Urwähler-Zeitung
- Journal
- Urwähler-Zeitung
- Volume
- 1 (1849)
- Issue
- 206 (5.12.1949)
- Date
- 1949-12-05
- Page
- Seite 836 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9160972-9162127-9162133--29-9160943- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8Z6 eingetroffen, um mit den Mitgliedern der Linken beider Kam, mern Rücksprache über die Wahlen nach Erfurt zu nehmen. Auch Herr Grabow verkehrt viel mit srühern politischen Freunden aus der National-Versammlung. — Man spricht im Publikum von einem Briefe des Kaisers von Rußland an den Prinzen von Preußen, in welchem Kaiser Nikolaus seine Abneigung gegen die preußisch-deutsche Politik aussprechen soll. Das Gerücht scheint jedoch nicht begründet, vielmehr nur eine falsche Versio» der von uns schon gegebenen Nachricht zu sein, wonach unterm 19 Novbr. eine russische Note erlaffen ist, welche Bedenken über die von Preußen inne gehaltene deutsche Politik äußert. (C. B) — Der Proceß, der gestern sein Ende erreicht hat, wurde heute sogar in die Debatten der ersten Kammer hineingezogen. Herr von Gerlach, seines VerhältniffeS zu dem gestrigen Urtheil uneingedenk, hatte die Stirn, in Bezug auf die Gemeindeordnuug, wie er früher bei der VersassungSrevision gethan, zu äußern, man verdanke diese Gemeindeordnung „dem N. N>, der gestern das Kriminalgefängniß verlassen." Von vielen Seiten rief man dem Führer der Kreuzzeitungspartei zu: „Ohm! Ohm!" -Verschiedene Redner der Linken wiesen auf das Unparlamentarische in dem Auftreten des Herrn v. Gerlach hin. Vielleicht hätten sie besser gethan, ihm bemerklich zu machen, wie sehr er vor Allem Grund habe, den Namen Waldeck zu vermeiden. — Waldeck wird auf längere Zeit Urlaub nehmen, um außerhalb Berlin's in stiller Zurückgezogenheit sich von den Nachwehen der langen Haft zu erholen. Schwerin, 2. Decbr. Die Gefahren, welche unserer jungen Verfassung drohen, haben sich gemehrt. Der schon früher erwähnte Protest des Königs von Preußen gegen das Staats- Grundgesetz ist unter dem 22 v. M. jetzt wirklich eingelegt worden. Begründet ist derselbe auf die Erbverträge, welche 1442 zwischen Brandenburg und Mecklenburg geschloffen und 1787 erneuert worden sind. Paris, 30. Nov. Thiers und Dufaure haben fich verständigt, Odilon-Barrot wird als Dritter im Bunde erwartet und die Theilnabme der Legitimisten an diesem Feldzuge ist gewiß. Die Rückkehr des Generals Lamoriciere und des Hm. v. Beaumont wird die boalition noch bedeutend verstärken. Die Coalitiou wird zum ersten Male als eine solche bei der in nächster Zeit stattfindenden Präsidentenwahl offen auftreten; Dupin wird nicht wieder erwählt werden und Dufaure sein Nachfolger sein. Daß dieser Plan gefaßt, ist sicher, weil die Bergpartei beschlossen hat, ihre Stimme dem Erminister z« geben, um an Dupin wegen seiner gegen sie so häufig bewiesenen Parteilichkeit eine sichere Rache zu nehmen. Der General Lamoriciöre wird dann von dem neuen Kammerpräsidenten als Befehlshaber der bewaffneten Macht defignirt werden, welche man bei der leisesten Gefahr z. Schutz der Nationalversammlung requiriren wird. Das Ministerium ist von allen diesen drohenden Gefahren unterrichtet, hat indessen beschlossen, vorläufig aus keiner seiner zur Berathung kommenden Propositionen eine CabinetSfrage zu machen. Die Gerüchte von einem nahen Staatsstreiche find heute wieder mehr als jemals verbreitet und wird jetzt der 10. Dezember als Tag der Ausführung bezeichnet. — I. Dez. Man erzählt, freilich sehr unverbürgter Weise, Louis Bonaparte habe einen eigenhändigen Brief an Ledru Rollin gerichtet, um ihm seine nahe Amnestirung, so wie die seiner Mitverurtheilten, anzuzeigen. — Man ist wegen Algerien in großer Unruhe. Die Regierung muß Depeschen erhalten haben und sie läßt nichtveröffentlichen. Verantwortlicher Redacteur: A. Bernstein in Berlin, Roienthaler - Straße Rr. I I. u. iS. Zu der am Mittwoch, den 3. Decbr. stattfindendeu Theater- Vorstellung auf dem Wollank'schen Weinberge find die Billette zu haben bei den Herren Deyseroth, Wollankstr. 