Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 293)
- Language
- German
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Das für die Erziehung verantwortliche Mitglied der Exekutive fungiert als Vorsitzender des Waad Hachinnuch und hat als solcher Stimmrecht, jedoch kein ausschlaggehendes. Gemäß dieser Regelung führte Miß Szold während ihrer Amtsperiode den Vorsitz. Nach ihrem Rücktritt übte gemäß den Bestimmungen des oben erwähnten Schemas der Leiter des Erziehungswesens das Stimmrecht namens der Exekutive aus, und die vom Waad Hachinnuch gewählte stellvertretende Vorsitzende, Frau S. Persitz, übernahm den Vorsitz. Die Inspektionsältesten für die Allgemeinen und che Misrachi-Schulen, die Herren Dr. Joseph Lurie und Raw Jacob Berman, sind Mitglieder ohne Stimmrecht. In Anbetracht seiner früheren Stellung als Direktor erhielt Herr Joseph Asarjahu,. einer der Inspektoren für die Allgemeinen Schulen, eine ähnliche Befugnis. Andere Schulinspektoren nehmen auf Einladung an den Beratungen teil. 3. Da während der Unruhen im August 1929 die Schulgebäude vorübergehend als zentrale Zufluchtsstätten benutzt wurden, wurde die Eröffnung einer Anzahl von Schulen solange verschoben, bis andere Quartiere für die von den Unruhen Betroffenen beschafft und die Schulgebäude ausgebessert worden waren. In den infolge der Angriffe geräumten Orten blieb eine Anzahl von Schulen im Laufe des Jahres 5690 (1929/30) geschlossen. Alle diese Schulen, mit Ausnahme derer in Hebron und Mozah, wurden im Jahre 5691 (1930/31), teilweise mit Unterstützung des Emergency Relief Fund, wieder eröffnet. In der zweiten Hälfte des Jahres 5690 begann das Schulwesen wieder reibungsloser zu funktionieren. Während der der Bildung der erweiterten Jewish Agency unmittelbar voraufgehenden zwei Jahre waren die bis auf sechs Monate aufgelaufenen rückständigen Lehrergehälter abgezahlt worden, und bis Oktober 1930 erfolgte die Zahlung dieser Gehälter mehr oder weniger regelmäßig. Diese günstige Lage war jedoch nicht von Dauer. Zu Beginn des Schuljahres 5691 verzögerte sich wiederum die Eröffnung der Schulen, und zwar diesmal wegen des späten Termins der Sitzungen des Aktions-Comités der Zionistischen Organisation und des Administrative Committee der Jewish Agency, die erst Ende des Sommer 1930 stattfanden. Das Erziehungs-Departement kann nämlich erst dann mit der Organisierung der Klassen für das neue Schuljahr beginnen, wenn das Budget von den genannten Körperschaften gebilligt worden ist. Nur mit Mühe wurde am Tage vor der Schuleröffnung ein Lehrerstreik vermieden, der wegen der vorgeschlagenen Änderungen der Gehälterskala beabsichtigt wurde. Die von Monat zu Monat ernster werdende Wirtschaftskrise bildete ein schweres Hindernis für eine konstruktive Entwicklung. Die durch die vorgeschlagenen Gehaltskürzungen und die Nichtauszahlung von Gehältern hervorgerufenen Konflikte wirkten dauernd störend auf die Arbeit. Nach den Peßachferien weigerten sich die Lehrer, den Unterricht zu beginnen, falls ihre Gehälter laut den Beschlüssen des Aktions-Comités herabgesetzt würden; sie wiesen darauf hin, daß ihre Gehälter schon im Jahre 1924 einer Herabsetzung unterworfen worden seien, und behaupteten, daß die entsprechende Kürzung der Beamtengehälter, die sie damals zur Bedingung ihres Einverständnisses mit der Herabsetzung der Lehrergehälter gemacht hatten, nicht durchgeführt worden sei. Eine Woche lang dauerte der 289