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Das jüdische Echo · 1930-05-23 · 21 (23.5.1930) · p. Seite 298

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
21 (23.5.1930)
Date
1930-05-23
Page
Seite 298 (sequence 13)
Language
German
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2CS Das Jüdische Echo Nr. 21 Das persische Ratsmitglied, Ala Khan, enthielt sich der Abstimmung, erklärte aber, er habe Vertrauen zur Mandatarmacht, daß sie die Wünsche der Muselmanen ernstlich berücksichtigen wird. i Wechsel der deutschen Vertretung in der Mandatskommission Genf, 14. Mai. (JTA.) Seitens der Mandatskommission wird offiziell bekanntgegeben, daß der bisherige Vertreter Deutschlands in der Mandatskommission, Dr. Ludwig Kastl, aus der Mandatskommission ausgeschieden ist, da es ihm an Zeit mangelt, seine Funktion innerhalb der Mandatskommission in Zukunft auszuüben. In der Mitteilung wird gesagt, daß alle Mitglieder der Kommission einmütig das Ausscheiden Kastls bedauern, der besonders nützliche Arbeit geleistet hat und für diese Funktion nicht nur infolge seiner Erfahrungen in der kolonialen Administration, sonder auch dank seiner intimen Kenntnis des internationalen Lebens in seinen wirtschaftlichen und politischen Ausblicken besonders qualifiziert war. Als neues deutsches Mitglied tritt Dr. Ruppel in die Mandatskommission ein. Dr. Ruppel gilt nicht nur in deutschen, sondern auch in internationalen Kreisen als ein besonderer Kenner kolonialer Fragen. Mit der Palästinafrage, die in der Regel einen wichtigen Platz in den Arbeiten der Mandatskommission einnimmt, hat er sich bisher öffentlich nicht befaßt. Der „Palästina-Tag“ in Palästina und in Indien ruhig verlaufen Jerusalem, 18. Mai. (JTA.) Der auf Grund des Beschlusses der allindischen moslemitischen Konferenz am 16. Mai auch in Palästina veranstaltete „Palästina-Tag“ zum Protest gegen Mandat und ßalfour-Deklaration ist in ganz Palästina ruhig verlaufen. Der Aufforderung der arabischen Exekutive an die moslemitischen und christlichen Araber, am „Palästina-Tag“ die Arbeit niederzulegen, haben — wie Polizeiinspektor Major Wainbright der JTA mitgeteilt hat — etwa 75 Prozent der Arbeiter und Angestellten Folge geleistet. Die arabischen Ladenbesitzer haben der Streikparole in einem höheren Prozentsatz Folge geleistet, da gegen die Kaufleute ein größerer Druck ausgeübt werden konnte. Nach den Gebeten in der Omar- Moschee wurde in Jerusalem ein großer Teil der Läden wieder geöffnet. Die Gemüse- und Obstverkäufer auf den Märkten hatten der Streikparole nicht Folge geleistet, sondern hielten den ganzen Tag über ihre Stände offen. London, 18. Mai. (JTA.) Die Moslems in Bombay, Indien, haben am 16. Mai den von der allindischen moslemitischen Konferenz proklamierten „Palästina-Tag“ feierlich begangen. Demonstrationszüge mit Fahnen und Transparenten, die die Inschriften „Weg mit der Bälfour-Deklaration“ trugen, zogen durch die Straßen. Es wurden auch Versammlungen abgehalten, und Resolutionen gefaßt, in denen die Erfüllung der Wünsche der palästinensischen Mohammedaner gefordert wird. Arabische Bauern schließen Frieden mit jüdischen Kolonisten Jerusalem, 18. Mai. (JTA.) Die Fellachen des Dorfes Raafat, gegen die Klage erhoben wurde, daß sie ihr Vieh auf dem Boden der jüdischen Kolonie Kalandia in der Nähe von Jerusalem weideten, haben