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Das jüdische Echo · 1933-01-20 · 3 (20.1.1933) · p. Seite 22

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
3 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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22 Das Jüdische Echo Nr. 3 Kinder-Tombola und die reich besetzten Büffets. Die feil gebotenen Palästina-Orangen waren schnell vergriffen und manche haben da vielleicht zum ersten Mal diese köstlichste aller Orangen kennen gelernt mit der die jüdischen Pflanzer in Palästina sich in der Welt durchgesetzt haben. — Den zweiten Teil des Festes bildete die Aufführung einer Pantomime in sieben Bildern, „das wiedergefundene Lachen“. Da wurde ein mürrischer, menschenscheuer Geizhals vorgeführt, der für nichts in der Welt Interesse hat als für seine Schätze. Eine Engelschar — vom Kindergarten Herzog Rudolfstr. reizend dargestellt — beschließt ihn zu heilen. Der Geizhals bleibt aber völlig ungerührt, als ihm ein Engel die Freuden und Schmerzen der Welt zeigt. Ein Erntetanz kann ihm ebensowenig ein Lächeln abgewinnen, wie eine lustige Zirkusaufführung. Er hat kein Herz für das schwere Los der Bergleute und kein Mitleid für die Ärmsten, die als Leierkastenmann und Bettelkind erscheinen. Bis er schließlich nach Palästina in ein Kinderdorf kommt. Das Arbeiten der Kinder in Feld und Werkstatt, ihre Spiele und ihre hebräischen Lieder, das alles packt den Verschlossenen. Er ist überwältigt und zum erstenmal froh macht er bei den fröhlichen 1 änzen mit. Man sieht, hier ist er zum erstenmal glücklich, hier wird er bleiben. — Dies alles wurde unter der ausgezeichneten Regie von Frau Dr. Marschütz von Kindern — hauptsächlich der Mädchen-Juigendgruppe — dargestellt. Der Beifall steigerte sich von Bild zu Bild. Den erläuternden Text zwischen den einzelnen Bildern sprach — immer wieder von lautem Beifall begleitet — Frl. Rosi Pilpel. Die hingebungsvolle Mitwirkung am Klavier durch Frl. Magnes ist noch besonders erwähnenswert. — Es ist ein außerordentliches Verdienst der Veranstalterinnen dieses mustergültig durchgeführten Festes, gezeigt zu haben, wie man den Kindern frohes Erlebnis und nachhaltige jüdische Eindrücke geben kann. j. Jüdischer Jugendverein, München Donnerstag, 26. Januar 1933, Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, 20.30 Uhr: Herr Lehrer Adler spricht über das Werk Esriel Carlebachs „Exotische Juden“. 1. Abend. Jubiläumsfeier der Israelitischen Religionsgesellschaft Adass Jeschurun e. V. Am 2. Sabbat-Chanukka beging der Verein „Islaelitische Religionsgesellschaft Adass Jeschurun e. V.“ das Fest seines 60jährigen Bestehens. In seiner Festpredigt legte Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu -den Gedanken zugrunde, daß wahres jüdisches Leben dort ersprieße, wo zu dem jüdischen Gottesdienst auch das jüdische Heim in der Familie komme. In der Abendveranstaltung überbrachten Herr Rabbiner Dr. Baerwald, Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumayer, Justizrat Dr. Emil Fränkel die Glückwünsche von Rabbinat, Gemeinde und Ohel Jakob. Die Abendveranstaltung war verbunden mit einer Chanukkafeier, in welcher Mitglieder und Freunde des Vereins durch deklamatorische, musikalische und künstlerische Darbietungen für Unterhaltung sorgten. Herr Fritz Rosenthal, rezitierte aus eigenen Werken. Einen großen Teil des Programms bestritt der Kunstmaler Hermann Segall, der es übernommen hatte, die Gründer und Förderer des Vereins und eine große Anzahl seiner Mitglieder darzustellen. Die Leistungen des Herrn Segall sind um so höher zu werten, als er nur wenige Wochen Zeit hatte für die Erlangung der Studien und die Ausarbeitung von 35 Porträt-Zeiclmungen. Andererseits ist auch anzuerkennen, daß der Verein „Israelitische Religionsgesellschaft“ Adass Jeschurun“ be;i dieser Gelegenheit zur Förderung jüdischer Künstler in der jetzigen Notzeit beigetragen hat. Verein Bikur Choulim, München Generalversammlung Bericht folgt. Der Israelitische Frauen-Verein 1906 zur Unterstützung armer Kranker und Wöchnerinnen hält am kommenden Sonntag, den 22. Januar, 3 Uhr, im Hotel Grünwald, Hirtenstraße, die Generalversammlung ab. Es ist unbedingte Pflicht eines jeden Mitglieds, bestimmt zu erscheinen, da das Weiterbestehen des Vereins davon abhängt. Die Vorstandschaft. Der Jüdische Klub, München veranstaltet gemeinsam mit V. J. A„ Esra und Agudas Jisroel einen Vortrag von Herrn Rabbin e r Dr. E. Munk, Ansbach, mit dem Thema: Das Judentum und die geistigen S t r ö m u n g e n der Gegenwar t. Zu dem am Sonntag, 22. Januar, 8.15 Uhr, im Lessingsaal stattfindenden Vortrag wird jedermann herzlich eingeladen. Eintritt RM. —.30. Der jüdische Kindergarten, Herzog-Rudolf-Straße 1 hat eine Kinder-Turnstunde eingerichtet, im Turnsaal der jüdischen Volksschule, Dienstag Nachmittag .3 bis 4 Uhr. Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahren können gegen ein monatliches Honorar von 2 Mk. teilnehmen. Anmeldungen im Kindergarten oder unter Telefon- 43 5 60. Ber-Borochow-Jugend Die Jahresfeier der Borochowjugend gestaltete sich zu einer mehr temperamentvollen als guten Auseinandersetzung zwischen Borochowisten und Kadimahnern. Den Borochowleuten wurde ein verstecktes Assimilantentum vorgeworfen, das wohl aus Ressentiments heraus sich einer zionistischen Einkleidung bediene. Die angebliche Synthese zwischen Zionismus und Kommunismus gebe e-s in Wirklichkeit gar nicht, sie vollziehen wollen sei üble „Ja-Einsagerei“. Die Borochowisten entgegneten den „offiziellen“ Zionisten mit formal der gleichen Waffe, (Vorwurf des Chauvinismus usw.) so daß von einer sinnvollen Auseinandersetzung nicht die Rede sein konnte. Gesamtausschuß der Ostjuden, München M. S c h u m e r und Frau gratulieren herzlich zur Verlobung: „Penzak-Mayer, „Stiefelzieher-Eisen“, und spenden RM. 1.—. Aus dem Münchener Bar-Kochba Wir machen unsere Mitglieder auf den am Samstag, dem 21. Januar im Kunstgewerbesaal stattfindenden Vortrag von Herrn Dr. Nachum Goldmann, Berlin, über „Das jüdische Volk in der Weltkrise“ besonders aufmerksam und erwarten vollzähligen Besuch. Tischtennis Großartiger Erfolg eines Frankfurter Bar Kochbaners! Bei den in Hamburg ausgetragenen nationalen Deutschen Meisterschaften im Tischtennis war die Sensation der Sieg des Barkochbaners Scliimm e 1 gegen den langjährigen Deutschen Meister Madjaroglu in der Vorentscheidung mit 3:0. In der Schlußrunde gewann dann Benthien (Hamburg) gegen Schimmel, der somit 2. in der Deutschen Meisterschaft wurde. A. G.

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