Das jüdische Echo
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- Das jüdische Echo
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- Das Jüdische Palästina. Sonder-Abdruck aus dem "Jüdischen Echo"
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- Das Jüdische Palästina. Sonder-Abdruck aus dem "Jüdischen Echo"
- Date
- 1930-10-24
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- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
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/ DAS JÜDISCHE PALÄSTINA Sonder-Abdruck aus dem „Jüdischen Echo“ Dem jüdischen Palästina war ein übend geweiht, den die Zionistische Ortsgruppe München am 16. Jan. 1919 veranstaltet hatte. Männer von Verdienst und Berufung haben das Wort zu Äusführungen ergriffen, denen eine über den Rahmen des Gelegentlichen weit hinausreichende Bedeutung zukommt. Dieser Bedeutung sowohl wie der großen Klärungs- und Hufklärungspflicht dieser Stunde glauben wir gerecht zu werden, wenn wir folgende Darlegungen einer weiteren jüdischen Oeffentlichkeit zuführen. Der Ruf bau des jüdischen Palästina. Von Dr. Artur Ruppin. Es ist ihnen allen bekannt, daß die zionistische Bewegung, deren Anfänge in die neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreichen, während des Krieges einen gewaltigen Aufschwung genur darin, daß weite Kreise der Judenheit und auch Nichtjuden, die bisher gleichgültig gewesen waren, sich dieser Sache angeschlossen haben, sondern er besteht auch darin, daß die Regierungen, insbesondere die englische Regierung, unsere Wünsche als berechtigt anerkannt haben. Sie wissen, daß der englische Minister Balfour eine offizielle Erklärung abgegeben hat, in welcher die englische Regierung sich bereit erklärt hat, dem jüdischen Volk eine nationale Heimstätte in Palästina zu schaffen. Dadurch ergibt sich für uns die Möglichkeit, die Besiedelung Palästinas, die bisher unter der Gleichgültigkeit der großen Mehrheit der Juden und unter dem Widerstand der türkischen Regierung zu leiden hatte, in großzügiger Weise in die Hand zu nehmen. Kolonisation ist im allgemeinen keine leichte Aufgabe. Sie wird aber noch viel schwerer, wenn es sich darum handelt, als Kolonisten Leute zu gewinnen, die bisher zum allergrößten Teil in Städten lebten, in Läden und Werkstätten tätig waren, denen der Kontakt mit der Natur völlig verloren gegangen ist und die in Ländern leben, die nach ihrem Klima und ihren ökonomischen und technischen Verhältnissen Palästina ganz unähnlich sind. Ich will auch hier garnicht den Anschein erwecken, als ob für alle Fragen, die das Besiedelungswerk bietet, bereits eine Lösung gefunden wäre. Es bleibt hier noch vieles strittig und auf viele Fragen läßt sich überhaupt keine Antwort geben. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen läßt sich jedoch in allgemeinen Umrissen bereits ein Bild von dem Gange der zukünftigen Besiedelung entwerfen. Zunächst ein Blick auf das, was Palästina ist und wie die Verhältnisse in Palästina bisher waren. Palästina ist ein Land von etwa 30 000 qkm, d. i. etwa ebenso groß wie Belgien. Die Einwohnerzahl ist zurzeit ungefähr 800—900 000 Seelen, von denen bei Beginn des Krieges etwa 90 000 Juden waren. Ein Teil der Bevölkerung lebt noch in Zelten, ein anderer Teil in Städten oder als seßhafte Bauern in Dörfern. Was die ■ kfVSiWxrs ■ ■VaVa, vn- Städten schon sehr lange. Es hat eigentlich keine Zeit seit der Zerstörung des jüdischen Staates gegeben, in der Palästina von Juden gänzlich entblößt war. Ihre Zahl war zeitweise sehr gering, aber ein schwacher Faden läßt sich durch alle Jahrhunderte verfolgen. Zu dieser Bevölkerung, die ihren Ursprung zurückführt auf das altjüdische Staatswesen, sind dann etwa seit dem 13. Jahrhundert Einwanderer hinzugekommen, die aus Europa und Nordamerika kamen, um in Palästina ein dem Studium des Talmuds und der heiligen Schriften geweihtes Leben zu führen. Auch als die Juden im Jahre 1492 aus Spanien vertrieben wurden, hat ein großer Teil auf Umwegen den Weg nach Palästina gefunden. Diese Juden waren nach ihrer ganzen Art zu einem Kolonisationswerk nicht geeignet. Sie wollten ein beschauliches, religiösen Dingen geweihtes Dasein führen. Die Mittel hierzu brachten sie entweder aus ihrem bisherigen Heimatlande mit oder sie bekamen Unterstützungen von Verwandten zugeschickt oder sie lebten von Unterstützungen, die ihnen in immer wachsendem Maße vom Auslande zuflossen. Es bildeten sich in einzelnen Teilen Europas Vereine, die diesen Juden durch milde Gaben das Weiterverbleiben in Palästina ermöglichten, ohne daß sie es nötig hatten, einem Erwerb nachzugehen. Die Juden wohnten hauptsächlich in den vier heiligen Städten Jerusalem, Safed, Tiberias und Hebron und unter ihnen kam das jüdische Schrifttum zu hoher Blüte. Safed war im 16. Jahrhundert ein Zentrum jüdischer Wissenschaft für die ganze Welt. Außer in diesen Städten ließen sich viel später, etwa gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts, auch einige marokkanische jüdische Familien in den Hafenstädten Jaffa u. Haifa nieder. Sie waren mit orientalischen Sitten und der arabischen Sprache vertraut und deshalb besonders geeignet, von der arabischen