Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 216)
- Language
- German
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erhalten hatte, durch eine Reihe von in höchstem Maße provokatorischen Reden die Voraussetzung geschaffen hatte. Symptomatisch für die so geschaffene Atmosphäre war das Auftauchen der Blutbeschuldigung in einer in Jaffa erscheinenden arabischen Zeitung. Die Regierung erkannte in diesem Falle die Berechtigung der von unserer Exekutive erhobenen Vorstellungen an und suspendierte das Blatt. Endlich wurde Dr. Weizmanns Besuch im März 1931 durch einen neuen Ausbruch arabischer Pressepropaganda gegen jeden Versuch, eine Verständigung beider Völker solange zu erstreben, als die bisherige Politik weitergeführt werde, begrüßt. Am 2. März fand eine Sitzung der Arabischen Exekutive unter Beteiligung der Mitglieder der letzten Delegation nach London statt und nahm die folgenden Beschlüsse an, die die politische Situation am Ende der Berichtsperiode charakterisieren: „In bozug auf die von der Regierung mehrfach gemachten Anspielungen auf eine arabisch-jüdische Verständigung erklärt die Arabische Exekutive, daß sie von neuem die Hauptforderungen des Volkes aufstellt, nämlich die Aufhebung der Balfour-Erklärung und des Mandates, von dem die Erklärung einen Teil bildet. Eine Verständigung zwischen Arabern und Juden ist solange unmöglich, als Balfour-Erklärung und Mandat die Grundlage der in Palästina befolgten Politik bilden und solange die Juden auch weiterhin in diesem Lande eine Politik verfolgen, die im Gegensatz zu den nationalen und politischen Aspirationen der Araber steht. Die Arabische Exekutive steht im Gegensatz zu der neuen Erklärung der Regierung, die den Juden weitere Bodenkäufe gestattet, obwohl die Regierung zugegeben hat, daß in Palästina nicht einmal genügend Land für die Araber vorhanden ist, die die jüdische Einwanderung nicht verhindert, trotz der Arbeitslosigkeit unter den Arabern, und die den Boykott der Araber durch die Juden für legal erklärt. Die Exekutive betont, daß sich die Araber solange nicht sicher fühlen werden, als der Übergang von arabischem Land an die Juden und die Einwanderung von Juden nach Palästina nicht verhindert werden. Die Exekutive fordert die Araber auf, als Vergeltungsmaßnahme die Juden zu boykottieren." Dieser neue Aufruf zum Boykott hatte nur geringe Erfolge, was teilweise die Folge der Erfahrungen ist, welche die Araber bei dem Boykott nach den Augustunruhen gemacht haben und die dazu führten, daß eine Reihe jüdischer Mieter die von ihnen in arabischen Vierteln innegehabten Räumlichkeiten verließen. Endlich hat das schreckliche Verbrechen, das am 5. April in Jadjur begangen und bei dem drei Kolonisten getötet und vier verwundet wurden, bei den Juden unvermeidlicherweise solche Beunruhigung und Erbitterung geschaffen, daß die Lage zu einem neuen Rückschlag führte,, als sie sich gerade zu bessern begonnen hatte. Die Einladung der britischen Regierung an die Araber, im April eine arabische Delegation nach London zur Diskussion über die Landerschließungs-Anleihe zu entsenden, zu der auch jüdische Vertreter eingeladen waren, führte zur Annahme des folgenden Beschlusses, der in einer besonderen Sitzung der Arabischen Exekutive am 14. April angenommen wurde: 212