Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 369)
- Language
- German
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363 ministration, da sich die Lage seit Anfang 5692 merklich verschlechtert hat. Früher war die Zionistische Organisation oder die Jewish Agency für das Budget des Technikums verantwortlich und steuerte jährlich £P 4500 bis £P 6000 zu seiner Erhaltung bei. Auf dem letzten Kongreß und auf der Tagung des Council der Jewish Agency wurde der jährliche Beitrag auf fP 2000 reduziert in der Annahme, daß es dem Institut selbst gelingen würde, aus anderen Quellen £P 2000 bis fP 3000 zu erhalten. Aber selbst der reduzierte Beitrag von £P 2000 wurde durch die Exekutive der Jewish Agency im Oktober 1931 nach dem Übereinkommen mit dem Waad Leumi zurückgezogen. Nichtsdestoweniger versuchte das Verwaltungskomitee, die Freunde des Instituts sowohl in Palästina wie auch auswärts zu organisieren und -Ing. Kaplansky besuchte zu diesem Zweck im Laufe einiger Monate Italien, die Schweiz, Paris und London. Die Wirtschaftskrise der letzten Jahre bestimmte im voraus den Erfolg der Reise Herrn Kaplanskys. Als ein Resultat dieser Reise wurde in der Zeit vom März 1932 bis Juni 1933 eine Summe von £P 1600 gesammelt. Es erwies sich, daß dies nicht der beste Weg zur Sicherung der Existenz des Technikums sei. Das Institut konnte sich im Jahre 5692 nur dank der Großmut der Lehrer und Angestellten erhalten, denen nur die Hälfte ihrer Gehälter ausbezahlt wurde. Ein ähnliches Schicksal bedrohtedas Institut auch im Jahre 5693. Die Auslandaktion hörte nach dem Unglück, das das deutsche Judentum betroffen hatte, fast vollständig auf. Von dem Budget von £P 1500, welches durch das Zionistische Aktionskomitee und das Administrativkomitee der Jewish Agency festgesetzt wurde, hat das Institut bis Ende Juni nur £P 200 erhalten. Andererseits ist eine erfreuliche Zunahme der Einnahmen des Instituts zu verzeichnen, aus Schulgeldern (dank der wachsenden Zahl der Studenten und dem verbesserten Inkasso system), aus Laboratorien und Werkstätten und anderen örtlichen Quellen. Aus all diesen Quellen stiegen die Einnahmen des Instituts im Jahre 5692 auf £P 2600 und im Jahre 5693 auf £P 3000 gegen etwa £P 1500 in früheren Jahren. In den letzten Monaten begann das Verwaltungskomitee Verhandlungen mit der Palästina-Regierung, ausländischen jüdischen Organisationen und Hilfskomitees für die deutschen Juden zu dem Zweck, eine dauernde Lösung der Existenzfragen des Instituts zu finden. Im Zusammenhang mit der Lage; in Deutschland wurde ein Vorschlag ausgearbeitet, nach welchem eine ansehnliche Anzahl jüdischer Studenten aus Deutschland in der Ingenieurabteilung, in der Gewerbeschule und den anderen Berufsschulen des Instituts aufgenommen werden könnte. Außerdem kommt eine Anzahl jüdischer Wissenschaftler für Lehrämter und für Forschung in Frage. 2. Trotz der schweren finanziellen Lage gibt es in der Entwicklung des Instituts einige Lichtblicke. Die Zahl der Studenten für Ingenieurwesen und Architektur, welche im Jahre 5691 auf 85 fiel, stieg wieder auf 95 im Jahre 5692 und erhöhte sich auf 125 im Jahre 5693. Dank den Erleichterungen, die ausländische Studenten in der Bewilligung von Visen haben, inskribierten im Jahre 5693 35 neue ausländische Studenten. Im Jahre 5694 wird der Andrang jüdischer Jugend aus der Diaspora, die höhere technische Bildung zu erhalten sucht, voraussichtlich noch größer sein. Bis Juni wur-