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Das jüdische Echo · 1921-12-30 · 52 (30.12.1921) · p. Seite 675

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
52 (30.12.1921)
Date
1921-12-30
Page
Seite 675 (sequence 6)
Language
German
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!Nr. 52 Das Jüdische Echo 675 Die Arbeiten der Subkommissionen für städtisch gewerbliche Kolonisation und für technische Fragen fanden ihren Niederschlag in Resolutionen, deren Inhalt keines Kommentars bedarf. Der Kongreß hat davon zwei, die von der Schaffung einer Handels- und Industriebank sowie von Errichtung eines technischen Zentralamtes, angenommen, die anderen dem Aktionskomitee überwiesen. Schließlich ist noch eines wichtigen Antrags betreffend die Organisation der Arbeit in Palästina zu gedenken, der von der Kommission gestellt und vom Kongreß angenommen wurde: daß dieselbe wieder wie früher von einem Amt — dessen Leiter Mitglied der Exekutive sein muß — geleitet werden soll. Damit wird endlich der Abusus abgeschafft, daß eine politische Körperschaft, die allen Einflüssen unterworfen ist, wie es die Zionist Commission war, die Ausübung der Kolonisationsarbeiten durchführt. — Es ist zu begrüßen, daß sich der Kongreß auf die Vorschläge der Kommission festgelegt hat. —“ Wir glauben, daß dieser Bericht geeignet ist, auch dem Außenstehenden einen Überblick über die in der nächsten Zeit geplante zionistisch Tätigkeit in Palästina zu geben. Man wird erkennen, daß es sich hier weder um politische, noch agitatorische Dinge, noch um phantastische Projekte handelt, sondern um ganz nüchterne wirtschaftliche Tätigkeit; um einen sachlichen Plan, der sachliche Ziele gemäß der sorgfältig auskalkulierten Leistungsfähigkeit aller Faktoren zu erreichen sucht. Herr Böhm schließt seinen Aufsatz mit folgenden beachtenswerten Bemerkungen: „Leider werden ihre (der Kommission d. S.) sehr vernünftigen und sachlichen Beschlüsse so lange auf dem Papier stehen bleiben, so lange nicht der Keren Hajessod in der Lage sein wird, das von ihr aufgestellte Budget zu decken. Schon ist kostbare Zeit, unwiederbringlich verloren gegangen: Jene vom Kongreß bis zum Eintritt der Regenperiode, so daß wieder mehr als ein halbes Jahir ungenützt verstreichen wird. Hoffentlich wird die nach Amerika entsendete Delegation wenigstens bis zum Frühjahr die nötigen Mittel aufbringen, sonst wird es um die Sache unserer Kolonisation in Erez Israel sehr schlecht bestellt sein.“ Wir können hinzufügen: Hoffentlich erkennt die deutsche Judenheit rechtzeitig, welche Verantwortung auch sie für das Gelingen des Palästinawerkes, dessen Größe und Wichtigkeit unbestreitbar ist, trägt. Die Entwertung des deutschen Geldes kann sie nicht abhalten, die Summen aufzubringen. die ihrer Leistungsfähigkeit entsprechen, und die, in Deutschland zum Ankauf von Maschinen, Geräten, Baumaterialien oder zur Ausbildung geeigneter Menschen für Palästina verwendet, von unberechenbarem Nutzen sein können. Neues zur Äraberfrage Sir Alfred Mond über England, die jüdische Heimstätte und die Araberfrage. Der Chefredakteur des Jerusalemer „Doar Hajom“, Jtamar Ben Awi, hatte in London eine Unterredung mit Minister Mond über die jetzige Lage in Palästina. Sir Alfred Mond führte aus: Ich werde niemals den Eindruck vergessen, den. auf mich Palästina, seine Einwohner, Kolonisten. Chaluzim sowie Arbeiter gemacht haben. Bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit werde ich nochmals Palästina besuchen und dort längere Zeit verbringen. Es ist auch möglich, daß Lloyd George demnächst Palästina besuchen wird. Voriges Jahr gab es einen Moment, wo Lloyd George schon daran war, eine Reise nach Palästina zu unternehmen. Auch Lord Reading sollte damals nach Palästina fahren, aber die Zeit war kostbar und' so mußten sie beide ihre Reise verschieben. Nachdem Ben Awi Sir Alfred Mond über die jetzige Lage in Palästina berichtet und erklärt hatte, daß man auf Beruhigung der Gemüter hoffen könne, führte Mond weiter aus: Wenn Sie doch wüßten, welchen Freund die Juden in Palästina an Lloyd George haben, wie groß sein Glaube an die Mission der Juden ist und seine Begeisterung für den zionistischen Gedanken. Balfour ist fürwahr der erste, der den Zionismus begriffen hat, aber Lloyd George ist der Kämpfer für die Verwirklichung dieses Gedankens. Die Unruhen und Intrigen haben auf ihn nicht den geringsten Eindruck gemacht; Palästina muß ein nationales Heim füir Juden werden. Dies ist der feste Beschluß von Lloyd George und muß auch der Beschluß jeder künftigen Regierung sein. Auch die arabische Delegation konnte sich jetzt überzeugen, daß dem so ist. Aber der Wille der englischen Regierung, die Balfour-Deklaration und die Zustimmung des Völkerbundes sind noch immer wenig. Nehmen sie z. B. Irland, Ägypten oder Indien; niemand wird leugnen, daß England in diesen Ländern Rechte besitzt. Rechte, die auf Vergangenheit und Macht basieren, und trotzdem tritt es in Verhandlungen ein, mit den Iren, Ägyptern und Indern und vielleicht wird Lloyd George das Glück haben, all diese Fragen zum gemeinsamen Wohle zu lösen. Dasselbe ist auch mit Palästina der Fall. UfUfmani9L> 'erren-jfteden u./einftej/affjifvieidetei^ dfierurctfSra/xe

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