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Das jüdische Echo · 1930-01-03 · 1 (3.1.1930) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
17 (1930)
Issue
1 (3.1.1930)
Date
1930-01-03
Page
Seite 12 (sequence 17)
Language
German
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12 Das Jüdische Echo Nr. 1 und sind zu richten an das Komitee der Hebräischen Sprachkurse, z. H. des Herrn Paul Grünbaum, Rothmundstraße 6. Chanukkah-Schulfeier der jüdischen Volksschule München. Die jüdische Volksschule veranstaltete am Sonntag vor Chanukkah für ihre Schüler eine Chanukkah-Feier, die als ganz hervorragend gelungen bezeichnet werden darf. Die Angehörigen der Schüler und die übrigen Freunde der jüdischen Volksschule waren außerordentlich zahlreich erschienen und füllten Parterre und Logen des Cherubinsaales bis auf den letzten Platz. Das dargebotene Programm war von Anfang bis zu Ende bestens gelungen und löste beim Publikum sowohl lebhaften Beifall und Anerkennung als auch viel Vergnügen und Belustigung aus. Es erweckte aber vor allem auch große Freude, nicht nur über den Eifer und die Geschicklichkeit, mit der alle Darsteller von den kleinsten Abcschützen bis zu den ältesten Klassen beim Zeug waren, sondern noch viel mehr über die erfolgreiche Mühe und Arbeit, die die Lehrerschaft der Volksschule für das Gelingen dieser vergnüglichen Feier aufgewendet hatte und über das herzliche Freundschafts- und Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern, das sich in der ganzen Veranstaltung widerspiegelte. Es war, alles in allem, eine lustige Angelegenheit, so wohl gelungen, daß sie der jüdischen Volksschule München auch bei ihren Gegnern sicherlich Anerkennung verschafft hätte. Szenische und gesangliche Darbietungen größerer Gruppen wechselten ab mit Einzelvorträgen und mit Turn- und Tanzvorführungen der Kinder, die alle frisch und lebhaft spielten. — Besondere Erwähnung verdient das hervorragende Soloklavierspiel eines Schülers der ersten Klasse, allerdings eines Künstlerkindes. — Eine Reihe von an sich recht hübschen Solotänzen kleiner Mädchen, die schon an sich mit dem schulmäßigen Turnunterricht wenig zu tun haben, und die das Programm vielleicht doch etwas zu sehr in die Länge zogen, hätte man allerdings als durchaus unkindlich und auch erzieherisch weder im Interesse der tanzenden noch der zuschauenden Kinder vielleicht doch besser weggelassen. Den Höhepunkt erreichte das Gaudium des Publikums, besonders der Kinder, bei der Schlußnummer des Programms, einem lustigen Theaterstückchen, „Kasperle als Rechtsanwalt“, das von den kleinen Darstellern ganz entzückend und besonders von dem Darsteller des Kasperls mit unwiderstehlichem Temperament gespielt wurde. Vergnügt und zufrieden und mit Dank für die aufopfernde Arbeit der Herren Lehrer im Herzen ging man erst um 34 io Uhr abends nach Hause. Dr. Fr. S. Chanukkah-Abend im Jüdischen Kulturverein J. L. Perez. Hochgespannte Erwartungen. Überfüllter Saal. Ausverkauft. Einige Besucher scheinen mit Vorliebe die Ordnung im Saale stören zu wollen. Das sollte man sich merken. Diejenigen sollte man sich merken, zum Besten aller. — Programm gut zusammengestellt. Jede Nummer mit immensem Fleiße ausgearbeitet. Doch nicht ganz abendfüllend, wie in diesem Vereine üblich. Daran haben die viel Mühe beanspruchenden, szenischen Vorbereitungen mit Schuld. — Der Abend wurde mit neuen ostjüdischen Melodien eingeleitet. Die Klavierbegleitung