Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 31 (1.8.1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- Seite 438 (sequence 15)
- Language
- German
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- Hebron 3× ep/1047559
- Safed 3× ep/1046078
- Haifa 2× ep/1047930
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438 Das Jüdische Echo Nr. 31 der Regierung auch jetzt verlangt wurde. — Ebenso wurden auch die Gehaltsskalen für die Beamtenschaft gemäß dem Beschluß der Stadtverwaltung bestätigt. Die Bestätigung des vollen Budgets wurde durch den stellvertretenden Leiter der Finanzabteilung der Regierung, Herrn Jonsen, dem Bürgermeister von Tel-Awiw, Herrn Dizengoff, und seinem Stellvertreter, Herrn Rokach, in einer Zusammenkunft zwischen ihnen und Herrn Jonsen am 17. Juli mitgeteilt. Seitens der Regierung nahm an der Zusammenkunft auch der Gouverneur des Sueddistrikts, Herr Campbell, teil. Die Geburten- und Mortalitätsziffer in Tel-Awiw und Jaffa Im Jahre 5689 wurden in Tel-Awiw und Jaffa 1909 jüdische Kinder geboren, gegenüber 1740 im Jahre 5688. Die Mortalitätsziffer betrug 632 gegenüber 583 im Vorjahre. (Ziko.) Der Wiederaufbau von Artuf Jerusalem, 22. Juli. (Ziko.) Nach längeren Verhandlungen mit dem Emergency Found wurde mit dem Wiederaufbau des seit den Augustereignissen zerstörten Artuf begonnen. Ein Teil der Einwohner kehrte schon vor zwei Wochen nach Artuf zurück, der Rest wird in den nächsten' Tagen zurückkommen. Die Bauarbeit dauert an. Mit Ausnahme von einer Wirtschaft, die in diesem Jahre an Araber verpachtet wurde, werden alle Wirtschaften der Kolonie wiedererrichtet. Es wurde in der Kolonie eine Polizeißtation errichtet, die für die Sicherheit in zwölf umliegenden Dörfern zu sorgen haben wird. Ergebnisse der im Anschluß an die Auguistunruhen durchgeführten Prozesse Mit dem 1. Juni 1930 war die weitaus größte Zahl der im Zusammenhang mit den Augustunruhen anhängig gewesenen Prozesse beendet. Es schwebten noch in Jerusalem drei Verfahren gegen Araber, 10 Verfahren gegen Juden sowie 5 Prozesse gegen Araber in Hebron. Auch in Haifa und Safed standen noch einige Urteile aus. Von den beendeten Prozessen gegen Araber wurden von 124 wegen Mord Angeklagten 55 verurteilt, von 50 wegen Mordversuch Angeklagten 17 verurteilt, von 256 wegen Plünderung und Branstiftung Angeklagten 130 verurteilt, von 15 wegen Hetze Angeklagten 7 verurteilt, von 279 wegen verschiedener Verbrechen Angeklagten 212 verurteilt; insgesamt wurden von 724 angeklagten Arabern 421, gleich 58 Prozent, verurteilt. Von den beendeten Prozessen gegen Juden wurden von 70 wegen Mord Angeklagten 2 verurteilt, von 39 wegen Mordversuch Angeklagten 1 verurteilt, von 31 wegen Plünderung und Brandstiftung Angeklagten 7 verurteilt, von 21 wegen verschiedener Verbrechen Angeklagten 9 verurteilt; insgesamt wurden von 161 angeklagten Juden 19, gleich 12 Prozent, verurteilt. Nach den einzelnen Orten sind die Gesamtdaten in bezug auf die Araber folgende; In Jerusalem wurden von 41 angeklagten Arabern 16 freigesprochen und 7 verurteilt, in Hebron von 65 Angeklagten 36 freigesprochen und 28 verurteilt, in Haifa von 212 Angeklagten 83 freigesprochen und 123 verurteilt, in Safed von 169 Angeklagten 82 freigesprochen und 87 verurteilt, in Jaffa von 247 Angeklagten 71 freigesprochen