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Das jüdische Echo · 1930-11-07 · 45 (7.11.1930) · p. Seite 642

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
45 (7.11.1930)
Date
1930-11-07
Page
Seite 642 (sequence 14)
Language
German
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642 Das Jüdische Echo Nr. 45 Welt. Hand in Hand mit der Säkularisierung gellt die Individualisierung, die dem Orientalen ein neues Selbstvertrauen gibt, die dort einen Kampf der Söhne gegen die Väter, erstmals eine Jugendbewegung hervorgerufen, eine neue Auffassung der Ehe, der Erotik überhaupt und eine Änderung in der Stellung der Frau herbeigeführt hat. Die stärkste revolutionierende Kraft im orientalischen Leben hat jedoch das Aufkommen des nationalen Gedankens. An einem Vergleich mit der europäischen Entwicklung und Auffassungen des Nationalismus, wie sie sich in den Werken der Juden Andre Spire und Richard Beer-Hoffmann widerspiegeln, zeigte Dr. Kohn wie die Fichtesche ,..Verflechung des Himmlischen ins Irdische“, die den Nationalismus in seinem Beginn kennzeichnet, wenn auch in seiner Weiterentwicklung die Dämonie oft allzu mächtig wird, auch im Orient empfunden wird und wie das Wirken desNationalgefühls trotz aller hemmenden Tendenzen im Verein mit den Einflüssen der modernen Technik und des Verkehrs eine Angleichung des Orients an die bürgerliche Welt herbeiführt und damit die Grundlage eines „kommenden Reiches“ der menschlichen Oekumene auf der Erde bilden könnte. Bar-Kochba. Sportabteilung. Bei der letzten Versammlung der Sportabteilung wurde nach Entgegennahme der Berichte über das verflossene Geschäftsjahr und nach lebhafter Aussprache über die zukünftige Gestaltung der Abteilung folgende Leitung gewählt: Leiter der Sportabteilung: Leo Fleischer, St- Paul-Straße 9 (Tel. 55197). Schriftführer: Oskar Gröbel Rothmundstraße 8. Jugend I: Jos. Orljansky, Gudrunstraße 3 (Tel. 90 5 61). Jugend II (Fußball): Max Kalter, Kanalstraße 8 (Tel. 21 3 55). Spielführer der Handballmannschaft: Fred Goldstern, Widenmayerstraße 46. Tischtennis: Jos. Kornhauser, Rumfordstraße 46. Beisitzer: Ludwig Jericho, Briennnerstraße 6/1. Bar-Kochba. Sportabteilung. Sämtliche Handballspieler und Leichtathleten müssen Sonntag, 9. November, vormittags halb 10 Uhr. auf dem Säbener Platz sein. Die erste Handballmannschaft spielt gegen Sport-Vereinigung Siemens, die übrigen trainieren unter Leitung des Sportlehrers Breit. Wir hoffen, daß sämtliche Aktive pünktlich und bestimmt zur angesetzten Zeit erscheinen. Die Leitung. Bar-Kochba. Abteilung Fußball. Zwecks Gründung einer Herren-Fußballmannschaft werden noch einige Herren benötigt. Interessenten werden ersucht, sich schriftlich an Willi. Weißmann, Richard-Strauß-Straße 5/0, zu wenden, oder am Sonntag von 10 bis 12 Uhr am Säbener Platz beim Training. W. W. Bar-Kochba. Damen-, Mädchenu. Kinderabteilung. Der Turnbetrieb in sämtlichen Abteilungen ist in vollem Gang. Die Mädchenabteilung turnt jeden Montag von 6 bis 7 Uhr, die Damenabteilung I Montag von 7 bis 8 Uhr, die Damenabteilung II von 8 bis 9 Uhr in der Luisenschule. Die Kinderabteilung I (größere Kinder) turnt jeden Mittwoch von 3 bis 4 Uhr, die Kinderabteilung II (kleinere Kinder) von 4 bis 5 Uhr in der jüdischen Volksschule an der Herzog-Rudolf- Straße Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder regelmäßig zum Turnen zu schicken. Jüdischer Jugendverein München I. Donnerstagabende. Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1 (Rückgeb.). Beginn: 20.30 Uhr pünktlich! 13. November 1930. Herr Alfr. Obermayer spricht über das Thema: „Der Angestellte“. II. Freitagabendfeiern regelmäßig im Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1. Beginn 20.30 Uhr. Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, sind herzlichst willkommen. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 8. November 1930, abends 20.30 Uhr, findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, ein Vortrag über „Dostojewski und die Juden“ statt. Gäste herzlich willkommen. Wir verweisen nochmals auf den jeden Montag abends, 20.30 Uhr, stattfindenden jiddischen Kurs. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Geschäftliches Ein jüdisches Pensionat in der Schweiz Pensionate gibt es allenthalben und besonders am Genfersee liegt eines neben dem anderen. Es soll daher auch durchaus mit diesen Zeilen unseren Lesern nicht nur mitgeteilt werden, daß in Lausanne, La Rosiaz, ein ganz neues Haus als Pensionat eingerichtet wurde, sondern vor allem, daß den jungen Mädchen in diesem Hause eine wahrhaft jüdische Erziehung erteilt wird. Die Vorsteherin des auch in Deutschland wie in anderen Ländern bestbekannten jüdischen Pensionates „La Feuillee, Mme. E. Lilienfeld, sah sich gezwungen. ihre Räume zu erweitern und ihr Haus zu vergrößern. Sie und ihre pädagogisch vorzüglichen Mitarbeiterinnen werden auch in dem neuen Gebäude ihren Grundsätzen treu, ihre Schülerinnen auf allen lebenswichtigen Gebieten unterrichten und sie gleichzeitig zu tüchtigen Jüdinnen erziehen. Dazu kommt, daß das neue Haus La Ramee in gesündester Luft, außerhalb der Stadt in einem großen Garten gelegen ist und eine herrliche Aussicht auf den Genfer See, die Alpen und das Juragebirge bietet. Der Aufenthalt in „La Ramee“ ist daher geeignet, unseren Kindern auch auf diesem Gebiete Eindrücke zu vermitteln, die ihnen nie mehr verloren gehen werden. Allen, denen ihre Mittel erlauben, ihren Kindern einen, vielleicht auch nur kurzen, Aufenthalt im Ausland zu gewähren, darf man daher raten, sie der Obhut dieses Pensionates anzuvertrauen, wo sie sich schon dank der Einstellung der Leitung des Hauses, vom ersten Tage an wohl fühlen werden. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationalfowds Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24565 Fernsprecher München 297449, Nürnberg 21912 Zentrale für Deutschland« Berlin W 15 Meinekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 5 vom 28. Oktober bis 4. November 1930 Goldenes Buch Henny Reich: Die Mitglieder der Jüdischen Frauengemeinschaft sagen ihrer lieben Henny Reich anläßlich ihrer Abreise nach Palästina herzlichst Lebewohl 70.—.

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