Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- 12 (21.3.1930)
- Date
- 1930-03-21
- Page
- Seite 157 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nummer 12 21. März 17. Jahrgang Zum 25 jährigen Bestehen der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Für th Zum Geleit „Das Jüdische Echo“ hat sich in besonders dankenswerter Weise bereit gefunden, das vorliegende Heft als Jubiläumsnummer anläßlich des 25jährigen Bestehens der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg- Fürth auszugestalten. Wir hoffen — dies sei gleich an den Anfang gestellt —, daß durch diese Festnummer das Interesse eines recht großen Kreises an dieser nur scheinbar allein die Mitglieder unserer Ortsgruppe angehenden Tatsache geweckt wird. Eine Zionistische Ortsgruppe ist nicht ein geselliger Verein, der seinen Mitgliedern für den Beitrag Annehmlichkeiten aller Art bieten will; sie ist auch kein Zweckverband, der in irgendeiner Form den eigenen Interessen seiner Mitglieder dienen soll. Der Hauptvorteil für diejenigen, die sich entschließen, einer unserer Ortsgruppen beizutreten und die nicht unbeträchtlichen Beiträge zu leisten, besteht vielmehr darin, daß sie auf Grund dieser Zahlungen zu weiteren sehr empfindlichen Geldopfern, ja wirklich zu Leistungen herangezogen werden, die weit über den Begriff der Spenden hinausgehen. Damit ist — wie jeder Einsichtige verstehen wird —■ schon klar gezeigt, daß die Zionistische Ortsgruppe die organisatorische Zusammenfassung solcher Menschen darsteilt, die durch ihren Zusammenschluß einzig und allein der Verwirklichung einer über ihnen stehenden Idee, der Idee der Wiedergeburt des jüdischen Volkes dienen wollen. Erfolg oder Mißerfolg unserer Arbeit ist nicht anders ausweisbar, als daran, wie es mit unserer Sache steht. Wir haben in 25 Jahren kein Vereinsvermögen angesammelt —■ unser „Schatzmeister“ ist immer eine sehr wenig beneidenswerte Person gewesen —, wir haben kein Vereinshaus erbaut und für das „Vergnügen“ unserer Mitglieder sehr wenig gesorgt. Auch die Zahl unserer Mitglieder hat sich nicht so erhöht, daß wir etwa durch instruktive graphische Darstellungen augenfällig beweisen könnten, wie sehr sich unsere Ortsgruppe seit der Gründung im Januar des Jahres 1905 entwickelt hat. Es war nie leicht, Zionist zu sein. Bedeutete zur Zeit der Gründung unserer Ortsgruppe das Bekenntnis zum jüdischen Volk in den Augen der Umwelt das gesellschaftliche Todesurteil — man lese nur den Aufsatz unseres Freundes Dr. B 1 o e d e nach —, so ist heute mit dem Lippenbekenntnis allein zwar kein großes Risiko mehr verbunden, aber dafür werden an den Zionisten andere Anforderungen gestellt, die zu bekannt sind, als daß sie hier aufgezählt zu werden brauchten. So kommt es, daß wir nie die „vielen, allzuvielen“ haben werden, daß nur „wenige, allzuwenige“ den entscheidenden Schritt tun, den nämlich, von wohlwollender Neutralität zu aktivem verantwortungsbewußtem Handeln überzugehen. * Wenn wir heute, angesichts der Arbeit von 25 Jahren, mit einem gewissen ehrlichen Stolz auf das zurückblicken, was in dieser Zeitspanne von der Zionistischen Ortsgruppe geleistet worden ist, so deshalb, weil wir uns sagen dürfen, daß wir an der Förderung der zionistischen Sache, die in diesem kurzen Zeitraum von einer bewitzelten und verlachten Utopie zur größten jüdischen Bewegung und zu einem ernsthaft beachteten Faktor der großen Politik geworden ist, nach unseren Kräften teilgenommen haben. Auch in Nürnberg und Fürth ist in diesem Vierteljahrhundert das Werk vorwärts getrieben, ist der Aufbau des jüdischen Palästina gefördert worden, ist es gelungen, den Großteil der jüdischen Bevölkerung zur Teilnahme an diesen Aufgaben heranzuziehen, Kere n Hajessod und Keren Kajemeth L e j i s r a e 1 werden erfreulicherweise in immer zunehmendem Maße von einer breiten Schicht, darunter besonders von den führenden Persönlichkeiten der Gemeinde, unterstützt. Ohne Übertreibung kann gesagt werden, daß die Bedeutung der Palästina-Arbeit für das Schicksal des gesamten Judentums allgemein erkannt wird. Durch eine Werbearbeit, deren Intensität, Zähigkeit und Stärke mit Recht vielfach als vorbildlich bezeichnet worden ist, haben wir aber nicht nur die eigentlichen Aufgaben unserer Ortsgruppe, nämlich die tätige Mitarbeit an der Verwirklichung des Baseler Programms gefördert, darüber hinaus haben wir in ununterbrochenem Angriff, oft unter