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Das jüdische Echo · 1930-10-10 · 36 (10.10.1930) Der Aufstand · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
Romanbeilage des Jüdischen Echo
Issue
36 (10.10.1930) Der Aufstand
Date
1930-10-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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R O M A N-B E IL A GE DES „JÜDISCHEN ECHOS“ DER AUFSTAND VON J. OPATOSCHU Aus dem Jiddischen von Siegfried Schmitz (Copyright 1929 by Welt-Verlag, durch Dr. Präger, Pressedienst, Wien) 34. Fortsetzung * Das feindliche Feuer wurde stärker. Die Zaven rückten weiter vor und näherten sich den Rauchwolken. Wirzbicki ging voran und schrie: „Die Gewehre niedriger, hart an den Boden ... Keine Munition verschwenden!... Näher heran... Hurra!“ Plötzlich wich er zurück, flüsterte Mordechai totenbleich, als hätte ihn eine Kugel getroffen, zu: „Schlimm, Alter! Was fang ich ohne Waffe an?“ Eine feindliche Kugel hatte den Lauf seines Gewehres umgebogen. Ein riesiger Masure stürmte vorwärts. Mitten im Lauf griff er mit beiden Händen nach seinem Bauch und fiel vor Wirzbicki hin. Dieser ergriff des Masuren Gewehr. Kaum hatte er einige Schritte vorwärts getan, stöhnte er auf. „Was ist geschehen?“ fragte Mordechai. Er (hielt seine rechte Hand hin,, (die von einer Kugel durchbohrt war. „Ist es schlimm?“ „Ich kann nicht weiter. Doch du mußt vorwärts, Alter!“ Mordechai eilte den anderen nach; der Weg war voll von Toten, und zwischen den Toten reckten sich stöhnend hilflose Verwundete. Doch was tat Komarowski hier? Mordechai salutierte. „Alter, lauf’ zum Stab und verlange in Rochebruns Auftrag Verstärkungen! Wir haben bald keine Reserven mehr. Ich habe schon zwei Leute hingeschickt, doch es rührt sich nichts — wahrscheinlich sind sie nicht angekommen. Geh die Schonung entlang, der Weg ist sicherer.“ Noch während der Graf ihm den Befehl gab, war Mordechai entschlosen, den kürzeren Weg zu nehmen. Er baute darauf, das der Feind den leeren Sandstreifen, der in seiner Feuerlinie lag, fast gar nicht beschoß, es würde ja niemand wagen, dort durchzugehen ... Plötzlich erblickte er Sensenmänner und begann rascher auszuschreiten. Erst jetzt hörte er die Kugeln sausen. „Du hast ein Mordsglück, daß du mit heilen Gliedern davongekommen bist!“ begrüßte ihn der Sergeant. „Welcher Idiot hat dich diesen Weg nehmen heißen?“ „Wo ist der Stab?“ „Auf dem Hügel dort!“ Mordechai blickte in die angewiesene Richtung. Zwischen Menschen, Pferden und Wagen hindurch gelangte er auf die Spitze des Hügels. In der vorderen Reihe stand Langewitsch, neben ihm Jezioranski, Waligorski und Winicki; hinter ihnen die Adjutanten. „Wohin?“ Ein Adjutant vertrat ihm den Weg. „Zum Herrn Diktator.“ „Wozu?“ „Meldung von Oberst Rochebrun. „Um Nachschub?“ „Ja.“ „Sage dem Franzosen, daß er zu unverschämt wird.“ „Wenn keine Unterstützung kommt, werden wir alle abgeschossen. „Ich kann euch nicht helfen!“ „Was gibt es?“ — Der Stabschef Bentkowski trat näher und wandte sich an Mordechai — „Hast du eine Meldung?“ „Herr Oberst Rochebrun schickt mich her. Wir haben keine Reserven mehr. Wenn wir jedoch sofort Unterstützung bekommen, so ist es möglich, die russischen Geschütze zu stürmen...“ „Sehr gut! Der Mann hat recht.“ — Bentkopski ließ Mordechai nicht weiter sprechen und lauschte. — „Das Feuer der Zuaven entfernt sich, das bedeutet, daß die Russen weichen. Gut, wir senden sofort Unterstützung.“ Das Geschützfeuer wurde stärker. Bentkowski lief erregt hin und her. Er suchte General Smiechowski, den Befehlshaber der Sensenmänner, fand ihn jedoch nicht; kurz entschlossen hielt er Koskowski an: „Der russischen Infanterie muß der Weg abgeschnitten werden. Nimm deine Sensenmänner und führe sie sofort in Stellung; eine bessere Gelegenheit für die Sense gibt es nicht.“

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