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Das jüdische Echo · 1933-01-27 · 4 (27.1.1933) · p. Seite 29

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
4 (27.1.1933)
Date
1933-01-27
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 29 Das jüdische Volk in der Weltkrise Was an Nahum Goldman» fasziniert, ist nicht seine unerhörte rednerische Begabung allein; es ist auch nicht für die umfassende Kenntnis der jüdischen Angelegenheiten, vor allein ist es der starke Wille, der aus jedem seiner Worte spricht und sich auf den Hörer überträgt. Die Radikalität dieses Willens macht Goldmann nicht eng, und sie trübt weder seine Beobachtung noch seine Erkenntnisfähigkeit — es ist nach alledem kein Wunder, daß Goldmann, wann und wo immer er spricht, ein großes Publikum und größten Beifall findet. Bei seinem Münchener Vortrag am Samstag, dem 21. Januar, im Kunstgewerbesaal, wo er im Rahmen 'der Zionistischen Ortsgruppe über „das jüdische Volk in der Weltkrise“ sprach, übertraf sich Goldmann womöglich noch selbst. Er entrollte ein düsteres Bild von der Situation der Juden in Osteuropa, in Nordamerika und in Deutschland und bewies daran, die Richtigkeit der zionistischen Grundkonzeption, ohne Schadenfreude und wenn man so sagen kann, gegen seinen eigenen Willen. Von den deutschen Juden forderte er Rückkehr zu den jüdischen Quellen, aus denen allein sie Kraft schöpfen können, die schweren Zeiten, die vor ihnen liegen, zu überwinden. Goldmanns Rede klang aus in ein überzeugtes Bekenntnis zum Zionismus und zu Palästina als Lösung der Judenfrage. Justizrat Dr. Straus gab dem Dank der Zuhörer Ausdruck und sprach die Erwartung aus, daß der Beifall, den man Goldmann gespendet habe, eine Verstärkung der zionistischen Reihen und Anstrengungen zur Folge haben werde. Oneg Schabbath. München Samstag, den 28. d. M. 4.15 Uhr findet im Kindergarten, Herzog-Rudolf-Straße 1. ein Vortrag von Herrn Dr. Alfred Fraenkel über das Thema: Der Chassidismus und seine Gegner, statt. Gäste herzlich willkommen! Die jüdische Persönlichkeit in der Arbeiterbewegung Frau Hilde Landauer (Berlin) hält am Dienstag, den 31. Januar, abends 8.30 Uhr, pünktlich in den Räumen der Concordia, Prannerstraße 4, im Rahmen der Veranstaltungen der Jesaia-Loge einen Vortrag: „Die jüdische Persönlichkeit in der Arbeiterbe w eg un g.“ — Gäste sind dazu herzlich eingeladen, — Eintritt frei. Jüdischer Jugendverein. München Donnerstag, 2. Februar 1933, Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, 20.30 Uhr: Herr Lehrer Max Adler spricht über das neueste Buch Esriel Carlebachs „Exotische Juden“. 2. Abend. Union der Zionisten-Revisionisten. Ortsgruppe München Montag, den 30. Januar 1933, 8.15 Uhr. findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1. eine Protestkundgebung gegen das Urteil des zionistischen Ehrengerichtes statt. Referenten: Dr. L. Berger und Fritz Rosenthal. Anschließend freie Aussprache. Eintritt frei! Um pünktliches Erscheinen wird gebeten! Der Israelitische Frauenverein von 1906 lädt zu seinem Nachmittagstee mit Tanz im Hotel Griinwald, am Sonntag, den 29. Januar, nachmittags 4 Uhr, ein und bittet um zahlreichen Besuch. Eintritt incl. Kuchen und Kaffee RM. 1.30. — Kuchen- und Tortenspenden erbeten. Die Vorstandschaft. Verein Bikur Choulim, München Der Verein hielt am Samstag, 14. Januar, abends 8 Uhr, seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Nach Erstattung des Rechenschafts¬ und Kassenberichts wurde der rücktretenden Vorstandschaft der Dank und die Anerkennung ihrer Leistungen ausgesprochen. Im vergangenen Jahre konnte wiederum ein ansehnlicher Betrag für Unterstützungen an Mitglieder ijnd Nichtmitgliedetr aufgewendet werden. Obwohl mitunter nur sehr geringe Mittel zur Verfügung standen, wurde dennoch jedem Unterstützungsgesuch stattgegeben. Infolge der leider fortschreitenden allgemeinen Wirtschaftsnot ist der Verein zu einer wichtigen Wohlfahrtseinrichtung geworden, und es sollte sich jeder angelegen sein lassen, ihm durch zahlreiche Spenden und als Mitglied zu fördern. Die neugewählte Vorstandschaft besteht aus folgenden Herren: 1. Vorsitzende: M. Philippson, Herzog-Rudolf- Straße 1; Telefon 29 74 49. 2. Vorsitzende: L. Iram, Fraunhoferstraße 27; Telefon 26 0 55. Kassier: P. Sturm, Corneliusstraße 16; Telefon 29 68 93. Schriftführer: L. Mendler, Erhardtstraße 28. Kassenrevisor: J. Hauser, Müllerstraße 42; Telefon 56 3 53. Kassenrevisor: M. Felsen, Rumfordstraße 38; Telefon 22 2 76. Krankenvorsteher: J. Blau, Schlotthauerstr. 12; Telefon 43 3 25. Krankenvorsteher: M. Fleischer, St.-Paul-Str. 9; Telefon 55 1 97. Gabbe: M. Stiefelzieher, Columbusstraße 2; Telefon 41 6 92. Gabbe: B. Faktorowitsch, Corneliusstraße 12; Telefon 56 1 19. NB. Jedes erkrankte Mitglied, welches Besuch wünscht, wolle dies dem 1. Vorstand, oder den Krankenvorstehern bekannt geben. Die Vorstandschaft. Die vereinigten Vereine Linath Hazedek und Ägudath Achim gratulieren Ihrem verehrten ersten Vorsitzenden und seiner Familie herzlich zur Geburt des ersten Enkels und spenden RM. 5.—. Zum Tode Stanislaw Stückgolds Wir erfahren aus der Presse, daß der Maler Stückgold vor einigen Tagen an einer Herzkrankheit in Paris verschieden ist. den Besuchern der Vorträge von Dr. Schmarja Lewin und Vladimir Jabotinsky im Jahre 1931 ist seine imposante Erscheinung sicherlich noch gut im Gedächtnis. Stanislaw Stückgold, geh. 1869 in Warschau, studierte Technik. Er schloß sich nach erlangtem Ingenieur-Diplom der sozialen Bewegung an und kämpfte 1905/06 mit für die Freiheit Polens. Er entfloh nach kurzer Haft aus dem politischen Gefängnis und fand Aufnahme bei einer polnischen Aristokratin, die den 38jährigen bestimmte, sein Leben fortan der Kunst zu widmen. Er studierte in München und Paris und errang 1914 knapp vor Kriegsausbruch seinen ersten großen Erfolg. Charakte- Cafe CITY Eigene Konditorei Weinstraße 4 Vornehmer Aufenthalt fm Stadtzentrum Im roten Salon täglich B Uhr Tanztee f Abends lustiges Faschingatreiben mit Tanz Farbenprächtige Dekoration Ab früh 4 Uhr geöffnet

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