Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1926-1927
- Issue
- 1 (5.1926)
- Date
- 1926-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MITTEILUNGEN des im deutschen Kreis des südwestdeutschen Gaues Makkabi Weltverbandes Mai 1926 Nr. 1 Jahrgang 1926 Jjar 5686 Alle Rechte vorbehalten. Einsendungen müssen bis zum 20. jeden Monats im Besitz der Schriftleitung sein. Schriftleitung und Inserate; C o s i m o B r.ü n e 11, Reuterweg 66. H. 5007 Bar-Kochba, der Führer jenes Heldenhäufleins, welches mit aufopfernder Liebe zu seinem Volke dem röm. Severus den Vormarsch gegen die Judenheit wehrte, jene Juden, welche mit einer in der Geschichte selten dagewesenen Zähigkeit ihre Stadt gegen die in jener Zeit als unbesiegbar geltenden Römer verteidigten, haben wir uns zum Vorbild genommen und ihren Namen auf unseren Wappen geprägt. Wir nennen uns Bar-Kochba, denn Bar-Kochba war es, der den Juden, die in trostloser Versunkenheit zu verkümmern drohten, jenen Elan weckte, der in ihnen den Drang wachrief ein freies Volk zu sein und nicht ein Leben der Utopie, ein Leben der Knechtschaft zu führen, Wir wollen uns nicht ausruhen auf den Taten unserer Ahnen, sondern mit demselben Eifer, wie jene ihre Heimat verteidigten, wollen wir für diese werben. Ist es nicht das höchste Ideal eines Menschen, daß ein in der Diaspora lebendes Volk in den Besitz seiner früheren Heimat kommt? Ist es nicht die Pflicht eines jeden Juden dafür zu kämpfen, daß wir wieder ein Land haben, eine Sprache sprechen und ein Volk sind? Gibt es ein höheres, edleres Ziel als für die Wiedergeburt seiner eigenen Nation zu kämpfen? Ihr, die Ihr von dieser Idee beseelt seid, die Ihr sie in Euer Innerstes aufgesaugt habt, an Euch ergeht der Ruf, diese Idee nicht nur zu tragen, sondern für sie zu werben. Damit wir für jene Idee intensiver arbeiten können vurde der deutsche Kreis des Makkabi-Weltverbandes in fünf Gaue eingeteilt weiche die Aufgabe haben den Konnex der einzelnen Vereine, den Konnex der Mitglieder dieser Vereine enger zu gestalten, um dann gemeinsam die Arbeit zu leisten, die der einzelne auf sich selbst angewiesen, nicht vollbringen könnte. Aus diesem Grunde wurde das Mitteilungsblatt des Bar-Kochba Frankfurt zur Südwestdeutschen Gauzeitung umgestaltet, denn durch eine Zeitung ist uns die Möglichkeit gegeben unsere Gedanken mit allen Mitgliedern auszutauschen und uns gegenseitig in unserem Streben zu fördern. Wir erwarten daher, daß Ihr Euch alle aktiv an dem Aufbau dieser Zeitung beteiligt. Die jüdischen Sportvereine in Deutschland. Von Alfred C a Ii n, Köln. Das Problem, das uns heute wieder beschäftigt, ist so alt wie die jüdische Tumnud Sportbewegung überhaupt. In der richtigen Erkenntnis, daß eine jüdische Sportbewegung nur unter Voranstellung nationaler Ziele Existenzberechtigung hat, wurden vor 25 Jahren die ersten Sportvereine gegründet. Das Erziehungsprograiiim war in der Praxis recht einfach. Man bemühte sich, die Mitglieder zu bewußten Juden zu erziehen und den Beweis zu erbringen, daß auch das „Volk der Händler und Schnorrer" zu gleichen Kraftleistungen fähig sei wie die christliche Umwelt. Die Zeit .brachte es mit sich, daß die eigentliche Tendenz mehr und mehr vergrößert wurde, es wurden keine Forderungen an den Einzelnen gestellt; man war damit zufrieden, wenn ein- bis zweimal jährlich gelegentlich eines Mäkkabäer- oder Purimfestes ein Zusammenhang mit der Geschichte des jüdischen Volkes konstruiert wurde. Hin und wieder auch prallten die Gegensätze zwischen den Nationaljuden — die Bezeichnung Zionist wurde seltener angewandt — und den anderen philo-nationaljüdischen Mitgliedern härter aufeinander. Man nahm den national jüdischen Charakter der Turnvereine nicht allzu ernst und die es ernst damit meinten, glaubten eines Tages aus der Masse der Indifferenten leicht feste Anhänger des Nationaljndentums zu gewinnen. Dann kam der Krieg und dessen Ende brachte mit dem Aufschwung der allgemeinen Sportbewegung auch ein Anwachsen des jüdischen Sports, d. h. des Sports unter Juden. Mit dem Erstarken der Vereine traten auch Gegensätze schärfer zu Tage. Der Zionismus war durch die Balfourcleklaration in das Stadium der Verwirklichung getreten, das Bekenntnis zum Nationaljudentum wurde folgerichtig in ein Bekenntnis zum-Zionismus umgewandelt und jetzt zeigten sich die Fehler der jahrelangen Laxheit in den jüdischen Fragen und dem Bekenntnis zur eigentlichen Tendenz. Mitglieder, an die ernstlich niemals zionistische Forderungen gestellt waren, wehrten sich mit dem Recht langjähriger Vereinszugehörigkeit gegen die Neuerungen, die nichts weiter waren als die etwas konsequenter aufgefaßten Forderungen nach Erfüllung nationaler Pflichten. Die wirklich zielbewußten Zionismen besaßen nicht die Tatkraft, ihren Idealen zum Durchbruch zu verhelfen, zumal vielfach persönliche Freundschaftsbande sie mit diesen zionistisch indifferenten Mitgliedern verband. Dort, wo man energischer an die Aufgaben heranging, erwiesen sich Trennungen notwendig. Entweder gingen die Zionisten und ließen die Verwaltung der Vereine in den Händen der anderen oder umgekehrt. Es gab aber noch eine dritte Möglichkeit — keine der beiden Gruppen ging, sondern nach dem Gesetz der Trägheit oder auch der Anhänglichkeit blieb alles wie es war —, die heiklen Punkte wurden vorsichtig umgangen. Das ist der Zustand, der heute noch auf viele Vereine zutrifft. Wir TTT' p'$T