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Urwähler-Zeitung · 1949-12-05 · 206 (5.12.1949) · p. [Seite]

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Journal
Urwähler-Zeitung
Volume
1 (1849)
Issue
206 (5.12.1949)
Date
1949-12-05
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Haupt-Expedition: Spandauerstraße Nr. 76. „f/ Urwähler-Leitung. Organ für Jedermann aus dem Volke. Erscheint täglich, mit Ausnahme der Tage nach den Sonn- und Festtagen. Preis pro Woche 1 Sgr. r Pf. Inserate pro Petitzeile 1' Sgr. Diejenigen geehrten Abonnenten hier, welche die Urwahler-Zeitung früh Morgens pünktlich zu erhalten wünschen, zahlen wöchentlich 3 Pf Botenlohn. Auswärtige wenden sich an die ihnen zunächst belegenen K. Postämter und zahlen iincl. des Postaufschlags) vierteljährlich 1« Sgr. 3 Pf. 206 Berlin, Mittwoch, de» 3. December 1849. Waldeck. Es gkebt einen Namen hoch und rein, Er lebt in den Herzen der Jugend, Den Namen umleuchtet goldener Schein, Der Schein der Wahrheit und Tugend. Und wer für die Wahrheit und Tngend erglüht, Auf deu edlen Namen mit Ehrfurcht sieht! Und was auch Bosheit und Haß gethan Den Glanz des Mannes zu bleichen, Nicht konnte der giftig finst're Wahn Sein schmähliches Ziel erreichen. Denn wie durch Nebelwolken die Sonne bricht, So durch Bosheit und Lüge der Wahrheit Licht. Wie heißt der Name getreu und acht Den die Braven und Guten verehren, Vor dem erbebt der Schalk und der Knecht, Den das Volk ehrt auf heil'gen Altären? Bekannt ist der Name in Hütte und Haus Mit Ehrfurcht spricht man den Namen Waldeck aus! Und was auch faule Buben gethan, Dir Ehre und Freiheit zu rauben, Auf ihren Waldeck die Braven seh'n Im festen muthvollen Glauben. Und aus schmachvollen Kerkers finsterem Thor Gingst Du Braver als Märtyrer rein hervor. Und wie Du bliebest der Wahrheit getreu, Sind getreu Dir die Herzen geblieben, Nicht könnt' der Narren und Buben Geschrei Den Glanz Deines Namens Dir trüben. Er bleibet ein Symbol für der Wahrheit Licht, So lang' ihre heil'ge Stimme noch spricht! — Der volkstümliche Verein der Bezirke 48.» und 48. b hat es sich nicht nehmen lassen, dem Geh. Rath Waldeck (der zu den Bewohnern derselben gehört) nach Beendigung seines Prozesses die erste Begrüßung darzubringen. So fanden sich denn sämmtliche Comito-Mitglieder am Dienstag Morgen in der Wohnung des Herrn Waldeck ein und der Vorsitzende deS Vereins veilaS uno überreichte demselben eine von dem kunstgeübten Kalligraphen Herrn Schütze zun. in Gold- und farbiger Schrift auf das Geschmackvollste auSgesührte Adresse, die folgendermaßen lautet: , Hochgeehrter Mitbürger! Verehrter BeziriSgenoffe! Gestatten Sie dem volkstümlichen Verein des Bezirks, der die Ehre hat, Sie zu seinen Bewohnern zu zählen, Ihnen durch uns die freudige und aufrichtige Theilnahme auszudrücken, mit der dieser Tag ein jedes Herz erfüllt, das für Recht und Gerechtigkeit schlägt. Denn das Gewebe der Bosheit ist zerrissen und Sie, der Freund des Volkes, der unermüdliche Verfechter seiner Rechte — Sie, der schwer Verfolgte und Gekränkte — Sie sind der Freiheit wiedergegeben; und in der Reinheit des StrebenS und der Gesinnung, die heut siegreich Sie umstrahlt, erscheint die heilige Sache, der Sie sich geweiht und deren Dienst so unsägliche Opfer von Ihnen gefordert, in neuer und erhöhter Verklärung. Heil Ihnen! — Heil aber auch dem Volke, daß es fest an Sie geglaubt, daß die Liebe und Verehlung, die eS nicht aufgehört hat Ihnen zu zollen, vor aller Welt ihre Rechtfertigung gefunden, — daß eS Sie auch künftig laut und mit Stolz den Seinen nennen darf!" Der Gefeierte dankte gerührt für diesen Beweis von Anhänglichkeit und Theilnahme, der sich in für ihn wohlthuender Weise demjenigen Anreihe, der ihm bereits früher (an seinem Geburtstage) durch den Verein zu Theil geworden, und für den er leider seinen Dank zur Zeit nicht habe anssprechen können. Habe er auch von seinem Kerker aus mit trübem Blick die ungeheuren Schicksale der neuesten Zeit über Deutschland Hereinbrechen sehen — mußte besonders im Beginn seiner Hast sein eignes Geschick ihn mit Besorgniß erfüllen, so habe vor Allem „die Haltung der Volkspartei — die er insbesondre der Einwirkung der Volks- und Bezirks-Vereine zuschreibe," ihm zum Trost und zur großen Beruhigung gereicht- — Aeber den Anklang, den diese Worte in den Herzen der Zuhörer fauden, wird es wohl keiner weiteren Andeutung bedürfen. — Heute Vormittag überreichten die Vorsitzenden der neu» Volksvereine und des GesammtausschuffeS Waldeck das ihm zu seinem Geburtslage bestimmte Ehrengeschenk. BerendS hielt

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