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Das jüdische Echo · 1921-12-09 · 49 (9.12.1921) · p. Seite 632

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
49 (9.12.1921)
Date
1921-12-09
Page
Seite 632 (sequence 14)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nr. 49 stiscben Bewegung würden. Es ist wohl wahr, daß wir vor neuen Problemen stehen, daß wir eine neue Epoche praktischer Tätigkeit beginnen; ohne die Begeisterung des Volkes, der Massen, werden wir jedoch die konkrete Aufbauarbeit nicht durchführen können. Wir können nicht, wie es die Brandeisgruppe verlangt, den seelischen Teil des Zionismus ausschalten. Da wir vorläufig keine „funkelnagelneuen“ Personen haben, die den praktischen Teil unserer nationalen Aufgaben durchführen könnten, muß die Arbeit auf die vorhandenen Menschen verteilt werden. Die Erfahrung hat gelehrt, daß es für diejenigen, die an der Spitze de.s zionistischen Gesamtapparates stehen, unmöglich ist, den wirtschaftlichen und finanziellen Fragen genau wie den politischen und organisatorischen Aufgaben ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Der Kongreß sah dies ein und sanktionierte die Gründung des Wirtschaftsrates, der aus leitenden Zionisten bestehen soll, die im engen Zusammenhang mit der Exekutive sich ausschließlich mit der Regelung der komplizierten Fragen der Fonds und finanziellen Institutionen zu befassen haben. Es kann — darüber wurde man sich klar — nicht zulässig sein, daß die stets mit allerlei Fragen überlastete Exekutive aus ihrer Mitte eiinen Ausschuß für diese speziellen Angelegenheiten findet. Eine solche Kommission würde nicht zu dem gewünschten Ziele führen, weil ihre Mitglieder als Mitglieder der Exekutive gezwungen wären, sieh mit Fragen zu befassen, die dem wirtschaftlichen und finanziellen Gebiet völlig fernliegem In seiner gegenwärtigen Form aber hat der Wirtschaftsrat keinerlei Beziehungen zum politischen oder verwaltungstechnisehen Teil der Gesamtorganisation und er wird sich daher ungehindert auf die Reorganisierung und Systematisierung der finanziellen Departements konzentrieren. Es ist noch zu früh, über die positiven Pläne des neuen Rates zu sprechen und ich kann deshalb vorläufig nur auf einige Teile des großen Programms hin weisen, das im Laufe der Zeit entwickelt werden wird. Der Wirtschaftsrat wird vor allem die Gelder des Keren Hajessod verwalten. Der Keren Hajessod, der im letzten Jahre die Zionistische Organisation gewissermaßen gerettet hat und auf diese Weise der Haupt nerv der zionistischen Finanzen geworden ist, wird jetzt an umfangreiche Arbeiten großzügigen Charakters in Palästina herantreten. Es genügt, auf Unternehmungen wie die Gründung einer Hypothekenbank mit einem Kapital von 200 000 <£, die Durchführung der Bewässerung des Landes und die Kolonisation hihzuweisen. Das sind nur drei1 von den vielen geplanten Unternehmungen des Keren Hajessod. Die erste Aufgabe des Wirtschaftsrates wird nun im der Organisierung und Kontrolle dieser großen Unternehmungen bestehen. Aber außer der Arbeit für den Keren Hajessod wird der Wirtschaftsrat auch neue finanzielle Unternehmungen für die Durchführung von allerhand Wirtschaftsarbeiten in Palästina zu bilden haben. Dazu gehört vor allem die Kapitalsvermehrung des Jew ish C o 1 on i)a 1 Trust. Nach Herzls Auffassung sollte die Bank das größte Finanzinstrument der Zionistischen Organisation sein, und in Wirklichkeit hätte sie es auch sein können. Leider ist sie bei einem Kapital von 400 000 £ stehen geblieben, während Herzl 2 Millionen £ verlangt hat. Eine der wichtigsten Aufgaben des Wirtschaftrates wird es daher sein, die Tätigkeit der Bank zu erweitern und ihren Einfluß zu erhöhen, vor allem durch Eröffnung von Filialen in den wichtigsten jüdischen Zentren, darunter auch in Amerika, wo eine Filiale der Bank besondere Wichtigkeit haben wird, weil sie als finanzielle Vermittlerin zwischen den Juden Amerikas und ihren europäischen Angehörigen fungieren kann. (Die Zionistische Exekutive in den Vereinigten Staaten hat Mitte November mitgeteilt, daß die Eröffnung einer Filiale des Jewish Colonial Trust in der New Yorker City unmittelbar bevorsteht. Anm. d. „Ziiko“.) Damit nun die Kolonialbank wirklich der finanzielle Hauptfaktor aller unserer praktischen Unternehmungen in Palästina und die Mantelbank werde, welche die geplanten Finanzinstitutionen in sich einschließt, wird es nötig sein, das ursprünglich bestimmte Kapital von 2 Millionen £ aufzubringen. Wie bereits erwähnt, wird der Keren Hajessod eine Hypothekenbank mit einem Kapital von 200 000 £ begründen; mit dieser Summe wird das Aufbauproblem in Palästina aber noch nicht gelöst. Das Hauptinstrument der Hypothekenbank beruht nicht auf dem Aktienkapital, sondern auf den Pfandbriefen, die auf dem Weltmarkt plaziert werden müssen. Diese Plazierung wird nun eine wichtige Aufgabe des Wirtschaftsrates sein. Infolge der überall herrschenden Wirtschaftskrise wird es im Augenblick vielleicht schwer fallen, die Pfandbriefe auf den allgemeinen Geldmärkten zu verbreiten, aber im Laufe der Zeit ist diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen. Inzwischen werden diese Pfandobligationen unter uns selbst zirkulieren müssen, besonders in den jüdischen Gemeinden. Alle Fonds, die in den verschiedenen Gemeinden auf Grund alter Bestimmungen festliegen, können in diesen Pfandobligationen angelegt werden, die mit 6% verzinst und im Laufe von 12 Jahren eingelöst werden. KRILL-UCKO DAS HAU SB^roSiHbih V^B^W’THEATSNERSTR 16 TELEFON 27831 — 32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN

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