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Das jüdische Echo · 1930-09-05 · 36 (5.9.1930) · p. Seite 509

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
36 (5.9.1930)
Date
1930-09-05
Page
Seite 509 (sequence 16)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 509 schnittenen Problemen u. a. Dr. Meier Hildesheimer (Berlin), Dr. Alphonso Paeifici (Florenz), Bin Nun (Tel-Awiw), der die Konferenz im Namen der Thora-Waawodah-Bewegung begrüßte und Dr. Würzburger und der bekannte deutsche Agudist Nußbaum. In der Sitzung vom Montag-Nachmittag spricht Jakob RoSenheim (Frankfurt a. M.) über die Arbeit des Reichsverbandes für Stellenvermittlungen. Es soll eine sabbattreue Arbeitnehmergewerkschaft gebildet werden, die bei den Regierungen Petitionen Vorbringen solle, die Interessen der jüdischen Arbeiter wahrzunehmen. Ebenso solle eine Berufsberatungs- und Ausbildungsstätte in allen Ländern geschaffen werden. Die Schlußsitzung Berlin, 31. August (JTA.). In der Vormittagsitzung des dritten Konferenztages referierte E. A. Genachowsky, Antwerpen, über „Sabbath und Jugend“. In der Nachmittagssitzung begrüßt Herr Dr. Klee, Berlin, den Kongreß im Namen der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Berlin. Rechtsanwalt David, Hamburg, hatte als Berichterstatter der Statutenkommission in deren Namen dem Kongreß die Ergebnisse intensivster Beratungen vorzutragen. Fast an die Verlesung der meisten Paragraphen knüpfte sich eine interessante und lebhafte Diskussion an. Dr. Paeifici, Florenz, wünscht die Bezeichnung des Verbandes in seinen sämtlichen Aufzeichnungen mit den hebräischen Worten und Lettern „Schomre Schabbath“. Dr. Würzburger, Heilbronn, wünscht, daß Mitglieder des Verbandes nur solche Persönlichkeiten seien, die den Sabbath praktisch bejahen. Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer, Berlin, plädiert für die Aufnahme auch solcher Mitglieder, die den Sabbath als Wesensbestandteil des jüdischen Volkes überhaupt bejahen, eine Regelung, wie sie auch der Entwurf der Statutenkommission vorsieht. Im § 4 des Statuts beantragt Herr Rabbiner Dr. Carlebach, Altona, den Zusatz f) „Einflußnahme auf die Gesetzgebung der Länder zur Erleichterung des Sabbaths“. Eine bewegte Debatte knüpft sich an den § 6 des Statutenentwurfs, der die Beziehung eines Landesverbandes zum Weltverbande regeln will. Nachdem das gesamte Statut schließlich en bloc angenommen ist, wird ein Redaktionsausschuß mit der endgültigen Fassung betraut, bestehend aus den Herren Rechtsanwalt Dr. Sulzberger, Dr. Friediger, Dr. Schlesinger, Dr. Sluys, Rechtsanwalt Dr. David. Rabbiner Dr. Winter, Lübeck, begrüßt für die sozial-pädagogische Kommission die Notwendigkeit der Einsetzung einer ständigen pädagogischen Kommission in Berlin unter Leitung von Konrektor Sinasohn, Berlin, mit dem Rechte der Kooptation. Die Resolutionen dieser Kommission werden einstimmig angenommen. Das Referat für die Finanz- und Wirtschaftskommission erstattet Herr A. Adler, Berlin. Er führt aus, die beiden Kommissionen seien entschlossen, das gesamte praktische Material und die praktischen Resultate, die der Kongreß in wirtschaftlichen Fragen gezeitigt habe, in der rechten Weise zu verwerten und sehen den rechten Weg hierzu in der Bildung einer ständigen Wirtschaftskommission mit dem Sitze in Berlin zur Bearbeitung dieser Probleme. Die dahingehende Resolution findet einstimmig Annahme. Eine Resolution in Sachen der drohenden Kalenderreform mit Blankotag wird einstimmig angenommen. Desgleichen findet eine von Rabbiner Kossowsky eingebrachte Resolution zu Gunsten der russischen Juden, sowie eine von Raw Werner- Rosch-Pinah begründete Palästina-Resolution Beifall und Annahme. Zum Schlüsse werden die Vorschläge für das neue geschäftsführende Präsidium, dessen Sitz in Berlin sein soll, bekanntgegeben. Unter großem Applaus wird Herr Seminardozent Dr. Samuel Grünberg, der Schöpfer der Bewegung, zu deren Präsidenten vom Kongreß gewählt. Aus der jüdischen Welt Eine neue Friedhofschändung Berlin, 28. August. (JTA.) In der Nacht vom 19. zum 20. August wurde, wie dem „Israelitischen Familienblatt“ gemeldet wird, der alte jüdische Friedhof in Kieferstädtel bei Gleiwitz geschändet. Die Übeltäter stammen aus dem benachbarten Smolnitz und sind flüchtig. Der Anführer der auf vier Mann geschätzten Bande ist der vorbestrafte 22jährige Emil Powalla. Acht Grabsteine wurden umgeworfen, Bäume und Sträucher ausgerissen. In Kieferstädtel wohnen keine Juden mehr, der Friedhof ist der Obhut der Gieiwitzer Synagogengemeinde unterstellt. Die Landeskriminalpolizei leitet im Verein mit der Landjägerei die Ermittlungen. Einweihung der neuen Mädchen-Volksschule der Berliner jüdischen Gemeinde Berlin, 1. September. (JTA.) Vor kaum vier Jahren errichtete die Jüdische Gemeinde die ersten Grundschulklassen in den Gebäuden der Mittelschulen. Später übernahm die Gemeinde die Schule des Jüdischen Schulvereins in der Rykestraße und vereinigte sie mit der „Talmud Thora- Schule“ in der Linienstraße. Bald wurde die Errichtung eines neuen Schulhauses notwendig. In der Gegend dichtester jüdischer Bevölkerung — neben dem alten Krankenhause in der Auguststraße — erstand in ganz kurzer Zeit das neue Haus für die Mädchen-Volksschule. Die Bauleitung lag in der Hand des Gemeindebauamts. Der Ratskeller das Lokal jedes Einheimischen und Fremden. Neuer Pächter HANS FÜRST I. MÜNCHENER PLISSE-BRENNEREI FRANZ GRUBER, MÜNCHEN Holsaum, Knöpfe, Endeln Kanten, Kostümstickereien Burgstraße 16/3 Knopflöcher Telephon 22 9 75 deutsche Neuwäscherei W. in. I). H. FELIX BRA\I)\ER * MÜNCHEN Thierschstraße 21 Telefon Nr-23708 Spezial-Dampfwaschanstalt nu» Herren-Stärkwäsche Annahmestelle auch Jägerstr. 16 / Augsburg A. 432 vord. 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