Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 55)
- Language
- German
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h) Das Weißbuch legt der arabischen Bevölkerung den Glauben nahe, daß das jüdische Siedlungswerk eine Bedrohung ihrer Interessen involviert. Die Jewish Agency stellt demgegenüber fest, daß durch die jüdische Kolonisation die gesamte Bevölkerung des Landes in hohem Maße gefördert wird. <c) Das Weißbuch geht von einer neuen Schätzung des anbaufähigen, aber nicht bearbeiteten oder brachliegenden Bodens Palästinas aus, durch die im Gegensatz zu allen früheren offiziellen Schätzungen die Bodenfläche um mehr als fünf Millionen Dunam verkleinert erscheint. Außer der beträchtlichen Landreserve. Trans jordanien ignoriert das Weißbuch auch den kultivierbaren Teil des Südens Palästinas. d) Das Weißbuch scheint den Juden, in Verletzung von Art. 6 des Mandates, jeden Anteil an den noch verfügbaren Staalsländereien zu verweigern, e) Das Weißbuch übt, in Verkennung der Tatsache, daß die aus Mitteln der Jewish Agency finanzierte Kolonisation eine Siedlung anstrebt, die zum Aufbau des Jüdischen Nationalheims beitragen soll, und daß sie zum großen Teil der Ansiedlung von besitzlosen Arbeitern dient, eine Kritik an den — nicht bloß nationalen, sondern auch sozialen Forderungen entsprechenden ■— Siedlungsmethoden. Die Bodenpolitik der Jewish Agency geht darauf aus, schädliche Bodenspekulation zu verhindern, indem sie den für jüdische Kolonisation erworbenen Boden zum unveräußerlichen Eigentum des jüdischen Volkes macht. Ueberdies werden — um in Einklang mit Art. 6 des Mandates geschlossene Siedlung zu fördern —■ die Siedler angehalten, Kleinsiedler zu werden, die ihre eigene Wirtschaft selbst bearbeiten und nicht Farmer, die billige Arbeitskräfte ausbeuten. f ) Das Weißbuch kündigt weitgehende Beschränkungen, wenn nicht gar ein Verbot für Bodenerwerb für jüdische Ansiedlung an. Das Aktions-Comité der Zionistischen Organisation und das Politische Komitee der Jewish Agency erklären, daß eine solche Maßnahme wirtschaftlich völlig ungerechtfertigt ist, und daß der Schutz der berechtigten Interessen arabischer Pächter und Eigentümer solche Einschränkungen in keiner Weise erfordert. g) Das Weißbuch unterwirft die Einwanderung jüdischer Arbeiter weiteren Einschränkungen durch eine unzulässige Auslegung des Begriffes der „wirtschaf Ilichen Aufnahmefähigkeit des Landes" und eine sachlich nicht begründete Verknüpfung des arabischen Arbeitsmarktes mit der jüdischen Einwanderung. Sollten solche Einschränkungen in Kraft gesetzt werden, so wird die Investition jüdischen Privatkapitals in wirtschaftlichen Unternehmungen aufhören, was der gesamten ökonomischen Entwicklung des Landes unheilbaren Schaden bringen müßte. Im Gegensatz zum Prinzip, daß die jüdische Einwanderung nur nach ökonomischen Gesichtspunkten zu behandeln ist, stellt sich das Weißbuch auf den Standpunkt, daß in Zukunft auch Erwägungen politischer Natur, wie die der „Beseitigung von Argwohn" auf sehen der Araber, entscheidend sein sollen. Damit aber würde in Zukunft jede willkürliche Begelung der Immigrationspolitik ermöglicht werden. h) Das Weißbuch kündigt die Einleitung einer neuen Politik der Landaufschließung (Development) in Palästina an. Das Aktions-Comité der Zionistischen Organisation und die Politische Kommission der Jewish Agency erklären, daß die Ausführungen des Weißbuches über diese Frage keinerlei Gewähr dafür bieten, daß innerhalb dieser Politik die Ansprüche des Jüdischen Nationalheims in Uebereinstimmung mit den Vorschriften des Mandates gehörig anerkannt werden. Das Aktions-Comité der Zionistischen Organisation und die Politische Kommission der Jewish Agency müssen mit Nachdruck hervorheben, daß eine solche Landaufschließungs-Politik das ganze Mandatsgebiet einschließlich der großen Bodenreserven Transjordaniens einbeziehen muß. Das Aktions-Comité der Zionistischen Organisation und die Politische Kommission der Jewish Agency erklären, daß die Jewish Agency aus allen diesen Gründen Ol