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Das jüdische Echo · 1930-11-28 · 48 (28.11.1930) · p. Seite 688

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
48 (28.11.1930)
Date
1930-11-28
Page
Seite 688 (sequence 12)
Language
German
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688 Das Jüdische Echo Nr. 48 Hussein zum König von Hedschas, 1923 nach Abschaffung des Kalifats in der Türkei zum Kalifen proklamiert. Da sich Hussein stets geweigert hatte, den ihm von England vorgelegten Anglo- Hedschas-Vertrag wegen der ihm zugesprochenen Anerkennung der Balfourdeklaration zu unterzeichnen, erklärte England seine Neutralität in den Kämpfen zwischen Hussein und dem Führer der Wahabiten, Sultan Ibn Saud vom Nedsch. Die Kämpfe führten zur vollständigen Niederlage Husseins, der 1924 des Thrones verlustig ging und bei seinem Sohne, dem Emir von Transjordanien Zuflucht suchte. Auf Veranlassung der englischen Regierung, die einen Einfall Ibn Sauds in Transjordanien befürchtete, mußte jedoch Hussein Transjordanien verlassen und dauernd auf Cypern Aufenthalt nehmen, wo er seither in sehr bescheidenen Verhältnissen lebte. Gemeinden- und Vereins*Echo Verein für jüdische Museen in Bayern Im Sommer dieses Jahres hatten sich unter dem Eindruck der in München durch den Verband Bayer. Israel. Gemeinden in Verbindung mit der Kultusgemeinde München veranstalteten „Ausstellung jüdischer Kult-Geräte und -Einrichtungen für Synagoge und Haus“ Männer und Frauen aus allen Kreisen der bayerischen Judenheit vereint, um das in Bayern überkommene Kunstgut aus jüdischer Vergangenheit zu bewahren und zu pflegen, wo es gefährdet ist. Diese Bemühung führte zu der nun erfolgten Gründung des „V e reins für jüdische Museen in Bayern E. V.“. Der Verein bezweckt die Sammlung und Pflege 1. von jüdischen Altertümern, die geschichtlichen, kulturellen oder künstlerischen Wert besitzen; 2. von Werken jüdischer Kunst; 3. von Abbildungen von Persönlichkeiten, Bäulichkeiten und Gegenständen, die für das Judentum von wesentlichem Interesse sind; 4. von Archivalien, Handschriften und Druckwerken, welche die jüdische Geschichte und Literatur betreffen. Dabei wird auf Sammlung solcher Gegenstände, die für die Geschichte und Kultur der Juden in Bayern Bedeutung haben, besondere Rücksicht genommen werden. Der gewählte Vorstand setzt sich aus Persönlichkeiten aus allen Landeskreisen zusammen. Die nächste Aufgabe wird die Bereitstellung von Mitteln sein, damit zu geeigneter Zeit durch Erwerbungen das schon Vorhandene vermehrt werden kann. Die Aufstellung und Zugänglichmachung der Sammlung in würdiger Form ist das wichtigste Ziel des neuen Vereins. Es ergeht an alle Interessenten die höfliche Bitte, ihren Namen dem 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Leo Baerwald, München, Hayndstraße 10, oder dem Geschäftsleiter, Herrn Theodor Harburger, München, Augustenstraße 53, angeben zu wollen. Auskünfte werden jederzeit gerne erteilt. Schekelaktion 5691 Die Exekutive hat beschlossen, im Februar 1931 einen ordentlichen Kongreß abzuhalten. Der Kongreß, die oberste Instanz, soll in diesem historisch bedeutsamen Zeitpunkt der gesamten Welt den unerschütterlich festen Willen und die unbeugsame Entschlossenheit der Judenheit zum Aufbauwerk in Palästina zum Ausdruck bringen. Es wurde festgesetzt, den Schekel 5691 als Protestscheckei gegen die augenblickliche Politik der englischen Regiernug zu proklamieren. Jeder Schekelzahler soll sich bewußt sein, daß er durch die Zahlung seines Schekels teilnimmt an der großen Aktion des zionistischen Protestes gegen das Unrecht, das dem jüdischen Volk durch den Kurs der jetzigen englischen Regierung zugefügt wird. Ein imponierendes Ergebnis der diesjährigen Schekelaktion soll der Welt zeigen, daß die Judenheit geschlossen hinter der Forderung auf Durchführung der Balfourdeklaration und des- Mandats, dem Geist und dem Wortlaut nach, steht. Da durch die Vorverlegung des Kongresses um ein halbes Jahr die Schekelaktion schon im Dezember abgeschlossen sein muß, werden sämtliche Schekelblockinhaber dringend gebeten, sich sofort für die Schekelsammlung energisch einzusetzen und diese vor allem auf die Unorganisierten, besonders die zionistischen Familienangehörigen und die zahlreichen Jugendlichen auszudehnen. Die Zionistische Ortsgruppe München veranstaltet gemeinsam mit der Jüdischen Frauengemefaischafk und dem Jungzionistischen Arbeitskreis am Mittwoch, dem 3. Dezember, 20.30 Uhr, im Lessingsaal einen Ausspracheabend über das Thema „Staat und Judentu m“, an dem auch Gelegenheit sein wird, die Bedeutung der gegenwärtigen politischen Situation für die deutschen Juden zu erörtern. Herr Dr. Siegbert Feucht wa nger, der über diesen Gegenstand bereits mehrere wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht hat, wird einleitend referieren. Die Einführung von Gästen zu diesem aktuellen deutsch-jüdischen Problemen gewidmeten Abend ist besonders erwünscht. Der Jungzionistische Arbeitskreis hatte am 24. November zu einer Protestkundgebung gegen die englische Regierungserklärung eingeladen. Herr Dr. Emrich sprach in der gutbesuchten Versammlung über das Thema „Nach der englischen Regierungserklärung“. Er führte aus, daß durch das neue Weißbuch, welches auf dem Simpsonbericht beruht, die englische Regierung ihre Mandatsverpflichtungen und ihre Verpflichtungen aus der Balfourdeklaration gebrochen habe. Der Reddner setzte sich sodann mit den Vorwürfen auseinander, die der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina und dem Keren Kajemeth in dem Weißbuch gemacht werden. Es werde sich ein offener Konflikt mit der derzeitigen englischen Regierung nur sehr schwer vermeiden lassen; die Juden seien heute allein auf sich angewiesen; sie müssen deshalb in dieser ernsten Stunde des Palästinawerks ihre Arbeit den Zionistischen Organisationen zur Verfügung stellen. Herr Marx forderte die jungen Zionisten auf, sich an der Schekelaktion rege zu beteiligen. Herr Rosenthal wies auf die Notwendigkeit der Mitarbeit am Keren Kajemeth hin und schlug folgende Resolution vor, die einstimmig angenommen wurde. Die am Montag, dem 24. November 1930 (4. Kislew 5691), versammelten jungen Zionisten haben einmütig folgende Resolution gefaßt; Zutiefst erschüttert und empört über die wortbrüchige, der Mandatsverplichtung und der Balfourdeklaration hohnsprechenden Politik der englischen Regierung, erklären sich die Anwesenden solidarisch mit dem Jischuw und allen Zionisten

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