Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 15 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- Seite 213 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 213 Ausführungen über „Das Galuth in seinen Beziehungen zu Erez Israel“ (am Montag, 24. März, in einem von der Zionistischen Ortsgruppe im Roten Hahn veranstalteten Vortragsabend) die Existenz des Galuth, die allerdings auch ihrer Meinung nach ihren Sinn nur durch das Gelingen des Aufbauwerkes in Erez Israel erhält. Die Lösung der Judenfrage könne, so meint sie, dort weder geistig-ökonomisch noch politisch erfolgen; die Funktion Erez Israels sieht sie vielmehr, indem sie im wesentlichen Achad Haamschen Ideen folgt, in seiner Existenz als religiös-kulturelles Zentrum, das auf die infolge der nicht vollständigen Assimilierbarkeit in aller Zukunft vorhandene Diaspora einwirke. Voraussetzung ist allerdings ein Neuerwachen und eine Verstärkung der jüdischen Religion, in der Sinn und Wesen des Judentums liege. Die zionistische Entwicklung der letzten Zeit, besonders die gelungene Erweiterung der Jewish Agency beweise ja, daß man allgemein sich diesen Grundsätzen entsprechend bereits verhalte — man müsse sich nun auch bemühen, sie klarer als bisher zu erkennen, sie deutlich auszusprechen und Konsequenzen daraus zu ziehen: in diesem Sinne sei der Zionismus, die Vorbereitung der jüdischen Erneuerung vollständig^ zu verwirklichen. Frau Dr. Levys interessantes und hervorragend vorgetragenes Referat fand starken Beifall; an der Aussprache, die sich darnach entspann, beteiligten sich die Herren Dr. Emrich, Jakob Reich und Justizrat Dr. Emil Fränkel, teils ablehnend, teils zustimmend. Frau Dr. Levy hat jedenfalls das Verdienst, ein Problem von unbestreitbarer Aktualität in anregender Weise erörtert und damit die Geister erweckt zu haben — die Auseinandersetzung auch innerhalb der Zionistischen Ortsgruppe München, die mit ihrem Referat begann, dürfte keineswegs beendet sein und so hat dieses wesentlich eine Klärung der Gedanken eingeleTtet. Vor dem Referat hatte der Vorsitzende, Herr Lichtenauer, in ehrenden Worten des soeben dahingeschiedenen großen Freundes der zionistischen Sache, Lord James Arthur Balf o u r , gedacht. I. E. Im Rahmen der Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde sprach Herr Rabbiner Dr. Baerw a 1 d über das Thema „Wie entstand unsere Pessach-Haggadah?“ Ebenso wie unsere Gebetbücher ist die Haggadah nicht die Schöpfung einer bestimmten Zeit, sondern in Jahrhunderten dauernder Eniwicklung zu ihrer jetzigen Gestalt zusammengefügt worden. Den Kern, der wohl noch aus der frühesten Zeit des Exils stammt,, bilden die Fragen „Manischtanne“ und ihre Beantwortung durch die Erzähl lung vom Auszug aus Ägypten, die in Anlehnung an Bibel und Midrasch geschieht. Diese Teile bilden zusammen mit der midraschartig ausgegeschmückten Erklärung der Pessachsymbole sowie dem Hallel-Gebet die Haggadah in der Gestalt, wie sie wahrscheinlich um die Zeit des Talmud-Abschlusses zum erstenmal niedergeschrieben wurde. In späterer Zeit kamen dazu noch mehrere Piutim (religiöse Dichtungen), von denen die jüngsten aus dem 15. Jahrhundert stammen. An Hand der Haggadah ging dann Herr Rabbiner Baerwald auf die einzelnen Stücke ein, indem er über Zeit und nähere Umstände ihrer Aufnahme, vielfach aber auch manches über ihre religiöse und politische Bedeutung berichtete. Man darf wohl sagen, daß dieser fesselnde Vortrag sicherlich bei allen Zuhörern das Verständnis und die Liebe für das volkstümlichste der jüdischen Feste vertieft hat. Hebräische Sprachkurse München. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der hebräische Unterricht der Kinderkurse während der Ferien vom 11. April bis 1. Mai ausfällt. Der Unterricht in den Kursen für Erwachsene fällt wegen der Pessachtage vom 11. bis 22. April aus. Das Sommersemester 1930 beginnt Dienstag, den 1. Mai. Zu Beginn des Semesters werden zwei neue Kurse eingerichtet: ein Grammatikkurs und ein Anfängerkurs. Interessenten werden gebeten, sich möglichst bald im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf- Straße 1 (Telephon 2 97 4 49) anzumelden. Der Stundenplan wird noch bekanntgegeben. Die Makkabijah 1932 in Erez Israel. An dieser Stelle haben wir schon einmal darauf hingewiesen, daß der Makkabi-Weltverband beschloß, im Jahre 1932 das größte jüdische Sportfest,, welches je veranstaltet wurde, in Palästina abzuhalten. Beinahe sämtliche Kreise, welche dem Makkabi- Weltverband angehören,, haben bereits ihre Zusage erteilt, so daß mit einer machtvollen Kundgebung für den jüdischen Sportgedanken gerechnet werden kann. Der Verband ist bereits mit einer größeren Schiffahrtsgesellschaft in Verbindung getreten und es besteht die Möglichkeit, anläßlich der Makkabijah zu einem außergewöhnlich billigen Preis eine Palästinafahrt zu unternehmen. Interessenten, die dem Bar-Kochba nicht angehören, und passive Mitglieder erfahren Näheres bei D. Masur, Schillerstraße 20„ die Aktiven wenden sich an Leo Fleischer, St.-Paul-Straße 9/1. Die Vorstandschaft des Bar-Kochba. Bar-Kochba, München. Durch unsere Mitgliedschaft beim Süddeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbande genießen alle unsere Mitglieder einen Versicherungsschutz bei Unfällen, der vollkommen ausreichend ist. Diese Versicherung bürdet dem Verein sehr große Lasten auf und hat deshalb die Vorstandschaft die Erhebung eines Versicherungsbeitrages beschlossen. Jedes Mitglied hat pro Jahr 1 RM. für Versicherung zu bezahlen. Diese Gebühr wird in zwei Teilen erhoben am 1. Mai und am 1. Oktober des Jahres, gleichzeitig mit dem fälligen Beitrag. Wiederholt ersuchen wir unsere Mitglieder pünktlicher zu bezahlen. Es häufen sich in letzter Zeit wieder die Rückstände. Wir bitten dringend, von unserem Postscheckkonto 8294 mehr Gebrauch zu machen. Bar-Kochba. Damen-, Mädchen- und Kinderabteilung. Der 'Furnbetrieb in sämtlichen Abteilungen fällt während der Ferien aus und beginnt wieder am Montag, dem 5. Mai. Jüdischer Mädchen-Klub, München. Die Heimabende des Mädchen-Klubs finden, außer Montag, jeden Abend in der Herzog-Max-Straße 3 statt. Wir freuen uns, wenn die Mädchen, die sich für unsere Arbeit interessieren, uns an einem ihnen zusagenden Abend einmal aufsuchen wollten. Auskunft und Anmeldung bei Ellen Wolff, Herzog-Max-Straße 3/1. Unser Arbeitsplan: Montag, 8.30 bis 9.30 Uhr: Turnen im Lessingsaal. Dienstag, 8 bis 10 Uhr: Malen. Mittwoch, 8 bis 10 Uhr: Leseabend«