Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 293)
- Language
- German
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287 bedingungen als Grundlage für die Tätigkeit der neuen Arbeitsnachweise. Die Verhandlungen zwischen beiden Teilen dauerten lange Zeit und erlitten lange Unterbrechungen. Inzwischen brechen neue Zwistigkeiten aus. In der letzten Zeit wurden diese Zwistigkeiten umso komplizierter, als hier und dort in die Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Mitglieder des Betar eingriffen. Dieses Moment im Kampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitern verschärfte die Stimmung in gefährlicher Weise. In der letzten Zeit wurden die Verhandlungen zwischen der Bauern- und der Arbeiterorganisation wieder aufgenommen. Unserer Überzeugung nach besteht die Notwendigkeit, die Arbeitsnachweise aus dem politischen Kampfe zwischen Arbeitern und Bauern auszuschalten. Deshalb müssen wir beide Teile in der Erreichung eines Übereinkommens zur Regelung der Arbeitsfragen unterstützen. Um den Plan der Arbeitsnachweise zu verwirklichen, ist es notwendig, die Geldmittel für die Organisierung dieser Stellen aufzubringen, bis wir im Laufe der Zeit beide Teile daran gewöhnen, den Arbeitsnachweis durch Zahlung einer gewissen Provision selbst zu erhalten. In der Berichtsperiode haben wir als unseren Anteil zur Erhaltung der gemeinsamen Arbeitsnachweise für Bauern und Arbeiter in den Kolonien Magdiel und Raanana £P 180.— ausgegeben. Zu unserem Bedauern mußten wir aus Geldmangel unsere Teilnahme an der Erhaltung dieser Arbeitsnachweise Ende Dezember 1932 unterbrechen. In dieser Periode wurde eine gemeinsame Arbeitsnachweisstelle in Pardeß Chana errichtet. Hingegen tauchten Schwierigkeiten im gemeinsamen Arbeitsnachweis in Magdiel auf. Zwischen den Vertretern der Bauern und der Arbeiter werden Verhandlungen zwecks Änderung des abgelaufenen Kollektiv-Vertrages geführt. Die Arbeitsverhältnisse in den Städten. Im großen und ganzen herrschten zwischen der Industriellenvereinigung und der Arbeiterorganisation während der ganzen Berichtsperiode normale Beziehungen. Viele Zwistigkeiten wurden durch die direkten Verhandlungen zwischen dem Vorsitzenden der Industriellenvereinigung und dem Vertreter der Arbeiterorganisation verhindert. In einzelnen Fällen stimmte die Arbeiterorganisation Lohnreduktionen zu, nachdem ihr Gelegenheit gegeben war, sich davon zu überzeugen, daß der bisher bezahlte Lohn das Werk gefährdete, obzwar dieser Lohn keineswegs hoch war. Wir konnten aber auch Streiks nicht vermeiden. Die Ergebnisse der Streiks waren gegenseitige offizielle oder nichtoffizielle Zugeständnisse oder, wenn Einigung unmöglich war, die Übergabe des Streitfalls an ein Schiedsgericht. Nur ein Streik in der Biskuitfabrik Froumin in Jerusalem dauerte einige Monate. Nachdem die Streikenden sehr gelitten hatten und auch der Fabriksbesitzer geschädigt war, wurde schließlich ein Vertrag zwischen dem Fabriksbesitzer und der Arbeiterorganisation geschlossen, in welchem das gegenseitige Verhältnis beider Teile festgelegt wurde. Der Streik wurde so hartnäckig geführt, da sich der Fabriksbesitzer nach Ausbruch des Streiks mit der Organisation Revisionistischer Arbeiter in Verbindung setzte, die ihm Arbeiter zur Verfügung stellte. Die Ursache . des Streiks war die Aufnahme neuer Arbeiter ohne Einwilligung des Arbeiterrates während der Verhandlungen, die zwischen dem Fabrikanten