Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 45 (7.11.1930)
- Date
- 1930-11-07
- Page
- Seite 631 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nummer 45 7. November 17. Jahrgang 10 Jahre Keren Hajessod Aufruf des Keren-Hajessod-Direktoriums Von einem schweren Schlag fühlt sich die Judenheit in Erez Israel und das gesamte Judentum, das mit dem Werke des Jüdischen Nationalen Heims verbunden ist, getroffen. Aber wie der Jude Palästinas keinen Augenblick wankend wird in seinem Glauben und in seiner Gberzeugung, weil das Werk des Aufbaus verwurzelt ist in der tiefen Sehnsucht des Juden nach Zion, so wird die Kraft nicht brechen, durch die sich das gesamte Judentum in Opfer und Leistung für Erez Israel vereint hat. Es ist gerade ein Jahrzehnt, daß der Keren Hajessod geschaffen wurde, durch den sich die jüdische Opferwilligkeit und der jüdische Aufbauwille offenbart haben. Auf seine moralische und materielle Kraft mehr denn je vertrauend, richten wir in dieser Stunde an alle unsere Mitarbeiter und Freunde die Aufforderung: Bleibet stark und treu! In unserer eigenen Kraft liegt die Gewähr unseres Erfolges. Wir dienen einem großen Ideal. In diesem Dienst werden wir in Zeiten schwerster Prüfung nicht wankend werden. Dies unsere Entschlossenheit ist der Beweis vor dem Judentum und vor der ganzen Welt, daß Arthur Hantke unser Hoffen und unser Tun auf unerschütterlicher Grundlage beruht. Jeder Einzelne kann und muß jetzt zeigen, daß es ihm ernst ist um die Sicherung unseres Werkes, um seinen Ausbau und seine Vergrößerung im Geiste der Selbstbefreiung. Die Freiheit, die wir selbst uns schmieden, wird dauern. Die gewonnenen Positionen müssen gestärkt und befestigt werden: die jüdische Stadt und das Dorf, die jüdische Schule, unsere Industrie. Wenn erst jede Spanne Boden, die sich in jüdischen Händen befindet, besiedelt wird, wenn alle wirtschaftlichen und kulturellen Energien fruchtbar gemacht werden, dann kann der Weg einer weiteren organischen Entwicklung des jüdischen nationalen Heims durch keine Macht der Welt versperrt werden. Wir beginnen jetzt das zweite Jahrzehnt des Keren Hajessod, unserer Arbeit für Volk und Land. Seid stark im Glauben und in der Arbeit und helfet uns, durch den Keren Hajessod der Zukunft den Weg zu bereiten. Leo Jäffe Oscar Wassermann Zum Jahrzehnt des Keren Hajessod Es bedarf nicht erst meiner Worte, um Zeugnis abzulegen für die wertvolle Arbeit, die der Keren Hajessod während der ersten zehn Jahre seines Bestehens geleistet hat. Der Keren Hajessod hat in ausschlaggebender Weise und in einem sehr hohen Grade zu der wichtigen Entwicklung beigetragen, die in Erez Israel vor sich ging. Die Früchte seiner Arbeit sind in allen Teilen des Landes sichtbar. Der Keren Hajessod war es, der die Einwanderung von hunderttausend neuen Menschen, die Gründung von Dutzenden neuer Siedlungen. die Erhaltung unserer Schulen und die Förderung unseres Gesundheitswesens ermöglicht hat. Ich, der ich mich selbst an der Aufbringung seiner Mittel in der Alten und Neuen Welt beteiligt habe, kann die mit der Arbeit verbundenen Schwierigkeiten abschätzen, aber auch den Erfolg würdigen, der allgemein erzielt wurde. In einer Zeit begonnen, in der der Enthusiasmus alle weit und breit in Bann schlug, in der es unmöglich war, die Hindernisse vorauszusehen, die sich später in den Weg stellten, ist der Keren Hajessod seither zum wichtigsten Kolonisationsfonds geworden, der die Idee der jüdisch-nationalen Heimstätte zur Wirklichkeit macht. Von der Dauer und Beständigkeit seiner Erfolge wird das Maß unseres Fortschrittes in Zukunft abhängen. Diejenigen, die dieses Maß vergrößern wollen — und wer will es nicht? — haben es in ihrer Hand, eine Änderung zu erzielen. Ich hoffe, daß die große Schar der Mitarbeiter, die während des vergangenen Jahrzehnts auf verschiedene Weise so energisch und hingebend für den Keren Hajessod gewirkt haben, in den kommenden Jahren ihre Anstrengungen verdoppeln werden „um unseres Volkes und unseres Landes willen“. Chaim Weizmann * Zehnjähriges Jubiläum des Keren Hajessod! Welch gewaltiges Vertrauen, welch tiefer Glaube muß jene Konferenz im Jahre 1920 bewegt haben, die den Beschluß faßte, durch freiwillige Spenden für eine zentralen Fonds dem jüdischen Kolonisationswerk in Palästina seine materielle Grundlage zu geben. Sonst kolonisieren Staaten mit ihren Machtmitteln; für uns Juden war der Keren Hajessod Grundlage und Symbol für die Neubesiedlung unseres alten Stammlandes. Die zerstreuten Kinder Israel unternehmen es, getrieben von uralter Sehnsucht, ihr nie vergessenes uraltes, ihnen in allen Zeiten ihres Daseins gegenwärtiges Mutterland neu zu erbauen, ohne Waffen und im Vertrauen auf ihr Recht und auf die eigene Opferwilligkeit. Dem Fonds gab man den Namen Keren Hajessod, das heißt: Fonds für das Fundament. Wie wir mit Freude die verheißungsvollen Namen unserer ältesten Siedlungen als Zeichen für das Gelingen unseres Werkes empfinden: Petach Tikwah, das Tor