18., Hummel, Brunnenstr. 29. und Buchholtz, Ackerstr. Nr. 26.__ Berichtigung. Die Mitglieder der Vereinsu. Verbrüderungs-, Kranken- und Sterbekaffe versammeln sich im Vereinslokal, Areitag den 28. d. M., (und nickt den 18. d.) Volkslh Verein -er Bezirke 48a u. 48b. Sonnabend. 8. d. Abends 7 Uhr, im Odeum: Ball und Abendessen re Couvert 15 Sgr. Die verehrten Mitglieder werden ersucht die für sie, ihre Angehörigen und Gäste erforderlichen Karten unter Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte vom Donnerstag ab bei Herrn Gerhard. Mathäi-Kirchstraße Nr. 10 oder bei Herrn Hintze, Schönebergerstr. 17. in Empfang nehmen zu lassen. Die gen. Gastkarten find an diesem Abenv nicht gültig. Besten Linumer Torf, W Fuhre 3 Thlr., liefert kostenfrei vor's Haus da- Comptoir neue Friedrichs- Straße Nr. 09, I Treppe. Da einerseits die Polizei mir, als einen wegen seiner „bitterbösen Feder" für die Ruhe und Sicherheit Berlingefährlichen Menschen den Aufenthalt Hieselbst verweigert hat; da andererseits das Ministerium deS Innern mich, weil ich wegen Majestätsbeleidigung bestraft werden, für einen verdächtigen und bescholtenen Menschen erklärt; da ich endlich weder zu Herrn G öd sch e's, noch zu der Wittwe Rav e Bekannten gehöre, also auf deren Proteelion behufs meines längeren Aufenthalts nicht rechnen kann: so sehe ich mich genöthigt, Berlin heute in aller Eile zu verlassen und mich nach BreSla« zu begeben, wo ich, wenigstens vor polizeilicher Hinausmaßregelung sicher bin, also ungestört meine Kräfte dem Dienste der guten Sache widmen kann. Dies als Nachricht und AbfchiedSgruß an diejenigen meiner hiesigen Freunde und Bekannten, denen ich aus Mangel an Zeit nicht persönlich habe die Hand drücken können. Veniet lempus vinliiatue! Berlin, 2. December 1849. Or. Louis Heilberg. Beiderseitige Satisfication. In dem vor Kurzem in der W.'scheu Nesianration zwischen uns Freunden stattgehabten Wortwechsel, bekennen wir öffentlich, daß wir uns haben in Hitze zu Ausdrücken und Handlungsweisen Hinreißen lassen, die wir jetzt selbst verachten und wiederrnfen. Wir waren Freunde und unsere Freundschaft ist vor. Neuem siegend hervorgegangen. Das würdige Betragen meines Freundes in jenem Moment bewegt mich zu dieser Satisfication. A. K...«...tz. Auch ich will im Edelmuthe meinem Freunde nicht nachffehen. Ferd. S....r. H. Meinhardts Restauration, Breite Str. Nr. 6. Empfehle mich ergebenst mit einem Mittagstisch L lu kurte zum Abonnements-Preise von 5, 6, 8 und 10 Thlr., wofür den respektiven Abonnenten täglich für 6^, 8, 10 nnd I2A Sgr. Speisen verabreicht werden; Menagen außer dem Hause von 3 bis lO THlrn. an, auch bin ich mit meiner Küche so eingerichtet, daß bei mir außer dem Hanse jede mögliche Bestellung auf Dejeuners, Diners und Souperden respektiven hohen Herrschaften zur größten Zufriedenheit angesertiat werden. Gummr-Lchuhe wegen Sicherheit des Gehenwerden be, sohlt und befleckt, so wie jede Reperatur wird schnell «nd billig besorgt; für die Haltbarkeit wird garantirt. W. Brauns, Schuhmachermstr Wallstr. Nr. 2, am Cpittelmarkt. Wollene Gesundheits-Hemden, Jacken und Unterbeinileider von Tricot und Flanell empfiehlt «M- I. David, Postsir. 12. «LL Perlt«, Verlag vv« Lheodar Heyman«. Druck »on Harth u- Schultz« in Berlin, Spandauerstr. Ar. 7«.