Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 48 (2.12.1921)
- Date
- 1921-12-02
- Page
- Seite 617 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Man hat Fälle von Melancholie, ja von Selbstmord erlebt, die einzig in diesem Konflikt wurzeln.“ „ich finde den Fall tragikomisch“, vermittelte der Landrichter, indem er die Karten kräftig mischte. „Wie das ganze menschlich-unmenschliche Spiel überhaupt“ fügte er nachdenklich hinzu und ließ den Rabbiner abheben. — Personal» Professor Dr. David Hoffmann sei. And. Im Alter von 78 Jahren verschied am 20. November der Rektor des Berliner Rabbinerseminars, Professsor Dr. David Hoffmann. Mit ihm ist einer der wenigen hervorragenden Geistesheroen des deutschen Rabbinertums dahingegangen. Geboren in Ungarn als Sohn eines Dajan und Jeschiwahlehrers hat er schon frühzeitig Beweise seiner geistigen Begabung an den Tag gelegt. Nach Besuch verschiedener Jeschiwahs in Ungarn besuchte er die Universität in Wien um von da aus seine erste Stelle an der Präparandenschule in Höchberg anzutreten. Im Jahre 1869 sehen wir ihn in Berlin seinen Studien unter Esriel Hildesheimer s. A. obliegen; von 1871—73 wirkte er als Lehrer an der von Samson Raph. Hirsch s. A. in Frankfurt am Main begründeten Schule der Israelitischen Religionsgesellschaft. 1873 berief ihn Hildesheimer nach Berlin an das Rabbinerseminar, woselbst er bis ans Ende seine segensreiche Tätigkeit entfalten konnte. Nach dem Tode seines Lehrers wurde er zum Rektor des Seminars gewählt und auf diesem Posten kam seine hervorragende wissenschaftliche Bedeutung erst recht zur Geltung. Die jüdische Wissenschaft verdankt H. viele Schriften und Aufsätze; seinen Schülern war er ein ebenso guter Freund wie Lehrer. Was ihn besonders auszeichnete, war seine Toleranz und Friedensliebe, welche nur von seiner außerordentlichen Bescheidenheit übertroffen wurde. Auch die zionistische Bewegung verlor in ihm einen warmen Freund; der Kulturkommission des Misrachi übergab er eine seiner wertvollsten Arbeiten zur Veröffentlichung in hebräischer Sprache und gab auch für die Ausgestaltung der Bibliothek wertvolles Material. Mit Hoffmann, so schreibt die „Jüd. Presse“, ist der letzte der Kämpen aus großer Zeit dahingegangen. Unsere Hoffnung ist, daß er nicht der letzte dieser Streiter gewesen ist Aus der iüdischen Welt Palästina. Weinbau in Palästina. Die „Handelsberichte der Vereinigten Staaten“ vom 24. Oktober enthalten einen bemerkenswerten Artikel von Addisen S. Southard, dem amerikanischen Konsul in Jerusalem. Southard schreibt u. a.: „Obgleich die Weinbereitung einen alten palästinensischen Industriezweig ausmacht, ist ihre gegenwärtige Blüte doch erst während der letzten 35 Jahre von jüdischen Kolonisten, die fremde Weine gepflanzt haben, erzielt worden. Palästinas Weinberge sind gesund und widerstandsfähig gegen Krankheiten. Das Zentrum der Weinindustrie ist die jüdische Kolonie Rischon-le-Zion, aber beträchtliche Mengen Weintrauben werden auch in den jüdischen Siedlungen Rechfebeth, Petach - TikWah, Katrah, Sichron-Jakob und in der deutschen Kolonie Sarena gewonnen. Die palästinensische Weinernte beginnt etwa am 18. Juni und dauert 6 Wochen; die erste Ernte wird für herbe und die letzte und reifste für Süßwreine benutzt.“ ( Ziko.) Mineralien in Palästina. In der „Zeitschrift für praktische Geologie“ wird1 auf die reichen Phosphat- und Asphaltlager in Palästina hingewiesen. Ein Mitarbeiter des Blattes hebt hervor, daß das Land sich auch als kräftige Quelle für Rohöl erweisen könne. (Ziko.) Eröffnung eines Landesmuseums in Jerusalem. Am 31. Oktober hat Sir Herbert Samuel im Jerusalemer Davidsturm das erste palästinensische Landesmuseum mit jüdischen und moslemitischen Abteilungen eröffnet. Dr. Sloutch wurde von der Regierung zum Inspektor des jüdischen Departements ernannt. (Ziko.) Amerika. Die zionistische Delegation. Der zionistischen Delegation, die für die Sammlung des Keren Hajessod sich nach New York begeben hat, ward dort ein feierlicher Empfang zu teil. Es wurde ihr ein Bankett, an dem 1200 Personen teilnahmem, gegeben, dem der Vorsitzende des Aufbaufonds, Sam. Untermeyer präsidierte. In seiner Begrüßungsrede betonte er, daß Zionisten und Nichtzionisten, nationalistisch und nichtnationalistisch gesinnte Juden sich zusammentun müßten, um den Fonds zum Aufbau Palästinas zu sammeln. Der nächste Redner, Sokolow, wurde mit lebhaften Beifall begrüßt. Er sprach die Hoffnung aus, daß Palästina eine lebendige Bibel werden wöirde und erklärte, auf welchen Prinzipien der modlerne Zionismus begründet sei. Unter anderem sprach auch Professor Otto Warburg. in englisch und deutsch, gab Einzelheiten L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass ft