Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 184)
- Language
- German
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3. Es war sofort klar, daß eine Untersuchungs-Kommission würde eingesetzt werden müssen, und so erklärte am 6. September 1929 der Staatssekretär des Auswärtigen in der Sitzung des Völkerbundrates in Genf, die Britische Regierung beabsichtige, eine solche Kommission zu ernennen, deren Kompetenz „auf die unmittelbaren Ursachen des Ausbruches beschränkt sein und sich nicht auf Fragen der hohen Politik erstrecken würde". Die vom Kolonialamt am 13. September 1929 ernannte Kommission erhielt den Auftrag, „eine Untersuchung der unmittelbaren Ursachen, die zu den kürzlichen Ausbrüchen in Palästina geführt haben, anzustellen und Vorschläge bezüglich der notwendigen Schritte zur Vermeidung einer Wiederholung zu machen". Vorsitzender der Kommission war Sir Walter Shaw; die Mitglieder, die aus jeder der drei politischen Parteien ausgewählt wurden, waren: Sir Henry Betterton (konservativ), Mr. Hopkin Morris (liberal) und Mr. Harry (jetzt Lord) Snell (Arbeiterpartei). Mr. T. I. K. Lloyd vom Kolonialamt fungierteals Sekretär. 4. Zum Unterschied von der Haycraft-Kommission im Jahre 1921 tagte diese Kommission als öffentlicher Untersuchungs-Gerichtshof mit der Befugnis, Zeugen vorzuladen, eidliche Aussagen entgegenzunehmen und Plaidoyers von Anwälten der drei Parteien, nämlich der Palästina- Regierung, der Jewish Agency und der Araber, anzuhören. In Übereinstimmung mit dieser Festsetzung wurde die Jewish Agency während der Dauer der Sitzungen der Kommission in Jerusalem) (vom 25. Oktober bis 29. Dezember 1929) von Sir Frank Boyd Merriman, K. C, M. P., vertreten, dem Lord Erleigh, K. C, Mr. L. J. Stein (Ehren-Rechtsbeirat der Jewish Agency), Mr. S. Horowitz, Mr. ■ Davis und Mr. Karminski. zur Seite standen. Ein vollständiges Protokoll der Verhandlungen der Kommission (mit Ausnahme der Vernehmungen hinter geschlossenen Türen) wurde gegen Ende des Jahres 1930 veröffentlicht (Colonial Nr. 48, Bd. I, II und III).*) 5. Bereits im Dezember 1929 nahm der Verlauf der Kommissionsverhandlungen " eine Richtung an, die den Verdacht begründete, daß der von der Kommission zu erstattende Bericht über den ihr zugeteilten Aufgabenkreis hinausgehen und Feststellungen und Vorschläge zu Fragen aus dem Gebiet der hohen Politik, wie Boden, Einwanderung und konstitutionelle Entwicklung, enthalten würde, obwohl die Kommission weder durch die ihr angehörenden Persönlichkeiten, noch durch die Dauer und Art ihrer Untersuchung dazu qualifiziert war, sich mit der notwendigen Autorität zu diesen Fragen zu äußern. Dazu kam, daß die tatsächlichen Ergebnisse der Beweisaufnahme der Kommission keine genügende Grundlage für solche Schlußfolgerungen boten. Die diesbezüglich . in zionistischen und zionistenf reundlichen Kreisen herrschenden Zweifel kamen in einem offenen Briefe zum Ausdruck, der in den „Times" vom 20. Dezember 1929 abgedruckt wurde und die Unterschriften von Lord Balfour, Lloyd George und General Smuts trug: „Als Mitglieder des Kriegskabinetts, das für die vor 12 Jahren verkündete Balfour-Deklaration sowie für die durch sie in Aussicht gestellte Politik des *) Auch in „The New Judaea" erschienen allmonatlich Auszüge aus den Verhandlungen. « 180