wurde dem gehaltvollen Violin-Vortrage nicht ganz gerecht. Der Einakter von A. Reisen wurde durchweg gut gespielt und gefiel stellenweise sehr gut. Nur war das Stück etwas zu kurz. Hervorzuheben: Blumenberg, Stechler, Schenierer und Felix. Das erste inszenierte Volkslied „Der Talmudist“ war der künstlerische Höhepunkt des Abends. Erhaben mystische Stimmung. Löwy, glänzend in Form, sang den Solopart sehr schön. Der gut abgestimmte Chor sang ebenfalls sehr gut. Hervorragende Dekoration. Im zweiten Liede „Dos Pastechl“ waren Solist und Chor wiederum auf der Höhe. Das dritte Lied „Oifn Boidem“ wurde von Frau Ertischek (trotz Indisposition) gut gesungen. Bei allen drei Liedern war die Orchesterbegleitung gut. Im letzten Bilde „Die Chanukkah-Lichtlech“ brachten die Kleinen Abi Löwy und Rahel Königsberg, ganz reizend, ein Gedicht von Rosenfeld zum Vortrage. Bei diesem Bilde war die Inszenierung nicht ganz auf der Höhe. Gesamteindruck: Trotz einiger Mängel wurde ein Niveau erreicht, wie man es bei Vereinsveranstaltungen nur selten findet. Ein für alle Teile gewinnbringender Abend. Zu dem Erfolge trugen hauptsächlich bei: Königsbergs Inszenierung und Regie, Löwys Solopart, M. Goldbergs künstlerisch hervorragende, musikalische Bearbeitung und Leitung, und, nicht zuletzt, Tobiaschs herrliche Dekorationen, die von viel Geschmack und Verständnis zeugten. Noch etwas: E i n Abend im Jahre ist zu wenig. Ago. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München. Samstag, den 4. Dezember 1929, findet abends 349 Uhr im Lessingsaal ein interner Mitgliederabend statt. Zutritt haben nur Mitglieder und die Mitwirkenden bei unserem letzten Chanukkah- Abend. Wir bitten um pünktliches Erscheinen. Die Vorstandschaft Jüdischer Gesangverein, München. Wir veranstalten am Samstag, dem 4. Januar 1930, im Restaurant Weiß, Herzog-Wilhelm-Straße, einen gemütlichen Unterhaltungsabend mit bunten Vorträgen und Tanz und bitten unsere Mitglieder und deren Angehörige sich zahlreich einzufinden. Eintritt frei. Der Vergnügungsausschuß Bar-Kochba München. Der Turnbetrieb in der Kinderabteilung beginnt wieder am Mittwoch, dem 8. Januar; Abteilung I turnt wie früher von 3—4 Uhr, Abteilung II von 4—5 Uhr nachmittags. Die Mädchen- und Damenabteilung turnt am Montag, dem 13. Januar, wieder. Jüdischer Jugendverein [.Vortragsabende: Lessingsaal. 20.30 Uhr. 9. Januar 1930. Frau Regina Schaalmann: „Über Rasse u. Vererbung.“ I. Teil. (Mit Lichtbildern.) 16. Januar 1930. „Über Rasse und Vererbung.“ II. Teil. (Mit Lichtbildern.) II. Arbeitsgemeinschaften: Bibliotheksaal. 20.30 Uhr. 1. Bibel kur s: Leiter: Präparandenlehrer Hirnheime r. „Der Prophet Hosea.“ Alle 14 Tage. (7. und 21. Januar 1930.) 2. Diskussionsabende. Leiter: Dr. Siegfried Keßler. „Das Judentum und seine Umwelt.“ Alle 14 Tage. (14. und 28. Januar 1930.) Vereinigung Jüdischer Akademiker an der Universität München (im B. J. A.). Der Vereinigung Jüdischer Akademiker ist es gelungen, anläßlich ihres 25jährigen Stiftungsfestes Herrn Rabbiner Dr. A. Klein (Nürnberg) als Redner für den Festabend zu gewinnen. Das Thema der Festrede lautet: „Kulturjudentum und Chassidismus.“ Die Feier findet am Sonntag, dem 19. Januar 1930, abends 8 Uhr, im Regina-Palast-Hotel (Eingang: Regina- Cafe) statt. Das Jüdische Kammerorchester hat in liebenswürdiger Weise seine Mitwirkung zugesagt. Gäste sind herzlich willkommen.

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