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Das jüdische Echo · 1930-10-03 · 40 (3.10.1930) · p. Seite 566

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
40 (3.10.1930)
Date
1930-10-03
Page
Seite 566 (sequence 17)
Language
German
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566 Das Jüdische Echo Nr. 40 liehen Teil der jüdischen Jugend Berlins (etwa 1200 von 17 000); sie hat in den wenigen Semestern ihres Bestehens erreicht, daß in der Jugend anstelle der Gehässigkeit und des Haders der verschiedenen jüdischen Parteien Loyalität und wirkliche Gemeinsamkeit getreten ist; die Schule vermittelt Wissen, aber nicht nur Wissen, und sie vermittelt es in einer der Jugend gemäßen, von ihr selbst geschaffenen Form, der der Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung selbstgewählter Dozenten unter steter Selbstkontrolle des Ganzen in der Schulgemeinde. Die Leistungen der Schule, die als ihre zentrale Aufgabe ganz von selbst den hebräischen Unterricht empfindet — von 24 Kursen sind mehr als 12 ihm gewidmet — werden auch von der Öffentlichkeit anerkannt; die Kosten ihres Betriebes hat die Berliner jüdische Gemeinde übernommen. Diese wenigen Punkte aus dem umfassenden und mit wahrhafter Freude und Begeisterung über das Werk der Jugend vorgetragenen Bericht zeigen, daß es der Jugend durchaus möglich ist, Trennendes hintanzusetzen und in gemeinsamer Anstrengung aus einem, vielleicht echt empfundenen jüdischen Programme auch jüdische Wirklichkeit zu machen. Ob auch in München? Die sich an den Bericht Dr. Mayers anschließende Diskussion und weitere Besprechungen brachten darüber noch keine endgültige Klarheit; es wäre zu wünschen, daß die gewiß nicht kleinen Hemmnisse überwunden würden; es wird an dem Mut und der Verantwortungsfreudigkeit gerade der jüngeren Menschen liegen sich zu eigenen Wegen zu bekennen, sich solchen Führern anzuvertrauen, denen jugendliches Wollen und Fühlen nicht fremd geworden ist und sich denen zu entziehen, die immer wieder ihre alten Rezepte anpreisen und nicht begreifen wollen oder können, daß diese Sache mit der Aktivität der Jugend, die sich selbst als Objekt gegenübertritt, die sich selbst erzieht, steht und fällt. Es handelt sich nicht um Lehrkurse für die Jugend, nicht um Vorträge, und auch gewiß nicht nur um Vermittlung von Wissen, — wie es Dr. Mayer eindringlich klar gemacht hat — dessen Anregungen ein aufgeschlosseneres, hellhörigeres und mutigeres Auditorium sicherlich mit Entschiedenheit gefolgt wäre. I. E. Bar-Kochba. Damen-, Mädchenu. Kinderabteilung. Der Turnbetrieb in sämtlichen Abteilungen ist bereits in vollem Gang. Die Mädchenabteilung turnt jeden Montag von 6 bis 7 Uhr, die Damenabteilung I Montag von 7 bis 8 Uhr, die Damenabteilung II von 8 bis 9 Uhr in der Luisenschule. Die Kinderabteilung I (größere Kinder) turnt jeden Mittwoch von 3 bis 4 Uhr, die Kinderabteilung II (kleinere Kinder) von 4 bis 5 Uhr in der jüdischen Volksschule an der Herzog-Rudolf- Straße. Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder wieder regelmäßig zum Turnen zu schicken. Jüdischer Jugendverein I. Unsere Donnerstagabende finden wie bisher im Lessingsaal statt und beginnen 20.30 Uhr. An ihnen wollen wir im Verlauf unserer Winterarbeit die Frage zu beantworten versuchen: „Proletarisieren wir?