Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 192)
- Language
- German
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Wenn ich diesen Schritt getan habe, nachdem es mir über ein Jahrzehnt vergönnt war, die politischen Geschicke der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency zu leiten, so' ist darin bereits meine Beurteilung der Regierungserklärung zum Ausdruck gebracht: mein entschiedener Protest gegen eine einseitige und ungerechte Kritik unseres Werkes und meine Zurückweisung einer Politik, die mit dem feierlichen Versprechen der englischen Nation und dem Inhalt des Mandats in Widerspruch steht. Es wird keine Zeit versäumt werden, um den berufenen Organen der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency Gelegenheit, zu bieten, im Namen des jüdischen Volkes Antwort auf dieses Dokument zu geben, die sie in Ernst und Würde zu geben wissen werden." Am 20. Oktober hatte Dr. Weizmann in einem Schreiben an Lord Passfield der Britischen Regierung von seinem Entschluß Kenntnis gegeben; in diesem Schreiben betonte er, daß das Weißbuch ,,in weitgehendem Maße die Rechte des jüdischen Volkes leugnet und seine Hoffnungen bezüglich der Nationalen Heimstätte in Palästina lähmt", soweit dies überhaupt in der Macht der Britischen Regierung stehe, und daß es darauf abziele, ,,die Entwicklung der Jüdischen Nationalen Heimstätte in ihrem gegenwärtigen Entwicklungsstadium zu kristallisieren". Es liefere daher keine Basis für eine Zusammenarbeit der Jewish Agency mit der Britischen Regierung. Auf Dr. Weizmanns Rücktritt erfolgte der Rücktritt Felix Warburgs vom Vorsitz des Administrative Committee der Jewish Agency und der des verstorbenen Lord Melchett vom Vorsitz des Council; Baron Edmond de Rothschild gab in einem Briefe seiner vollkommenen Zustimmung zu diesen Schritten Ausdruck. 18. Der am 23. Oktober in den „Times" abgedruckte Brief, der von Mr. Baldwin, Sir Austen Chamberlain und Mr. Amery, den Führern der Konservativen Partei, unterzeichnet war, bewies, daß nicht bloß die Juden das Weißbuch als eine Verletzung des Mandates betrachteten. In diesem Brief drückten Mr. Baldwin und seine Kollegen zunächst Dr. Weizmann ihre warme Anerkennung und ihr Bedauern über seinen Rücktritt aus. Das Schreiben fährt dann fort: „Wir sind uns aufs tiefste der doppelten Verpflichtung den Juden wie den Arabern gegenüber bewußt, die im Mandat verkörpert ist und die die Grundlage der Politik gebildet hat, welche seither von der englischen Regierung verfolgt wurde. Was wir bedauern, ist, daß die Regierung diese Politik aufgegeben zu haben scheint. Indem die Regierung Dr. Weizmanns Vorschlag unbeachtet ließ, entmutigte sie die Remühungen der jüdischen Führer, die darauf ausgingen, die einvernehmliche Stimmung zu fördern, welche die Regierung selbst als die notwendige Redingung zur Lösung des Palästina-Problems betrachtet. Ohne weder den Arabern noch den Juden zur Darlegung ihrer Meinungen Gelegenheit, zu geben und ohne dem Parlament gestattet zu haben, seine Stimme zu erheben, hat die Regierung eine Politik festgelegt, die von so definitiv negativem Charakter ist, daß sie uns im Widerspruch zu stehen scheint nicht nur zu der nachdrucklichen Erklärung des Völkerbundsrates, daß es den Intentionen des Mandates widersprechen würde, wenn das Jüdische Nationalheim in seinem gegenwärtigen Entwicklungsstadium abgeschlossen werden würde, sondern auch zum gesamten Geist der Ralfour-Deklaration und der Erklärungen, die in den letzten zwölf Jahren von den verschiedenen aufeinanderfolgenden Regierungen 188