Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 222)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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f) Die Tendenz des Arbeitsmarktes. Ende 1929 gab es in Palästina keine jüdische Arbeitslosigkeit, denn die Zahl der jüdischen Arbeitslosen, 630, war geringer als die normale Arbeiterreserve. Von September 1929 bis 1. April 1930 wanderten 5800 Personen unter dem Labour-Schedule ein, davon 1350 Frauen und Kinder. Von dieser Gesamtzahl wurden 3350 in den Kolonien und der Rest in der Industrie und bei öffentlichen Arbeiten absorbiert. In den Jahren 1929/30 wurden 20 000 Dunam mit Citruspflanzen bepflanzt. Diese Ausdehnung der Pflanzungszone führte zu einer erheblichen Beschäftigung von Arbeitskräften bei der Errichtung von Bauten und der Anlegung von Brunnen. In der Berichtsperiode entstand ein neues Gebiet der Arbeit durch die Tätigkeit der Palestine Potash Co. am Toten Meer. Im Jahre 1930 war die Nachfrage nach Arbeitskräften für die Errichtung neuer Gebäude in Tel-Awiw und Haifa normal, in Jerusalem ungewöhnlich hoch. Hier wurde allein jüdische Arbeit im Werte von £ 500 000 ausgeführt. Die Publizierung des Weißbuches von 1930 hatte sofort eine Rückwirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, und zwar ebenso in bezug auf die Ausdehnung der Pflanzungen wie in bezug auf die Bautätigkeit. Die Bankkredite wurden im allgemeinen reduziert, und gewisse Kreise von Kapitalisten beschlossen, sich von neuen Unternehmungen zurückzuhalten. Aus diesem Grunde stieg die Zahl der Arbeitslosen schnell in Stadt und Land, so daß es im April 1931 1600 städtische und 1100 ländliche Arbeitslose gab. Trotzdem waren die Aussichten im Frühling 1931 nicht absolut rmgünstig, besonders da Grund für die Hoffnung bestand, daß die Veröffentlichung des MacDonald- Briefes in einem gewissen Umfange das Vertrauen wiederherstellen würde, und da der Inhalt des Briefes den jüdischen Anspruch auf eine angemessene Beteiligung an öffentlichen und munizipalen Arbeiten unterstützte, wobei der Umfang des Beitrages der Juden an den Staatseinnahmen berücksichtigt werden sollte. Gleichzeitig sollte durch jüdische Initiative und jüdisches Kapital eine Reihe von wichtigen Arbeiten unternommen werden, wozu insbesondere der Anfang der Ansiedlung der 1000 Arbeiterfamilien und der Bau der Arbeitervorstadt im Norden von Haifa gehörten. Auf Grund aller dieser Faktoren sah sich die Exekutive in der Lage, am 13. April ein Labour-Schedule von 965 Männern und 450 Frauen einzureichen. 11. Gesundheitswesen. Seit dem XVI. Kongreß ist in der Richtung einer Zusammenarbeit des Gesundheitsdienstes der Jewish Agency mit dem Gesundheits-Departement der Regierung ein beträchtlicher Fortschritt erreicht worden. Im August 1930 unterbreitete die Exekutive der Palästina-Regierung ein Memorandum und erhob darin konkrete Forderungen für ©ine direkte Beteiligung der Regierung am jüdischen Gesundheitswesen in der folgenden Richtung, über die dann Verhandlungen geführt wurden: a) Verstärkte Beteiligung der Regierung an der Aufrechterhaltung des Tel-Awiwer Krankenhauses im Zusammenhang mit dessen Übergang in den Besitz der Stadt Tel-Awiw. 218