und 176 verurteilt. In bezug auf die Juden sind die Gesamtdaten nach den einzelnen Orten folgende: In Jerusalem wurden von 62 Angeklagten 50 freigesprochen und 12 verurteilt, in Haifa von 77 Angeklagten 75 freigesprochen und 2 verurteilt, in Jaffa von 12 Angeklagten 8 freigesprochen und 4 verurteilt, in Safed von 10 Angeklagten 9 freigesprochen und einer verurteilt. Folgende Kollektivstrafen wurden über Araber verhängt: Im Zusammenhang mit Beer Tuwia 4700 Pfund, im Zusammenhang mit Hartuv über 2800 Pfund, im Zusammenhang mit Moza über 1500 Pfund, im Zusammenhang mit Hebron über 14 000 Pfund. Das Urteil über Safed im Zusammenhang mit der Collective Punishment Ordinance wurde noch nicht gefällt. (Ziko.) Statistik der weiblichen Berufsarbeit in den Städten Palästinas Zusammenarbeit von W.I.Z.O. und Jewish Agency Um eine genaue Erhebung der Arbeitsverhältnisse unter der weiblichen Bevölkerung der Städte Palästinas durchzuführen, hat die Palästina-Exekutive der Jewish Agency von der WIZO-Exekutive in Jerusalem aktive Mithilfe und einen speziellen Zuschuß erhalten. Namentlich in Jerusalem selbst wird eine solche Erhebung zum ersten Male vorgenommen. Laut der letzten Berufszählung ist die Zahl der jüdischen arbeitenden Frauen von 11 345 im Jahre 1020 auf 15 394 anfangs 1930 gestiegen. Davon sind 10 205 in städtischen, 5189 in ländlichen Berufen tätig. Bekanntlich hat sich die Organisation der Arbeiterinnen Palästinas Anfang Juli d. J. an die Weltorganisation zionistischer Frauen angeschlossen. Für gemeinsame jüdisch-arabische genossenschaftliche Arbeit Jerusalem, 26. Juli. (JTA.) Der Direktor der genossenschaftlichen Zentralbank in Palästina, Harry Viteles, hat anläßlich eines gemeinsam mit dem neubestellten Regierungsdezernenten für Genossenschaftswesen, Strickland, unternommenen Besuches der jüdischen Siedlung Atarot mit diesem die Anpassung des Systems jüdischer kooperativer Tätigkeit auch an die Bedürfnisse der Araber, und die Möglichkeit einer gemischten jüdisch-arabischen zentralen Finanzinstitution für Genossenschaften besprochen. Aufhebung des Einreiseverbots für Jabotinsky? Jerusalem, 26. Juli. (JTA.) „Dawar“ teilt mit, daß die Frage der Einreise Wladimir Jabotinskys nach Palästina vom High Commissioner von Palästina, Sir John Chancellor, der sich bekanntlich gegenwärtig in London aufhält, neu geprüft wird. Die Neuprüfung des Falles ist auf die Intervention der Jewish Agency und die Proteste einer Reihe zionistischer Körperschaften zurückzuführen. Die Warschauer Zeitung „Der Hajnt“ meldet, daß das Einreiseverbot gegen Jabotinsky bereits zurückgezogen sei, und daß sich Jabotinsky demnächst nach Palästina begeben wolle, um eine neue Zeitung mit dem Namen „Haschachar“ zu begründen. Eine Bestätigung der Nachricht von der Zurücknahme des Einreiseverbots für Jabotinsky liegt nicht vor. Der erste Zeitungsroman der hebräischen Presse Soeben erschien im Verlag „Moriah“, Tel-Awiw, unter dem Titel „Schualim biruschalayim“ („Füchse in Jerusalem“) von M. Y. Ben-Gavriel der erste palästinensische politische Abenteurerroman. Das Buch, das gleichzeitig ein großangelegter Beduinenroman ist, spielt zum Teil in Jerusalem, zum Teil in der Wüste, und erschien vor einigen Monaten als erster Zeitungsroman der paläsinensisehen Presse in der Tageszeitung „Haarez“. (Ziko)