“ Als Auftakt zu diesem Thema spricht Herr Dr. Franz Haber von der „Danatbank“ am 9. Oktober über: „Beherrscht der Kapitalismus die Wirtschaft?“ II. Unsere Freitagabende finden nach den Feiertagen wieder regelmäßig statt und zwar erstmalig am 17. Oktober im Jugendheim, Her- Zg-Rudolf-Straße 1. Jüdischer Kultur-Verein J. L. Perez, München. Eröffnungsabend. Samstag, den 4. Oktober, abends 8.30 Uhr, beginnen wir in unserem Vereinslokal, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Parterre, unsere diesjährige Saison mit einer Eröffnungsfeier. Im ersten Teil des Abends wird anläßlich des fünfjährigen Bestehens unseres Vereines über die Vorgeschichte und die Geschichte des Vereins von dem Chawerim Josef Löwy und Arnold Goldberg referiert. Der zweite Teil ist dem Gedächtnis des jüngst in Deutschland verstorbenen, anerkannten jüdischen Schriftstellers J. Majufes gewidmet. Josef Löwy wird aus dessen nachgelassenen, unveröffentlichten Werken die für den Dichter charakteristischen Stücke rezitieren. Wir bitten alle Mitglieder und Interessenten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Das Jüdische Kammerorchester München wurde vom Jüdischen Jugendverein Augsburg für den 26. Oktober zu einem Gastspielkonzert eingeladen. Wir fordern daher alle Streicher dringlichst auf, die nächsten Proben, die wie immer 20.15 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße l/°, stattfinden, pünktlich und regelmäßig zu besuchen. Jüdischer Turn- und Sport-Verein Bar-Kochba Nürnberg. Die Schwimmabteilung des Bar-Kochba, die im dritten Jahre ihres Bestehens ist, kann auf einen großen Erfolg zurückblicken. Die Abteilung, die etwa 100 Mitglieder zählt, hat in ihren Reihen 30 Besitzer des Grundscheines (bronzenes Abzeichen), 5 Besitzer des Prüfungsscheines (silbernes Abzeichen) und 1 Besitzer des Lehrscheines (goldenes Abzeichen) der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Alle diese Prüfungen wurden teils im vergangenen und in diesem Jahr abgelegt. Den Grundschein besitzen: Leo Weigert, Alfred Bachmann, Ludwig Bachmann, Robert Altmann, Martin Bravmann, Ludwig Dorn, Heinz Frank, Justin Hamburger Martin Heumann, Sig. Hirschhorn, Siegb. Mayer, Fritz Reis, Moritz Timme, Justin Freitag, Erich Gutmann, Artur Gutmann, Jul. Rosner, Hans Spiegel, Moritz Schiller, Jean Mandel, Berth. Nußbaum, Heinrich Kalter, Artur Baruch, Herta Bucki, Hansi Prager, Clemens Kalter, Dr. Rosenbaum. Den Prüfungsschein besitzen: Leo Weigert, Alfred Bachmann, Ludwig Bachmann, Rob. Altmann, Hansi Prager. Den Lehrschein besitzt: Leo Weigert. Zionistische Ortsgruppe Bamberg. Am 25. September sprach Herr Franz B r ü 11 in einer von uns unter dem Motto: „Was ist zu tun“ einberufenen und sehr gut besuchten Jugendversammlung. Ausgehend von der augenblicklichen Lage 'des deutschen und des Weltjudentums gab der Referent einen Überblick über die heutige Einstellung der jüdischen Jugend in Deutschland. Er forderte die Jugend auf, sich in den Dienst des Zionismus zu stellen, um damit eine Möglichkeit „staatsbürgerlicher“ Betätigung zu finden. An der sehr lebhaften Diskussion beteiligten sich mehrere nichtzionistische Jugendliche. Der Besuch und die Diskussion des Abends zeigte, daß auch bei der nichtzionistischen Jugend zur Zeit ein starkes Interesse an der Erörterung jüdischer Fragen vorhanden ist. Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST

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