Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 87)
- Language
- German
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81. Keren Hajessod. Einleitung. Der Keren Hajessod hat zwei schwere Jahre hinter sich. In den meisten Ländern sind seine Einnahmen stark zurückgegangen. Überall war es .schwer, die Unkosten den veränderten Verhältnissen anzupassen, und niemand kann sagen, ob diese Jahre der ökonomischen Weltkrisis, die das jüdische Volk besonders schwer betroffen hat, bald vorübergehen werden, oder ob die Welt in eine längere Periode kapitalistischer Rückbildung getreten ist, in der Geldsammlungen, insbesondere interterritoriale Geldammlungen, nur mit großen Schwierigkeiten durchgeführt werden können. Es gibt daher noch keine Möglichkeit, optimistische Prognosen abzugeben und für die nächste Zukunft eine Besserung vorauszusagen. In diesem Moment größter Unsicherheit und gleichzeitiger Unzufriedenheit mit den Ergebnissen der Arbeit wollen wir aber doch feststellen, daß die Idee der nationalen Fonds, d. h. das Prinzip der Beschaffung nationaler Mittel durch Sammlungen, sich auch in der Zeit der politischen und ökonomischen Krisis als wirkungsvoll und lebendig erwiesen hat. Die Zahl der Zeichner des Keren Hajessod ist bei weitem nicht so stark zurückgegangen wie die Höhe der Zeichnungen. In einer Reihe von Ländern ist überhaupt kein Rückgang zu verzeichnen. Dies galt ganz besonders von denjenigen Ländern, in denen die zionistische Bewegung ihre feste organisatorische Eorm gewahrt hat. Schon bei Gründung des Keren Hajessod im Jahre 1920 gab es, wie bekannt, eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit über seine Zweckmäßigkeit. Schon damals sagten die Verteidiger der Idee des Keren Hajessod, daß das jüdische Nationale Heim in Palästina in den ersten Stadien seines Entstehens nationales Kapital brauche, für das es einem Gläubiger weder Zinsen noch Kapital-Rückzahlungen schulde. Die öffentliche Meinung verstand, daß der Siedler auf Jahre hinaus nicht in der Lage sein wird, einem Gläubiger Kapitalien zu verzinsen und zurückzuzahlen, und daß jede landwirtschaftliche Siedlung auf unvorbereitetem Boden in einem unentwickelten Lande Kapital braucht, das zum Teil à fond perdu gegeben wird. Dieses erste Stadium der jüdischen Kolonisation in Palästina geht allmählich seinem Ende entgegen. Der größte Teil der mit dem Kapital des Keren Hajessod auf Boden des Keren Kayemeth gegründeten Siedlungen wird iii absehbarer Zeit mit Rückzahlungen auf Kapital und Zinsen beginnen. Neue Siedlungen werden unter Ausnutzung der Erfahrung der vergangenen 13 Jahre unter wesentlich günstigeren Bedingungen unternommen. Es entsteht auch allmählich in Palästina eine größere Anzahl gut •ausgebildeter landwirtschaftlicher Arbeiter, welche über Ersparnisse verfügen und nicht ausschließlich auf nationale Kapitalien angewiesen sind. Manche Aufgaben des Keren Hajessod gehen allmählich auf den ökonomisch erstarkenden Jischuw in Palästina über. Die Läge des Keren Hajessod wird daher leichter werden, wenn er die großen Kredite zurückgezahlt hat, die er im Interesse einer Beschleunigung der landwirtschaftlichen und städtischen Entwicklung in früheren Jahren aufgenommen hat. Die vergan- 6