Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 90)
- Language
- German
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84 In den letzten Monaten ist die jüdische Welt von einem neuem großen Schlag betroffen worden. Die Veränderung der politischen Verhältnisse in Deutschland hat die Lage der deutschen Judenheit aufs tiefste erschüttert. Eine starke Auswanderung deutscher Juden nach Palästina hat eingesetzt. In verschiedenen Ländern der Welt sind besondere Sammlungen eingeleitet. Der palästinensische Jischuw hat seine wirtschaftliche Erstarkung gezeigt und beteiligt sich an dieser Sammlung mit großen Beiträgen. Die Sammlung geht nicht unter dem Namen des Keren Hajessod, aber sie vollzieht sich in den Formen der Keren Hajes sod-Propaganda. Ebenso wie die Durchführung des Emergency-Fonds im Jahre 1929 nach den Unruhen in Palästina nur dadurch möglich war, daß der Keren Hajessod in die jüdische Welt den Stil allgemeiner nationaler Sammlungen großen Umfanges getragen und in ihr heimisch gemacht hat, so ist auch die neue Sammlung für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina eine Wirkung der Erziehung, die der Keren Hajessod der jüdischen Welt gegeben hat. Der Rückgang der Einnahmen des Keren Hajessod kann aber in den nächsten zwei Jahren wesentlich verkleinert, vielleicht sogar aufgehoben werden, auch wenn die ihn bedingenden Gründe im allgemeinen Weltbild bestehen bleiben. Denn er beruht noch in stärkerem' Maße als auf der allgemeinen Krisis auf der Schwächung der zentripetalen Kräfte in der Zionistischen Organisation. Der Keren Hajessod hat sich zwar bereits seit seinem Bestehen der tätigen Mitwirkung nichtzionistischer Kräfte im Judentum zu erfreuen. Der Aufbau der Jewish Agency beruht ja in seinem nichtzionistischen Teil auf den Menschen, die sich in der Arbeit des Keren Hajessod mit den Zionisten vereinigt hatten. Rückgrat und Kraft jeder Sammlung und jeder Arbeit für das neue Palästina müssen aber in der Zionistischen Bewegung gesucht werden, denn sie ist die einzige organisierte Form des Palästina-Willens im jüdischen Volke. Diese organisierte Kraft der Zionistischen Bewegung ist in den letzten Jahren geschwächt worden. Nicht bloß in der jüdischen Welt im allgemeinen, auch in der Tagesarbeit mancher zionistischer G-ruppien muß der Kampf um den Primat Palästinas geführt werden. Wir hoffen, daß die außerordentliche wirtschaftliche Erstarkung Palästinas und die Vergrößerung der jüdischen Einwanderung, die so viele arbeitende Kräfte, Unternehmer und Kapitalisten ins Land führt, während andererseits die Lockungen des jüdischen Lebens in der Diaspora schwinden und eine harte Notwendigkeit den Entschluß zur Auswanderung erleichtert, die Tendenzen in der Zionistischen Organisation stärken werden, welche eine stärkere Konzentrierung auf die reinen Palästina-Aufgaben fordern. Damit wird auch die Einschätzung sick ändern, die heute leider vielfach der Arbeit für die Fonds entgegengebracht wird, als ob sie nur eine technische Arbeit der Greldsammlung und nicht auch gleichzeitig eine der höchsten Formen der Palästina-Propaganda und der direkten Aktion für das neue jüdische Palästina wäre. Tätigkeit der Mitglieder des Direktoriums. Herr Dr. Hantke hat wieder wie in den letzten Jahren einen großen Teil .seiner Zeit der Arbeit in Europa gewidmet. Herr Jaffe hat im Jahre