbruch. Bekränzt mit Ruhm und Siegestrophäen geht es dem Bahnhof zu um nach vielstündiger Fahrt wohlbehalten, von den Müttern mit Vorwürfen, von den Vätern mit Hieben empfangen zu werden. Appafett. biebc; Uungens und IMdeis. Als die letzte Makkabi-Obmännertagung in Magdeburg den Beschluss fasste, den deutschen Kreis in Bezirke oder Gaue einzuteilen, war man sich vollkommen klar, dass die räumlichen Entfernungen zwischen den einzelnen Bar-Kochba-Vereinen, einer gemeinsamen Arbeit wie auch bisher grosse Hindernisse in den Weg legen würden. Aber Schwierigkeiten sind dazu da, um überbrückt zu werden; wenn wir uns auch nicht sonntäglich treffen können, so glauben wir doch häufiger wie bisher mit unseren Turnbrüdern, wenigstens mehrere mal im Jahr zum friedlichen Weltkampf und Meinungsaustausch zusammen kommen zu können. Den Auftakt der Arbeit des südwestdeutschen Gaues bildete das Mainzer Sportfest, das, wenn auch nicht in allen seinen Teilen vollauf befriedigend verlaufend, uns menschlich einander näher brachte. Das nächste Treffen wird Pfingsten sein, die Kölner haben es übernommen die Fragen der Unterkunft zu regeln. Um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen und die Fahrkosten so niedrig wie möglich zu halfen, werden wir als Treffpunkt einen Ort im Westerwald wählen, (etwa zwischen Limburg und Hachenburg) auf dem halben Wege zwischen Köln und Frankfurt. Genaueres erfahrt Ihr noch. Festgelegt ist bereits, dass jede Gruppe sich selbst verpflegen muss, es wird abgekocht, Quartier wird in Jugendherbergen beschafft. Auch zum Schwimmen wird Gelegenheit gegeben werden. Wenn wir es nicht bindend angeben, so glauben wir doch, dass die Unkosten der Fahrt nicht mehr wie 8.— Mk. betragen werden. Spart rechtzeitig, damit möglichst viele teilnehmen können A. K. Der Sau-Werbetag in ülainz. Ueber die Bedeutung des Tages ist schon genug vorher und auch in dieser Zeitung berichtet worden, sodass mir als gewissenhafter Chronist nur noch übrig bleibt die Veranstaltung selbst in kurzen Zügen zu schildern. Vorausgesagt sei, dass die Leitung zwar sehr bemüht war, das Fest gut zu gestalten, dass ihr aber die Erfahrung fehlte, um alles mustergültig vorzubereiten. Von diesem Gesichtspunkt aus war die Veranstaltung ein Erfolg. Soll ich die nie geprobten und doch klappenden Massenfreiübungen unter Leitung des Frankfurter Trainers Herrn Holler zuerst nennen, oder die Staffeln und Spiele einer näheren Kritik würdigen? Ich glaube das erübrigt sich. Die Handballspiele waren recht schön, doch war es vielleicht für den an den einzelnen Mannschaften nicht persönlich interessierten Zuschauer etwas eintönig, nur Handballspiele zu sehen. Die Staffeln boten eine kleine Abwechslung. Die Jugendstaffel gewann Köln vor Frankfurt während die Herren- Staffel von Frankfurt vor Wiesbaden gewonnen wurde, Ein gemütliches Beisammensein beschloss. die Veranstaltung. Die Resultat : der Handballspiele sind folgende: Bar Kochba Frankfurt 11—Hakoah Wiesbaden II 2:2 Bar Kochba Frankfurt Jug.—Bar Kochba Mainz I 6:1 Bar Kochba Frankfurt I.—Hakoah Wiesbaden I 2:6 Im Juli dieses Jahres wird der Bar Kochba Frankfurt a. M. voraussichtlich ein grosses Gausportfest veranstalten. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben Auch sei darauf hingewiesen, dass „Hamakkabi" das Organ des Makkabi Weltverbandes seit vorigem Monat wieder regelmässig erscheint. Zahlt eure Beiträge pünktlich! Posticheckkonto 57033