Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 170)
- Language
- German
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Hamisrachi leistet auch mündliche und schriftliche Kulturarbeit unter seinen Mitgliedern. Zwischen dem Merkas des Hapoel Hamisrachi und dem der allgemeinen Arbeiterorganisation besteht ein Abkommen über die Verteilung der Arbeitsplätze durch die beiderseitigen Arbeitsämter, und zwar sowohl bei vorübergehender wie bei langfristiger Arbeit, wobei festgesetzt ist, wieviel Prozent der Arbeitsplätze auf jedes der beiden Arbeitsämter an den einzelnen Orten entfallen. Die Zuweisung an die einzelnen Arbeiter erfolgt durch das betreffende Arbeitsamt. Der Hapoel Hamisrachi beteiligt sich an der gesamten Tätigkeit des Jischuws und hat Vertreter in der Assefat Haniwcharim und im Waad Leumi. Außer dem Irgun zur Ansiedlung in Schech Abrek besteht ein Irgun des Hapoel Hamisrachi für intensive Kolonisation. Das Direktorium des KKL verhandelt über den endgültigen Ankauf einer ausreichenden Fläche für diesen Irgun. Im vergangenen Kislew trat die 6. Landeskonferenz des palästinensischen Hapoel Hamisrachi zusammen. Sie faßte verschiedene Beschlüsse in bezug auf die politische Lage, Organisationsfragen, Arbeit, Kolonisation, Kultur usw. 2. Hitachduth. Rußland. Während der Berichtsperiode hat sich die Lage der Hitachduth in Rußland etwas befestigt. Allen von den Sowjet-Nachrichten-Agenturen verbreiteten falschen Informationen zum Trotz und ungeachtet der inneren Schwierigkeiten setzt der Zionismus in Rußland seinen Kampf weiter fort. Ein deutliches Zeichen hierfür sind die häufigen Verfolgungen und Verhaftungen von Zionisten. Es besteht leider kein Zweifel, daß sich die Reihen der aktiven Mitarbeiter der zionistischen Bewegung in Rußland infolge der von den Zionisten erduldeten Grausamkeiten mehr und mehr lichten. Außer durch den engen Kontakt zwischen den russischen Juden und Palästina wird das Palästinastreben auch durch die entsetzliche wirtschaftliche Lage der jüdischen Massen gestärkt. Die mit der Durchführung des Fünf jahresplanes zusammenhängenden wirtschaftlichen Experimente treffen die jüdischen Massen mit, grausamer Härte. In vielen Städten herrscht Hungersnot. Tausende von Personen werden wegen Nichtbezahlung der ihnen auf Grund bloßer Vermutungen auferlegten Sondersteuern verbannt und ihr Vermögen eingezogen. Den nichtarbeitenden Elementen ist die Zugehörigkeit zu den Genossenschaften verschlossen; die jüdischen Handwerker haben unter Rohstoffmangel zu leiden. Die Bewegung zur zwangsweisen Kollektivierung hat den jüdischen Siedlungen fast den Todesstoß versetzt. Kurz, die Judenheit ist ruiniert und wirtschaftlich fast völlig entwurzelt; die kleine Minderheit jugendlicher Elemente, denen es gelungen ist, sich der wirtschaftlichen Struktur des Landes einzugliedern, kann nicht den allgemeinen Zusammenbruch aufwiegen, der über die große Mehrheit der jüdischen Massen Rußlands gekommen ist. Was endlich die 166