Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 194)
- Language
- German
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d'Avigdor Goldsmid (bei einigen Sitzungen trat an Stelle von Mr. Goldsmid Mr. J. de Rothschild), Dr. S. Brodetsky, Mr. H. Sacher, Mr. L. B. Namier, Dr. M. Hexter, Prof. Harold Laski und Dr. Arlosoroff (späterhin traten an Stelle von Dr. Arlosoroff Herr Motzkin, Herr S. Kaplansky oder Dr. M. D. Eder). Auf der ersten Sitzung wurden in der Hauptsache formale Angelegenheiten behandelt. 22. In der am folgenden Tage stattfindenden Sitzung gab Dr. Weizmann eine allgemeine Darlegung des jüdischen Standpunktes. Er begann damit, daß er kurz, aber doch in umfassender Weise die Tiefen deis ganzen Problems beleuchtete, die Grundlagen der Mandatspolitik aufzeigte und die Motive, die die Britische Regierung bei dem Erlaß der Balfour-Deklaration und der Übernahme des Mandates leiteten, sowie den diesen Dokumenten ursprünglich beigelegten Sinn darstellte. Von diesen Ausführungen leitete er dann zur Gegenwart über, indem er in breit angelegter Form eine Darstellung der Durchführung der Mandatspolitik seit 1917 gab. Soweit das Weißbuch direkt berührt wurde, verwies Dr. Weizmann auf die kritische Erwiderung der Jewish Agency („Memorandum gegen das Palästina-Weißbuch der Britischen Regierung vom Oktober 1930" von Leonard Stein), die den Regierungsvertretern im Komitee zugestellt worden war, und hob als die wichtigsten Einwendungein der Agency gege» das Weißbuch folgende Punkte aus dem genannten Memorandum hervor : „(1) Das Weißbuch gibt eine unrichtige Darstellung und Interpretation des Mandates. (2) Es stellt Grundsätze auf, die die im Weißbuch vom Jahre 1922 niedergelegte Politik in wichtigen Einzelheiten zum Nachteil der Juden abändern und mit der normalen, im Mandat vorgesehenen Entwicklung der Jüdischen Nationalen Heimstätte unvereinbar sind. > (3) Obgleich das Weißbuch vorgibt, auf der Grundlage des Berichtes von Sir John Hope Simpson zu stehen, vermittelt es in mehreren wichtigen Fragen einen falschen Eindruck von seinen Ergebnissen. Während es ferner einerseits diejenigen charakteristischen Momente des Berichtes hervorhebt, die zu Ungunsten der Juden ausgelegt werden können, unterläßt es auf der anderen Seite, den wirklichen Gehalt der konstruktiven Vorschläge darzustellen, die das wesentliche Merkmal der abschließenden Empfehlungen Sir John Hope Simpsons sind. (4) Scheinbar dazu bestimmt, die „freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Juden, Arabern und der Regierung" zu fördern, versäumt das Weißbuch keine Gelegenheit, beleidigende und in manchen Fällen völlig belanglose Behauptungen vorzubringen, die, wenn dies auch nicht ihr Zweck sein sollte, jedenfalls nur die Wirkung haben können, die Jewish Agency zu verdächtigen, die jüdischen Leistungen in Palästina herabzusetzen und die böswilligen Elemente innerhalb der arabischen Bevölkerung zu ermutigen. (5) Ganz abgesehen von seinen besonderen Vorschlägen, die übrigens wirklich so unbestimmt, wirr und vieldeutig sind, daß es schwer ist, ihren genauen Sinn mit Sicherheit festzustellen, ist der Geist, in dem das Weißbuch als Ganzes abgefaßt ist, nicht der Geist einer Regierung, die aufrichtig an der Errichtung einer Jüdischen Nationalen Heimstätte interessiert und die sich dessen bewußt ist, daß die von ihr übernommenen Verpflichtungen nicht lediglich auf widerstrebende und widerwillige Duldung hinauslaufen, sondern positive, tätige Mitarbeit erfordern." 190