Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 16 (18.4.1930)
- Date
- 1930-04-18
- Page
- Seite 230 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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230 Das Jüdische Echo Nr. 16 det Ortsüblichkeit, wenn nichts Bestimmtes vereinbart wurde. Ortsüblichkeit entscheidet auch über die Dauer der Arbeitszeit. Über modernste Arbeitszeitbestimmungen geht der Talmud hinaus, indem er eine längere Arbeitszeit auch gegen höheren Überstundenlohn nicht zuläßt; in einer auch heute noch strittigen Frage entscheidet sich der Talmud dahin, daß der Arbeiter, der längere Zeit im Dienste eines Arbeitgebers steht, in der Nacht oder sonstwie für andere nicht tätig sein darf. Unter anderem schreibt der Talmud auch vor, daß zur Arbeitszeit der Weg zur Arbeitsstätte zu rechnen ist; seine Regelung der Kündigungsfristen ist ganz ähnlich wie bei uns. Auch kennt der Talmud eine besondere und schneller funktionierende Gerichtsbarkeit in Lohnstreitigkeiten, sogar mit gewissen Beweiserleichterungen für den Arbeitnehmer. Die Freiheit der Arbeit bleibt gewahrt, der Arbeitnehmer kann stets vom Arbeitsvertrag zurücktreten und er kann durch Androhung von Strafe zur Arbeit nicht gezwungen werden. Das Truck-System (Entlohnung in hergestellten Produkten) ist verboten. Der Arbeitgeber haftet für den in seiner Werkstatt entstandenen Schaden. Wenn die Arbeit ohne Verschulden des Arbeitnehmers unmöglich geworden ist, kann dieser nur die wirklich geleistete Arbeit bezahlt verlangen, ein Standpunkt, der auch heute noch vertreten wird. Die Regelung des Werkvertragsrechts geht ebenfalls aus vom Gedanken der Freiheit, der Vertrag kommt allein durch den Abschluß nicht zustande. Es mußte der Beginn der Arbeit hinzukommen, oder Leistung von Angeld erfolgen. Der Unternehmer haftet nicht für zufälligen sondern nur für schuldhaften Untergang der Sache. Auch hier spielt der Ortsbrauch eine große Rolle, Für seinen Nachweis, daß das jüdische Arbeitsrecht aus Bibel und Talmud auf einer hohen Stufe steht und allen Anforderungen der Neuzeit gerecht wird, ja in vielem sogar moderne Regelungen übertrifft, konnte der Referent den herzlichsten Dank des Publikums entgegennehmen, dem Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer in dankerfüllten Worten besonderen Ausdruck verlieh. I. E. Hebräische Sprachkurse München. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der hebräische Unterricht der Kinderkurse während der Ferien vom 11. April bis 1. Mai ausfällt. Der Unterricht in den Kursen für Erwachsene fällt wegen der Pessachtage vom 11. bis 22. April aus. Das Sommersemester 1930 beginnt Dienstag, den 1. Mai. Zu Beginn des Semesters werden zwei neue Kurse eingerichtet: ein Grammatikkurs und ein Anfängerkurs. Es wird besonders auf die jeden Mittwoch abend von 8.15 bis 9.15 Uhr stattfindende J e - saia-Vorlesung für Fortgeschrittene aufmerksam gemacht. Interessenten werden gebeten, sich möglichst bald im Unterrichtslokal, Herzog- Rudolf-Straße 1 (Telephon 2 97 4 49) anzumelden. Der Stundenplan wird noch bekanntgegeben. Die Makkabijah 1932. In der nächsten Nummer dieses Blattes veröffentlichen wir einen Auszug des Makkabi-Weltverbandes über die Makkabijah, welche Pessach 1932 in Erez Israel stattfindet. Bar-Kochba, München. Bar-Kochba, München. Wir machen schon heute auf den am 15. Juni auf dem Sportplatz des D.S.V., Marbachstraße, stattfindenden leichtathletischen Klubkampf gegen Bar-Kochba Nürnberg aufmerksam, dem sich das Handballwettspiel der ersten Mannschaften beider Vereine anschließt. Insbesondere unsere Aktiven ersuchen wir, regelmäßig dem Training beizuwohnen, um nicht nur zum Klubkampf, sondern auch zu den in nächster Zeit stattfindenden Verbandswettkämpfen, insbesondere zum Grünwald-München-Lauf gerüstet zu sein. Die Vorstandschaft. Bar-Kochba Sportabteilung. Wie jedes Jahr beginnt auch heuer wieder im Mai das Rasentraining auf dem Sportplatz an der Säbener Straße. Jedoch ist diesmal insoferne eine Änderung eingetreten, als ab 6. Mai bis auf weiteres jeden Dienstag abends von halb 8 Uhr bis 9 Uhr das Training in der Luisenschule, jeden Donnerstag bei’ günstigem Wetter ab halb 7 Uhr auf dem Säbener Platz und Sonntag vormittags ab halb 10 Uhr ebenfalls auf dem Säbener Platz stajtfindet. Somit fällt das Training am Mittwoch abends in der Jahn-Turnhalle aus. Erscheinen zu den oben angegebenen Trainingsstunden ist für alle Leichtathleten und Handballer unbedingte Pflicht! Bereits bei den nächsten Trainingsstunden wird die Kampfmannschaft für den Erstlingsneunkampf, der am 11. Mai stattfindet, zusammengestellt. Die Leitung. Bar-Kochba. Damen-, Mädchen- und Kinderabteilung. Der Turnbetrieb in sämtlichen Abteilungen fällt wegen der Ferien aus und beginnt wieder am Montag, dem 5. Mai. Der Jüdische Kindergarten, Herzog-Rudolf- Straße 1, wird am 22. April wieder geöffnet und bleibt im Monat Mai evtl, auch Juni' offen. Die Leitung. Jüdischer Gesangverein München. Die nächste Probe findet statt am Dienstag, dem 29. April, 8 Uhr, im Probelokal (Lessingsaal). Da bereits mit der Arbeit für das Herbstkonzert begonnen wird, ist vollzähliges Erscheinen erforderlich. Spenden-Ausweis Münchener Spendenausweis vom 1. bis 15. April 1930 Purim-Aktion; Durch N. N.: J. Gutmann (1 Dollar) 4.20; J. Fröhlich 3.—; L. Herbst 1.— 8.20. Durch Herrn Max Schneuer : L. Schwager 2.—. Durch Herrn Herrn. Gugggenheim; E. Jochsberger 2.—; S. Fleischer 2.— 4.—. Durch Herrn Herbert Fröhlich: J. Blum 5.—; Noe Blum 3.—; Theo Harburger 3.—; B. Blum 1.—; Idelson 1.— 13.—. Goldenes Buch Z.O.G.: Purimfest der Frauengemeinschaft München 52.50; Herr u. Frau Jak. Reich grat. Rosl Freirich (Berlin) zur Geburt der Tochter und Manfred Heß zur Verlobung je L— 2.—. Spenden-Buch: Artur und Edith de Beer anläßlich ihrer Vermählung 20.—; N. N. 10.—; N. N. anläßlich seiner Verlobung 10.—. Antonius-Wäscherei Sommerstraße 6o Lindwurmstraße gy Telefon 44 4 38 ■