sich an die jüdischen Kolonisten von Kalandia mit der Bitte gewandt, die Klage zurückzuziehen und Frieden mit ihnen zu schließen. Bei Anwesenheit der Polizei wurde zwischen Fellachen und jüdischen Kolonisten ein feierliches Abkommen getroffen. Die Fellachen versprachen, in Zukunft nie etwas gegen die jüdischen Kolonisten zu unternehmen und sprachen in feierlichen Worten den Kolonisten den Dank dafür aus, daß sie die Klage zurückgezogen haben. Luke kehrt nach Palästina zurück Jerusalem, 8. Mai. (JTA.) Die in Jerusalem weilende Gattin des gegenwärtig auf einem längeren Urlaub in England befindlichen Chefsekretärs der Palästinaregierung, H. C. Luke, erklärte dem JTA-Vertreter, ihr Gatte werde nach Beendigung der Junitagung der Mandatskommission des Völkerbundes, auf der er als Begleiter des beglaubigten Vertreters der englischen Regierung anwesend sein und auf Fragen der Kommissionsmitglieder Auskünfte erteilen wird, nach Palästina zurückkehren und seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Dowson nicht Assistent Simpsons, aber Verfasser eines Memorandums über die Bodenfrage Jerusalem, 13. Mai. (JTA.) Die arabische Zeitung „Felestin“ brachte die Meldung, daß Sir Ernest Dowson, der frühere Bodenkommissar für Palästina, im Lande eingetroffen sei, um als Assistent des Spezialkommissars Sir John Hope Simpson zu fungieren. (Siehe JTA-Dienst vom 14. Mai.) Auf Anfrage der JTA in Jerusalem wird von zuständiger Stelle diese Mitteilung dementiert. Richtig ist, das Dowson sich auf dem Weg vom Irak nach London in Palästina aufhält, und der Palästina-Regierung ein Memorandum über die Bodenfrage überreicht hat. Entfernung der jüdischen Almosen-Empfänger aus dem Gebiet der Klagemauer Jerusalem, 15. Mai. (JTA.) Die Palästina- Regierung hat der Polizei die Weisung erteilt, die jüdischen Bettler aus dem Gebiete der Klagemauer zu entfernen, weil die Stelle vor der Mauer eine öffentliche Passage ist. Diese Maßnahme hat in Jerusalem Aufsehen erregt. Als vor einiger Zeit das Betteln in den Hauptstraßen Jerusalems verboten wurde, gab der Gouverneur von Jerusalem, Keith Roach, einer Abordnung der jüdischen Gemeinde das ausdrückliche Versprechen, daß diese Maßnahme gegen die Bettler an der Klagemauer nicht Anwendung finden werde, weil der Platz vor der Mauer nicht als eine öffentliche Passage angesehen werde. In jüdischen Kreisen weist man darauf hin, daß die Bettler vor der Omar-Maschee und vor dem Heiligen Grabe ungeschoren gelassen werden. Die jüdischen Bettler an der Klagemauer boten dem einzelnen Besucher eine gewisse Sicherheit gegen arabische Überfälle, auch gaben sie dem Klagemauergebiet einen gewissen jüdischen Aspekt. Eine Sonderkomgiission der Palästina-Exekutive für Boden-, Landwirtschafts- und städtische Kolonisationsfragen unter Vorsitz Dr. Ruppins Jerusalem, 13. Mai. (JTA.) In Zusammengang mit den aus der Ernennung des Spezialkommissars Sir John Hope Simpson sich ergebenden Aufgaben ernannte die Palästina-Exekutive der Jewish Agency eine besondere Kommission für die Bearbeitung der Bodenfrage, der Agrarfragen und der Fragen der städtischen Kolonisation. Die Kommission steht unter dem Vorsitz von Dr. Arthur Ruppin und wird mit der vom Waad Leumi für ähnliche und andere Aufgaben gewählten Kommission Zusammenarbeiten.

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