Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVIII (1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 46)
- Language
- German
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40 I. Mit wachsender Besorgnis verfolgt die Zionistische Organisation die Entwicklung, die in den Reihen des „Weltverbaudes der Zionisten-Revisionisten" vor sich geht. Die Tätigkeit dieses Verbandes und seiner Mitglieder erregt seilt Jahren die Bedenken derjenigen, die auf die Einheit und Geschlossenheit der Zionistischen Organisation bedacht sind. Wenn dem eigenmächtigen und den Prinzipien der Zionistischen Organisation vielfach widersprechenden Wir ken dieses Verbandes bis zum XVII. Kongreß von Seiten der Leitung der Zionistischen Organisation kein Widerstand entgegengesetzt wurde, so geschah dies aus dem Bestreben der Exekutive, solange dies irgendwie möglich war, allen Zionisten die Mitarbeit in der Zionistischen Organisation zu ermöglichen und auch nur den Schein eines Verdachtes zu vermeiden, als ob sie der Tätigkeit einer Gruppe, die innenpolitisch eine extrem gegnerische Stellung _ einnahm, irgendwie Hindernisse in den Weg legen und ihr die parlamentarische Aus'tragung ihres Kampfes gegen die Exekutive erschweren wollte. Die Exekutive hoffte, daß bei den Revisionisten, sobald die Leidenschaft des Kongreßkampfes vorüber ist, das Gefühl der Verantwortung und Solidarität den Sieg gegenüber Parteirücksichten und Separationstendenzen davontragen würde. Diese von der Exekutive geübte Toleranz wurde leider mißverstanden und mißbraucht. Der gegen die zionistische Exekutive geführte Kampf der Revisionisten ist nach dem XVII. Kongreß zu einem Kampf gegen die Zionistische Organisation ausgeartet und hat Erscheinungen gezeitigt, denen die Zionistische Organisation nicht länger stillschweigend zusehen kann. Ende September 1931 hat das Exekutivkomitee des „Weltverbandes der Zionisten-Revisionisten", der sich bis dahin als „integraler Bestandteil der Zionistischen Organisation" bezeichnete, in einer in Calais abgehaltenen Sitzung einseitig, d. h. ohne Rücksichtnahme auf die Verfassung der Zionistischen Organisation und ohne Fühlungnahme mit deren Leitung, Beschlüsse schwerwiegender Natur über das Verhältnis des „Weltverbandes der Zionisten-Revisionisten" zur Zionistischen Organisation angenommen, die einer für Dezember d. J. angekündigten Tagung des Revisionistischen Parteirates zur Ratifikation vorgelegt werden sollen. Diese Beschlüsse haben in der gesamten Zionistischen Organisation eine einstimmige Ablehnung gefunden. II. Diese in der Presse wiedergegebenen und seither von autoritativer revisionistischer Seite erläuterten Beschlüsse von Calais gipfeln in folgenden Hauptpunkten: 1. Es wird beabsichtigt, den „Weltverband der Zionisten-Revisionisten" zu einer, zum Teil aus Nicht-Schekelzahlern zusammengesetzten, außerhalb der Zionistischen Organisation stehenden und von ihr unabhängigen, „souveränen" Organisation zu gestalten, die der Einwirkung der Zionistischen Organisation nicht unterworfen und niemandem außer ihrer eigenen Konferenz Gehorsam oder Rechnung schuldig ist, sich dagegen das Recht vorbehält, durch ihre zionistischen Mitglieder, denen die Erwerbung des Schekels und die Beteiligung am Zionistenkongreß offenstehen sollen, die Entschlüsse und die Tätigkeit der Zionistischen Organisation zu beeinflussen. 2. Der „Weltverband der Zionisten-Revisionisten" beabsichtigt, seine Mitglieder einer Disziplin zu unterwerfen, die hinsichtlich ihrer zionistischen Mitglieder im Falle eines Konfliktes den Vorrang vor der Pflicht der Disziplin gegenüber der Zionistischen Organisation haben soll. 3. Den Zionisten-Revisionisten wird gemäß diesen Beschlüssen bis auf weiteres freie Hand gelassen, über ihr Verhältnis zu den zionistischen Landesverbänden eigenmächtig zu bestimmen. In der Tat haben in einigen Ländern die Zionisten-Revisionisiten ihren Austritt aus den dortigen zionistischen Lan-